Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° Regenschauer

Navigation:
Auf den Feldern brummt es

Wedemark Auf den Feldern brummt es

Zehn sehr feuchte Tage hatten die Landwirte bei der Ernte gebremst, jetzt dagegen herrscht bei ihnen im übertragenen Sinn wie auch am Himmel eitel Sonnenschein - die Ernte brummt.

Voriger Artikel
Kaiserwetter spart das Geld fürs Trocknen
Nächster Artikel
Kulturoase nimmt Gestalt an

Auf dem Feld von Lindwedel gedeiht der Roggen.

Quelle: Roman Rose

Wedemark. Überall in der Wedemark ziehen die Mähdrescher lange Staubfahnen hinter sich her, holen Raps und Roggen, Triticale und Weizen vom Feld. „Der Raps hätte schon weg sein können, aber aufgrund der längeren Regenperiode konnte keiner ernten - und jetzt ist alles zur selben Zeit trocken und erntereif geworden“, sagt der Wedemärker Bezirkslandwirt Volker Lindwedel. Er spricht für rund 120 aktive landwirtschaftliche Betriebe, die zusammen rund 8000 Hektar Fläche beackern. „Das sind zu 100 Prozent Familienbetriebe, zu jedem Hof gibt es ein Gesicht“, betont er.

Wegen der überwiegend sandigen Böden in der Wedemark werde hier viel Winterroggen angebaut, erläutert Lindwedel. Dieser werde meist als Tierfutter verwendet, ein kleinerer Teil als Brotgetreide. Von den Mähdreschern, die zurzeit im Einsatz sind, befindet sich nach seiner Schätzung etwa die Hälfte im Eigentum des jeweiligen Betriebs. Die andere Hälfte der Landwirte lasse ihre Ernte von Lohnunternehmen dreschen.

Das Kernproblem der Saison sei der trockene April gewesen, sagt Lindwedel. April und Mai seien die Hauptwachstumsmonate. Zum Beispiel in Elze, seinem Wohnort, seien alle Feldfrüchte schon einmal beregnet worden - das Getreide und auch Mais, Rüben und Kartoffeln. Und was im Frühjahr gefehlt habe, sei im Juli wiederum zu viel vom Himmel gekommen. Jüngst habe sogar Hagel in manchen Bereichen die Ernte geschädigt.

Dass es schon im Mai einmal recht heiß war, hat dem Getreide genutzt: Es blieb weitestgehend von Pilzen verschont. Insgesamt sieht Lindwedel 2015 als gesundes Jahr. Mittlerweile hätten die Böden auch wieder genügend Wasser gespeichert, sodass es den noch reifenden Früchten wie Kartoffeln, Rüben und Mais sehr gut gehe. Bei der Getreideernte kommt es nun darauf an, wann genau die Bauern das Korn vom Feld nehmen. Sei die Ernte zu feucht, drückten Trocknungkosten oder Abschläge beim Verkauf den Erlös, sagt der Bezirkslandwirt. Deshalb dürften sich die Bauern freuen, dass es seit einigen Tagen sonnig ist - das spart bares Geld.

Die Preise sind nach Lindwedels Meinung zurzeit in Ordnung. Nur wenige Landwirte hätten schon weit im Voraus Kontrakte gemacht, also feste Preise pro Tonne vereinbart, bevor die Ackerfrüchte überhaupt gewachsen waren. Im Juni seien die Preise noch schlecht gewesen, jetzt zur Ernte hätten sie angezogen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6sn9k2dfml0goc42dfd
Auf dem Wertstoffhof landet nicht nur Müll

Fotostrecke Wedemark: Auf dem Wertstoffhof landet nicht nur Müll