Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Die IGS steht vor großen Herausforderungen

Mellendorf Die IGS steht vor großen Herausforderungen

Auf dem Campus W in Mellendorf werben weiterführende Schulen um Neuanmeldungen. Die IGS Wedemark ist die größte – mit den aktuell wohl auch größten Herausforderungen. An den Anmeldetagen Mittwoch und Donnerstag legen sich die Eltern fest.

Voriger Artikel
Konzept für Naherholung in Wedemark in Arbeit
Nächster Artikel
Löschen und Retten in Dunkelheit und Enge

Heike Schlimme-Graab leitet die wachsende IGS Wedemark.

Quelle: Kallenbach

Wedemark. Ob Tag der offenen Tür, Infoabend oder dickes didaktisches Konzept, Gütesiegel oder bunter Flyer: Im Wettstreit um die Schüler, das zeigt ein Blick auf die Zahlen, graben sich Gymnasium und IGS nicht das Wasser ab. Sie wachsen beide mit und an zahlreichen Anforderungen, die hinzugekommen sind: Inklusion, Sprachlernklassen, Ganztagsbetrieb, Kooperationen, Binnendifferenzierung in Lerngruppen, Lehrerbedarf, Oberstufe in der IGS und mehr Schüler, Digitalisierung. Obwohl erst neu gebaut, platzt das Schulzentrum in Mellendorf darum schon aus allen Nähten.

„Natürlich wünscht sich jede Schule, im eigenen Gebäude vereint zu sein“, stellt Heike Schlimme-Graab fest. Die IGS ist es nicht. Die Schulleiterin hat bereits in Unterrichtscontainern 2009 begonnen, und im nächsten Schuljahr werden solche mobilen Ersatzklassenzimmer und -büros, diesmal doppelgeschossig, erneut den Raumbedarf ausgleichen.

Schon bisher teilt sich die IGS das Hauptgebäude auf dem Campus W mit dem Gymnasium und füllt zudem „ALF 15“, das Hauptschulgebäude Am Langen Felde. Dort werden die mobilen Schulcontainer angeschlossen. Das Raumklima in dem alten Hauptschulgebäude sei besser als im Schulzentrum, ist unter Schülern und Lehrern zu hören. Und: Es sei ruhiger. Nicht rein rechnerisch, sondern nach pädagogischen Überlegungen werde die IGS die Schüler im neuen Schuljahr den Räumen zuordnen, verdeutlicht die Leiterin. „Wie eine kleine Schule in der Schule“ arbeite zum Beispiel jeder Jahrgang; das müsse so organisiert werden. Die Umzüge sind jedes Mal eine komplizierte Sache.

Alle Abschlüsse sind möglich in der Integrierten Gesamtschule, die allen zur Anmeldung offensteht. „Die Erfahrung zeigt: Jeder Schüler verbessert sich“, sagt Schlimme-Graab. So lange wie möglich gemeinsam, so das Konzept der IGS, sollen die Lernwege für alle ihre Schüler offen gehalten werden, inzwischen bis zum Abitur, das erstmals 2018 dort abgelegt werden kann. Jeder Schüler soll den für ihn besten Abschluss erreichen. Stressfreiheit ohne Noten in den Eingangsjahrgängen, später kein Sitzenbleiben per se über Noten – „nur bei absoluter Notwendigkeit“ wiederholt ein Schüler einen Jahrgang in Absprache mit den Eltern. Ist das der Schülerhimmel?

Die Schulleiterin bessert mit kräftigem Strich nach an diesem Bild von einer IGS. „Dass wir nicht nur gezielt fördern, sondern auch fordern, haben wir lange nicht nach außen transportiert“, sagt sie. So sei der Eintritt in die Oberstufe keineswegs eine Garantie auf den höchstwertigen Abschluss, das Abitur. „Dazu ist eine durchgehend konsequente Arbeitsbereitschaft erforderlich, die Bereitschaft, zu lernen.“ Wenig bekannt ist: Mit dem 12. Jahrgang wird bei einem bestimmten Notenschnitt auch die Fachhochschulreife erreicht.

Mit thematischen Schwerpunktklassen – Musik, Forscher, Europa, Theater, Sport und Gesundheit - macht die IGS in den Jahrgängen 5 bis 8 gute Erfahrungen, für 9 und 10 sind zum neuen Schuljahr Veränderungen geplant. Feste Kooperationspartner, soziale Projekte, Austauschprogramme und Gastschüler erweitern den Horizont und werden gepflegt. In Klasse 11 will die IGS sich demnächst zweisprachig aufstellen. An einem anderen Ziel wird weiter gearbeitet: „Wir sind und wollen eine Ganztagsschule sein, aber eine vollgebundene an vier Tagen stößt bei den Eltern auf Schwierigkeiten“, sagt die Leiterin. Nun soll der wichtige Ganztagsbereich auf dem Campus „nochmal neu gedacht werden“; gern würde Schlimme-Graab eine Mitmachschule mit Eltern planen.

