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Baumkontrolle erzeugt zu viel Aufwand

Wedemark Baumkontrolle erzeugt zu viel Aufwand

Unsensibel – das ist die Vokabel, mit der in der Wedemark nun auch der FDP-Ratsherr Erik van der Vorm die Gemeinde Wedemark für ihre jüngste Stellenausschreibung kritisiert. Ein Baumkontrolleur wird gesucht, bevor die Bürger in einer Umfrage zur umstrittenen Baumschutzsatzung ihr Votum abgeben können.

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Zum weitläufig zusammengesetzten Ort Scherenbostel gehört auch die ländliche Siedlung Buchholz. Aber dies ist nur ein Ausschnitt: Scherenbostel beherbergt Landwirtschaft ebenso wie Handwerk, Gewerbe und große Betriebe.

Quelle: Ursula Kallenbach

Wedemark. „Zu diesem Zeitpunkt – das geht überhaupt nicht“, regt sich der FDP-Politiker auf. „Es entsteht der Eindruck, dass man so ein Votum vorwegnimmt.“ Auch die CDU-Ratsfraktion hatte, wie berichtet, tags zuvor ihren Unwillen über die Ausschreibung geäußert. Für die Bürgerumfrage sollen während der Kommunalwahlen in den Wahllokalen Befragungsbögen ausliegen.

Darin sei obendrein die Frage nicht objektiv und klar formuliert, kritisiert van der Vorm. „Wenn man eine Meinung zum Schutz ortsbildprägender Bäume abfragt, muss doch jedem, der abstimmen soll, erst mal deutlich sein, was ortsbildprägende Bäume sind“, stellt der FDP-Ratsherr fest. Eher wäre nach seinem Dafürhalten zu fragen: Wollen Sie eine neue Baumschutzsatzung ja oder nein? Die Konkretisierung könne später erfolgen.

An einer Baumschutzsatzung selbst ärgert den Freidemokraten vor allem dies: „Es wird immer gesagt, wir haben den mündigen Bürger. Wenn es aber konkret wird, wird er zum bevormundeten Bürger erklärt. Seine Freiheit wird weiter eingeschränkt.“ So werde zudem das Vorurteil genährt, dass „die da oben sowieso machen, was sie wollen“. Dabei gingen die Wedemärker durchaus sorgsam mit eigenen Bäumen um.

Der Kontrollaufwand in der Gemeindeverwaltung im Zusammenhang mit einer Baumschutzsatzung erscheint van der Vorm deutlich zu hoch. Was bisher im Zeitaufwand einer Dreiviertelstelle plus externem Sachverständigen abgearbeitet wurde, so mutmaßt der FDP-Mann, werde mit der neu ausgeschriebenen Stelle wahrscheinlich auf zwei ganze Stellen hinauslaufen und damit mehr Personalkosten verursachen. Begutachtungen, Bescheide, Anhörungen – „Ich finde, es ist zu viel Verwaltungsaufwand“, moniert er.

Bäume könnten auch anders geschützt werden, zum Beispiel in Bebauungsplänen. „Und wertvolle Bäume können zum Naturdenkmal erklärt werden“, betont van der Vorm.

Von Beginn an die Bürger beteiligen

Mit dem Ortsrat Scherenbostel, den örtlichen Vereinen und einem Planungsbüro aus Hannover hat der FDP-Ratsherr Erik van der Vorm ein Vorhaben angestoßen, das Ende Juli oder Anfang August in einem ersten Entwurf öffentlich vorgestellt werden soll: Van der Vorm, selbst Scherenbosteler, möchte einen Dorfentwicklungsplan für den Ort mit mehreren Dörfern auf den Weg bringen.

Wie es geht, hat zuletzt Elze gezeigt; dort hat sich van der Vorm das Vorgehen bei Ortsbürgermeister Jürgen Benk erläutern lassen. „Im November 2015 habe ich das Planungsbüro in Hannover angesprochen, um grobe Vorstellungen auf den Weg zu bringen“, berichtet er. Es gebe viele Entwicklungsmöglichkeiten.

„Man kann nicht immer erst anfangen, wenn es zu spät ist, man darf nicht immer nur Feuerwehr spielen“, macht der FDP-Politiker deutlich. Landschaft, Gewerbeansiedlung, örtliches Handwerk, auch die Landwirtschaft etwa in Wiechendorf gelte es ebenso zu betrachten wie die Verkehrswege. Wichtig sei, dass die Bürger von Beginn an in die Planung einbezogen werden; ein professionelles Büro brauche man aber nach aller Erfahrung, um den Prozess zu begleiten und zu strukturieren.

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