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Applaus für die letzte Predigt

Bissendorf Applaus für die letzte Predigt

Nach 32 Jahren als Pastor der St.-Michaelis-Kirchengemeinde in Bissendorf ist Volkmar Biesalski in den Ruhestand verabschiedet worden. Bei einem feierlichen Gottesdienst entband Superintendent Holger Grünjes ihn von seinen Pflichten.

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Pastor Volkmar Biesalski
(von rechts) und Ehefrau Juliane freuen sich auf ruhigere Zeiten. Superintendent Holger Grünjes (von links)
und Kirchen
vorsteherin Karin Ernst sagen Danke für viele gute Jahre.

Quelle: Roman Rose

Wedemark. Die Besucher machten ihm auch ein spontanes Geschenk: Nach seiner letzten Predigt als Pastor brandete Applaus auf für Volkmar Biesalski in der vollbesetzen Kirche, in der die Menschen schon auf Notsitzen Platz nehmen und der Rest in den Gängen stehen musste - so viele wollten ihn gebührend verabschieden. Kurz zuvor hatte Biesalski in einem launigen Nebensatz festgestellt, dass nach Musikstücken immer geklatscht werde, aber nie nach Predigten. Nun also doch.

Auf mehrfache Weise schloss sich für den evangelischen Geistlichen ein Kreis. St. Michaelis war seine erste und letzte Stelle. Als damals jüngster Pator hatte er sein Amt in Bissendorf angetreten, das er gestern als 60-Jähriger ablegte. Es erklang mit „Freunde, dass der Mandelzweig“ das selbe Lied wie zu seiner Amtseinführung. Und es waren Besucher anwesend, die schon seiner Einführung vor 32 Jahren beigewohnt hatten.

Er habe mit den Jahren zwar viel Gelassenheit durch Erfahrung entwickelt in der nach seinen Worten „besten Pfarrstelle der Welt“, aber mit Abschieden habe er keine Erfahrung, bekannte Biesalski. Nicht zuletzt zwei Herzinfarkte hatten ihn bewogen, vorzeitig aufzuhören.

Grünjes würdigte ihn als stets Fragenden, nie Belehrenden, als Kontaktfreudigen, der auch nachdrücklich und knurrig sein konnte. Durch seine Leidenschaft für die Kultur sei die Bissendorfer Kirche zur Kulturkirche geworden. Kirchevorsteherin Karin Ernst sah ihn als Motor, lobte seine Kreativität, seine Art anderen Freiheit zu lassen und doch Orientierung zu geben. Kollege Michael Brodermanns hob die Öffentlichkeitsarbeit besonderen Akzent hervor, Gemendereferent Thomas Schenk von der katholischen Kirche in Mellendorf die gute ökumenische Zusammenarbeit. Ortsbürgermeisterin Susanne Brakelmann dankte dafür, dass er die Kirche stets offen gestaltet habe. Fritz Schöning von der Henstorf-Stiftung sagte, es sei Biesalski zu verdanken, dass die Stiftung zu einem festen Begriff geworden sei.

Grünjes kündigte an, dass die Pastorenstelle im neuen Jahr ausgeschrieben werde. Voraussichtlich im Sommer sei die Gemeinde wieder mit zwei Pastoren versorgt.

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