Noch mehr Aufenthaltsmöglichkeiten drinnen und einen ausreichenden Freizeitbereich draußen wünscht sich die IGS dazu. „Das erwarten auch die Eltern von uns“, sagt Schlimme-Graab. Ebenso drängen diese auf den Umbau der Mensa im Hauptgebäude – immer noch ein Durchgangsraum, in dem viele Schüler nicht gern zu Mittag essen. Ankündigungen der Verwaltung, eine bessere Atmosphäre zu schaffen, lassen sichtbare Ergebnisse noch vermissen.

Die weiterführenden Schulen - Daten und Fakten

Die IGS will fünfzügig werden

Die IGS Wedemark wurde im Februar 2009 gegründet. Start des 1. Jahrgangs war im Schuljahr 2009/2010 mit 150 Schülern und zehn Lehrkräften. Aktuelle Zahlen im April 2017: 1194 Schüler; 821 Schüler besuchen die Sekundarstufe I, 373 die Sekundarstufe II. 89 Lehrkräfte; von ihnen sind 42 Lehrer mit GHR- Lehramt (Grund-, Haupt-, Realschule) und 47 Lehrkräfte mit gymnasialem Lehramt. Zusätzlich sind 4 Lehrkräfte mit dem Lehramt für Sonderpädagogik abgeordnet an die IGS mit unterschiedlicher Stundenzahl und unterschiedlichen Schwerpunkten. Außerdem beschäftigt die IGS einen Schulsozialarbeiter, einen Schulassistenten und zwei Sekretärinnen.

Ab Schuljahr 2017/2018: Voraussichtlich weitere 140 neue Schüler in der Sek. II (Schülerzahl insgesamt 1334) sowie weitere neun neue Lehrkräfte. Für die Sek I wünscht sich die IGS wieder die Fünfzügigkeit.

2018: Von den derzeit 98 Schülern im 12. Jahrgang werden voraussichtlich einige den Jahrgang wiederholen und einige mit Fachhochschulreife abgehen. Insofern werden rund 80 Schüler 2018 in der IGS ihr Abitur ablegen – als erster Abiturjahrgang.

Gymnasium liegt im Trend der Vorjahre

In diesem Schuljahr lernen knapp 1000 (973) Schüler am Gymnasium Mellendorf (GM). Im Sekundarbereich I hat es 4- und 5-zügige Jahrgänge, pro Jahrgang zwischen 110 und 135 Schüler. Zurzeit unterrichten 87 Lehrkräfte dort, und 100 Schüler nehmen an den Abiturprüfungen teil.

Im Schnitt verlassen jährlich 5 bis 10 Schüler das Gymnasium , um die IGS oder die Realschule zu besuchen. Im Gegenzug nimmt das Gymnasium Schüler der IGS auf, seltener jedoch von der Realschule. Nach den Prognosezahlen (Elternwünschen) erwartet das Gymnasium jetzt 120 bis 130 Anmeldungen für den 5. Jahrgang und liegt damit im Trend der Vorjahre. Genaue Anmeldezahlen für das Gymnasium liegen der Schulleitung zufolge am 11. Mai um 18 Uhr vor.

Das Gymnasium führt in 13 Jahren zum Abitur. Ab Jahrgang 6 können die Schüler zwischen den Fremdsprachen Spanisch, Latein und Französisch wählen, als wahlfreie Sprache auch Russisch ab Klasse 9. Im 8. Jahrgang beginnt die Schule mit der Profilbildung - naturwissenschaftlich, musisch-künstlerisch oder bilingual. Das Gymnasium ist Mitglied des Hochbegabtenverbundes. Die Schüler können ein offenes Ganztagsangebot nutzen.

Realschule führt Tablet-Klasse ein

Zurzeit besuchen über 360 Schüler die Realschule Wedemark in 15 Klassen. In diesem Schuljahr unterrichten dort 25 Lehrkräfte, 77 Schüler nehmen an den Abschlussprüfungen teil. In den vergangenen Jahren erwarben knapp 50 Prozent der Absolventen den Erweiterten Realschulabschluss Sekundarstufe I.

Im Schnitt verlassen jährlich drei bis fünf Schüler die Realschule, um die IGS oder das Gymnasium zu besuchen. Im Gegenzug nimmt die Realschule Schüler der IGS und des Gymnasiums auf. Ganz neu an der Realschule wurde im Februar 2017 das digitale Klassenbuch eingeführt. Zusätzlich wird die Schule im neuen Schuljahr 2017/2018 mindestens eine Tablet-Klasse im 5. Jahrgang und vielleicht eine im 7. Jahrgang einführen. Nach den Prognosezahlen (Elternwünschen) erwartet die Realschule gut 55 Anmeldungen für den 5. Jahrgang und liegt damit etwas über dem Trend der Vorjahre. Geplant ist eine Dreizügigkeit mit drei kleinen 5. Klassen. Genaue Zahlen kann auch die Schulleitung der Realschule am 11. Mai um 18 Uhr vorlegen.

doc6ust5qfo3jpudoa036q

Fotostrecke Wedemark: Die IGS steht vor großen Herausforderungen

Zur Bildergalerie
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6x85rmeebdfjj9kao01
Hunde trotzen ihrer kleinen Erkältung

Fotostrecke Wedemark: Hunde trotzen ihrer kleinen Erkältung