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Berliner Nixe wird 100 Jahre alt

Mellendorf Berliner Nixe wird 100 Jahre alt

Waltraud Ohlich war als Synchronschwimmerin bei den Olympischen Spielen 1936 dabei. Zu ihrem 100. Geburtstag bekommt sie Besuch aus den USA.

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1936 hat sie mit den Berliner Nixen als Synchronschwimmerin an den Olympischen Spielen teilgenommen, heute wird Waltraud Ohlich 100 Jahre alt.

Quelle: Mandel

Wedemark. Sie war eine der Berliner Nixen bei den Olympischen Spielen 1936, hat zwei Weltkriege überstanden, liebt die Musik und wünscht sich noch viele gute Jahre. Waltraud Ohlich aus Mellendorf wird am Dienstag 100 Jahre alt.

Im Jahr 1914 als Tochter einer Försterfamilie geboren, wuchs sie in der Ruhe und Abgeschiedenheit einer alten Försterei in Schlesien auf. Den ersten Schulunterricht erhielt sie privat zu Hause, die nächste Schule war zu weit entfernt. Über die Wirren des Zweiten Weltkriegs spricht sie nicht gern. Denn dass sie alle vertrieben wurden, hat ihr Leben geprägt. Über Umwege gelangte sie als Erzieherin zu der Bankdirektoren-Familie Arndt nach Berlin.

In dieser Stadt hatte sie einen unvergesslichen Auftritt. „Im Jahr 1936 habe ich sogar mit den Berliner Nixen als Synchronschwimmerin an den Olympischen Spielen teilgenommen“, erzählt Ohlich. Ob es eine Vorführung im Rahmenprogramm oder sogar ein Wettkampf war, weiß sie nicht mehr so genau.

Mit der Familie Arndt zog sie später nach Hannover um. „Bankdirektor Arndt hielt seine Hand immer schützend über mich“, sagt Waltraud Ohlich. Er beschaffte ihr eine Stelle als Sachbearbeiterin im Landbuch Verlag Hannover. 25 Jahre lang war sie dort tätig, bevor sie in Rente ging. „Neben der Anzeigengestaltung oblag mir auch die Gestaltung der Zeitung ‚Das Landvolk‘ “, erinnert sie sich. Mit vielen neuen Ideen veränderte sie das Gesicht des Blattes - sehr zum Missfallen ihres Chefs. „Als aber einer der großen Anzeigenkunden mir vor seinen Augen ein großes Lob aussprach, da war das Eis gebrochen“, erzählt sie, und ein Lächeln lässt die Größe ihres Triumphs noch erahnen.

Nachdem sie sich im Verlag etabliert hatte, zog sie mit ihren Eltern und Geschwistern nach Mellendorf. Geheiratet hat sie nie. In dem Haus aus den fünfziger Jahren lebt sie heute allein. Um das meiste im Alltag kümmert sie sich selbst, getreu ihrem Motto „Jammern und Lamentieren hilft nichts!“. Bis zum Sommer vergangenen Jahres schwamm sie regelmäßig morgens ab 6.30 Uhr ihre Bahnen im Freibad in Mellendorf. Nach wie vor beginnt sie jeden Tag mit einem Spruch aus ihrer kleinen, fast 300 Jahre alten Bibel, die sie von ihrem Großvater erbte.

Eine weitere Passion war und ist die Musik: Sie spielte Orgel, verschiedene Flöten, Mandoline und Konzertzither. „Sie glauben gar nicht, wie toll sie spielt “, schwärmt ihr Neffe Jürgen Ohlich (73), der anlässlich des runden Geburtstags seiner Tante aus Colorado Springs in den USA angereist ist.

Und an manchen Tagen, wenn Hände und Finger nicht mehr so wollen, legt sie eine schöne CD von Beethoven, Bach oder Vivaldi ein. So fühlt sie sich gut und freut sich auf noch viele Jahre in ihrem ruhigen Häuschen mit dem hübschen Garten.

von Natalie Mandel

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