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Angler kümmern sich um Biber

Wedemark Angler kümmern sich um Biber

Ein Fell, ein Schädel mit Gebiss, Pfotenabdrücke in Gips: Diese Anschauungsobjekte sind schon da. Nun fehlt noch das Verständnis für den streng artengeschützten Nager, der Bäume umlegt und Gewässer anstaut – absehbar auch bald in der Wedemark. Der Angelsportverein Neustadt müht sich um Aufklärung.

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Spuren von Bibern in der Wedemark.

Quelle: Kallenbach

Wedemark. Über die Wietze, ist sich der Vereinsvorsitzende Holger Machulla aus Neustadt sicher, wird der Biber über kurz oder lang in die Wedemark einwandern – falls er nicht in Einzelexemplaren schon angekommen ist. Auch die Große Beeke und die Jürse bieten beste Lebensverhältnisse mit Futter links und rechts. Und wo der Wasserstand nicht ausreicht, damit das Tier seinen Höhlenzugang sicher unter Wasser erreicht, da hilft er selbst nach. Fotos aus dem Neustädter Raum belegen: Da ist der Biber schon ordentlich am Werk, hat Bäume gefällt und Dämme gebaut.

Was tun, wenn der Wasserpegel auf einer Wiese plötzlich unerklärlich steigt? Aus dem Angelsportverein, der große Seen auch in der Wedemark unterhält und einen Großteil Wedemärker Mitglieder zählt, haben sich Machulla, Peter Hohlbein und Jürgen Trossowski beim Naturschutzbund (Nabu) Hannover zu Biberberatern fortbilden lassen. Sie sind Ansprechpartner für solche Konfliktfälle mit dem Nager etwa in der Landwirtschaft; Unterhaltungsverbände sind oft ihr Gegenüber. „Wir helfen Grundeigentümern, dass sie mit dem Biber leben können“, sagt Trossowski. Eine Mittlerrolle nehmen sie ein, stehen beratend zur Seite, nicht finanziell.

Mit dem Europäischen Biber – ausgewachsen einen Meter lang plus 35 Zentimeter Schwanz (Kelle) und bis zu 35 Kilo schwer – muss man sich anfreunden oder arrangieren; verjagen gilt nicht. „Der Biber ist bis Oberkante Unterlippe geschützt“, sagt Machulla. „Auch die Angelei hat sich verändert“, sagt er. „Früher hat sich jeder Angler gern mit einem dicken Fisch fotografieren lassen, heute ist der Naturschutz vorrangig für uns.“

Größere Biberbestände gibt es schon lange vor allem an der Elbe, aber auch zwischen Seelze und Schwarmstedt seien etwa 25 Tiere gezählt, berichten die Berater. Auf dem Vereinsgelände in Neustadt lebt seit 2008 eine Biberfamilie. In der Landeshauptstadt kommen Biber in der Leine vor, am Stadion hat einer seinen festen Wohnsitz, weiß Machulla. Da die Bestände in der Region noch vergleichsweise gering sind, ist von Entschädigungszahlungen bisher nicht die Rede. Der Angelverein Neustadt am Rübenberge kümmert sich um den Biberschutz nördlich von Hannover.

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Fotostrecke: Angler kümmern sich um Biber

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Von Ursula Kallenbach

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