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Verkehrssünder muss in Haft

Wedemark Verkehrssünder muss in Haft

Weil er seit mehr als zehn Jahren immer wieder mit dem Auto unterwegs ist, obwohl er keine Fahrerlaubnis besitzt, muss ein Wedemärker demnächst ins Gefängnis.

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Das Amtsgericht verurteilte jetzt einen notorischen Verkehrssünder aus der Wedemark zu einer Freiheitsstrafe ohne Bewährung.

Quelle: Frank Walter (Symbolbild)

Burgwedel/Wedemark. Er lernt es einfach nicht: Der mittlerweile 33-Jährige hat seit 2005 immer wieder Verurteilungen kassiert, weil er im Auto unterwegs war, obwohl er keinen Führerschein besitzt. Dabei könnte er diesen als Kraftfahrzeugmechaniker beispielsweise für Probefahrten durchaus gut gebrauchen.

Im November 2015 hatte die Polizei den Mann mal wieder hinter dem Lenkrad erwischt. Nachhaltig beeindruckt hatte das den Wedemärker aber nicht: Nur drei Wochen später stoppten ihn die Ordnungshüter erneut. „Ich habe großen Mist gebaut. Mit den Konsequenzen muss ich leider leben“, äußerte sich der Mann jetzt vor dem Amtsgericht Burgwedel.

Wie groß der „Mist“ tatsächlich ist, ahnte der Mann in diesem Augenblick noch nicht. Er erfuhr es aber nur Momente später, als der Richter seine Vorbelastungen aufzählte. „Das macht die Sache ungemütlich“, so Michael Siebrecht. 2015 war der Mann wegen dreier Fahrten ohne Fahrerlaubnis zu sechs Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden. „Diese Bewährung ist mittlerweile rechtskräftig widerrufen worden“, sagte Siebrecht – was den Angeklagten sichtbar aus der Fassung brachte: „Davon weiß ich nichts! Das kann nicht sein!“ Und auch sein Rechtsanwalt reagierte völlig verdutzt. Doch die Nachfrage des Richters in der Geschäftsstelle des Amtsgerichts bestätigte die Aktenlage: Der Mann hatte fällige Zahlungen nicht geleistet, einen Termin bei Gericht nicht wahrgenommen und so seine Bewährung „vermasselt“, wie es Siebrecht ausdrückte.

Die Staatsanwältin sah denn auch wenig, was aus ihrer Sicht für den Angeklagten spreche – einzig dessen Geständnis vor Gericht könne man anführen. Angesichts der erheblichen, auch einschlägigen Vorstrafen und der neuerlichen Taten während der Bewährungszeit sah sie aber keinen Grund mehr, von einer positiven Sozialprognose auszugehen. Sie forderte eine zehnmonatige Freiheitsstrafe ohne Bewährung. Der Strafverteidiger hingegen sprach von ehrlicher Reue, stabilen Lebensverhältnissen und dass bei den Fahrten niemand zu Schaden gekommen sei. „Vielleicht kann es doch noch eine letzte Warnung geben“, so der Anwalt.

Konnte es nicht, Amtsrichter Siebrecht verurteilte den Angeklagten zu sechs Monaten Haft ohne Bewährung – zusätzlich zu den ebenfalls sechs Monaten aus dem früheren Verfahren. „Sie bringen das Gericht in eine Situation, bei der man nicht mehr über Bewährung sprechen kann“, hielt er dem Wedemärker vor. Dieser habe deutlich gezeigt, dass er sich anders nicht beeindrucken lasse. „Und die Verantwortung dafür müssen Sie bei sich selber sehen.“

Von Frank Walter

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