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Beiräte legen Vision für inklusives Wohnen vor

Wedemark Beiräte legen Vision für inklusives Wohnen vor

Gemeinsam haben Behindertenbeirat und Seniorenbeirat der Wedemark der Kommune eine Vision zum inklusiven Wohnen vorgelegt: Menschen mit und ohne Behinderungen wohnen und leben in diesem Quartier nach ihren Wünschen und in freier Wahl. Zugleich fordern beide Beiräte ihre Beteiligung an Planungen ein.

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Erika Ebeling (links) vom Seniorenbeirat und Renate Löhr vom Behindertenbeirat fordern mehr Mitsprache bei Wohnbauprojekten.

Quelle: Ursula Kallenbach

Wedemark. „Es geht nicht darum, ein Ghetto zu schaffen, das gerade nicht“, sagt Renate Löhr, Sprecherin des Behindertenbeirats. Das Konzept zum inklusiven Wohnen, das sie der Gemeindespitze vorgelegt habe, sei die Vision, „dass jede Sorte Mensch in einem Quartier auf Augenhöhe miteinander umgehen und leben“ könne. Es könne innerhalb von 20 Jahren verwirklicht werden. „Das lässt sich nicht von heute auf morgen realisieren. Aber kleinere Ideen, wie wir sie jetzt in unseren Beschlüssen festgeklopft haben, gehen schon mal vorher.“

Die Gemeinde Wedemark habe nun in der Ausschreibung für das inzwischen zweite Wohnbebauungskonzept an der Stargarder Straße in Mellendorf (ehemaliges Bauhofgelände) schon mehr Anteile dem barrierefreien und generationenübergreifenden Wohnen eingeräumt. Dennoch: Die Kommune argumentiere, es fehle an Flächen und Geld. „Die Gemeinde geht auf unsere Ideen nicht ausreichend ein“, hält Löhr dagegen.

Das Konzept der Beiräte lasse sich nur in Mellendorf, Bissendorf oder Elze verwirklichen, den zentralen Orten mit S-Bahn-Anschluss und Infrastruktur, betont Löhr. Sowohl in Mellendorf als auch in Elze haben Behinderten- und Seniorenbeirat in den vergangenen Monaten konkret versucht, Flächen und - neben der Gemeinde - auch andere Partner und Investoren für ein solches Wohnen aufzutun. Denn: „Offenbar ist es nicht mit der öffentlichen Hand zu machen.“

Andererseits sieht Löhr die Beiratsgremien nicht wirklich als zuständig an, sich um die Finanzierung solcher Projekte zu kümmern. In Elze, so bestätigt Ortsbürgermeister Jürgen Benk auf Nachfrage, seien im Neubaugebiet Bäckkamp auch Wohnanlagen vorgesehen, „die der Vision der Beiräte entsprechen“.

Nun wollen die beiden Beiräte rechtzeitig am Projekt Stargarder Straße beteiligt werden, wie Wolfgang Jansen aus dem Seniorenbeirat betont. „Wir stoßen mit unserem Vorgehen jetzt Diskussionen an. Es werden künftig weitere Bebauungspläne ausgewiesen werden, und wir werden unser Anliegen dabei weiter einfordern“, sagt er. Auch wird nach seiner Überzeugung der soziale Wohnungsbau die Gemeinde noch einholen. „Die Kommune ist verpflichtet, auch zum sozialen Wohnungsbau ein Konzept zu erstellen.“

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