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Radstreifen ist für Autos tabu

Bissendorf Radstreifen ist für Autos tabu

Radler und Autofahrer müssen sich erst daran gewöhnen - in Bissendorf ist seit Montag auf der Fahrbahn der Scherenbosteler Straße der erste Radfahrerschutzstreifen in der Wedemark freigegeben. Ortsrat und Polizei informieren darüber nun öffentlich.

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Ortsrat und Polizei begutachten den Schutzstreifen. Piktogramm und Linie sichern Radfahrern die Spur auf der Fahrbahn.

Quelle: Kallenbach

Wedemark. Die Initiatoren richten sich auf einen Lernprozess für alle Verkehrsteilnehmer ein. „Die Polizei wird sicherlich mal hinschauen“, kündigte gestern der Kontaktbeamte Andreas Kremrich an. Bei einem Ortstermin klärten Bissendorfer Ortsratsmitglieder und Ortsbürgermeisterin Susanne Brakelmann offene Fragen zum Schutzstreifen mit dem Polizeikommissar und mit Fritz Schnehage, Teamleiter öffentliche Ordnung in der Gemeindeverwaltung. In Richtung Bahnübergang ist die Schutzspur auf etwa 1,25 Meter Breite mit einer unterbrochenen Linie und einem Piktogramm auf der Fahrbahn gekennzeichnet. Der Schutzstreifen beginnt in einem Abstand von der Einmündung aus Richtung Burgwedeler Straße und wird mit Unterbrechungen bis vor den Bahnübergang geführt.

Für Radfahrer in diese Richtung sei das Benutzen der Spur Pflicht, erläuterte der Kontaktbeamte. Das ergebe sich aus dem Rechtsfahrgebot. Der Kraftverkehr dürfe auf dem Streifen grundsätzlich nicht fahren, die Ausnahme sind Mofafahrer. Kraftfahrzeuge dürfen die Markierung nur ausnahmsweise überfahren, wenn zum Beispiel ein besonders breites Fahrzeug im Gegenverkehr viel Platz einnimmt. Das Parken auf der Radfahrspur ist motorisiertem Verkehr nicht erlaubt, lediglich das kurzzeitige Halten.

Ortseinwärts fahren Radfahrer auf dem gegenüberliegenden Fuß- und Radweg. Die Fahrbahn für den motorisierten Verkehr ist infolge des Schutzstreifens auf etwa 4,70 Meter eingeengt. „Die Fahrbahn wird schmaler mit dem Streifen, aber dadurch wird vermutlich auch die Geschwindigkeit reduziert“, erläuterte Schnehage den erwünschten Effekt. Für die Gemeinde wird er zur Klärung offengebliebener Punkte noch Kontakt zur Region Hannover aufnehmen.

Bereits vor weit über einem Jahr hatte der Ortsrat Brakelmann zufolge eine Markierung für eine Radfahrerschutzspur beantragt. „Eigentlich bis zum Gartenweg. Außerdem hatten wir vorgeschlagen, den Streifen rot zu färben“, sagte sie gestern. Doch: Leitlinien sind allgemein weiß aufzubringen.

Auf gesonderte Radwege dürfen Radfahrer nur in speziellen Fällen gezwungen werden, hat das Bundesverwaltungsgericht in einem Urteil vom 18. November 2010 entschieden. „Wir werden an einigen Radwegen in der Wedemark überprüfen, ob dort eine Benutzungspflicht noch gerechtfertigt ist“, kündigte Schnehage an.

Von Ursula Kallenbach

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