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Alten-WG wirft viele Fragen auf

Brelingen Alten-WG wirft viele Fragen auf

Die Zeit rennt: Wer „erst“ mit über 60 Jahren anfängt, über künftige Lebensformen für sich nachzudenken, verkennt den Vorlauf der zu beantwortenden Fragen. Leben im Alter - im eigenen Zuhause, zur Miete, bei den Kindern, im Heim, in einer Wohngemeinschaft? Zum WG-Modell liefern jetzt Brelinger einen Anstoß zur Diskussion.

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Karl-Heinz Friebe (links) und Klaus Mencke wollen weiter das Nachdenken befördern.

Quelle: Kallenbach

Wedemark. Ihnen geht es ganz konkret um ihr Leben im Alter im eigenen Dorf Brelingen. Dennoch bildete die Veranstaltung „Think“, die im Kulturverein Brelinger Mitte zu diesem Thema kürzlich 40 Besucher versammelte, eine Diskussion ab, die vor Ortsgrenzen nicht Halt macht. Allerdings: Der Gedanke einer Wohngemeinschaft hat es auf dem Lande sichtlich schwer, in der Stadt dagegen Jahrzehnte Tradition.

„Wer sich heute Gedanken darüber macht, später beispielsweise in eine WG zu ziehen, sollte vor der Entscheidung für dieses oder andere Modelle wissen, was er eigentlich genau damit verbindet. Was brauche ich? Welche Erwartungen und Befürchtungen gibt es?“, bringt Klaus Mencke das gemeinschaftliche Nachdenken darüber auf den Punkt. „Wer diese Dinge im Vorfeld einer Entscheidung klärt, wird deutlich zielgerichteter und sicherer die richtige Wohnlösung finden.“

Eigene Positionen zum Wohnen im Alter zu finden, dabei waren die Brelinger Initiatoren Klaus Mencke, studierter Diplom-Gerontologe, und Karl-Heinz-Friebe, Pastor im Ruhestand, in einer kreativen Denk- und Austauschatmosphäre im Brelinger Kulturverein behilflich. Sie wollen eine weitere Auseinandersetzung mit dem Thema befördern. Dazu forderten die vielen eingetragenen Adressen auf einer ausgelegten Mail-Liste auf. „Das eine Modell für das Leben im Alter gibt es nicht“, konstatieren sie. „Es sind die Möglichkeiten, die jeder persönlich ausloten muss.“

Diese Fragen gelte es mindestens im Vorfeld einer Wohngemeinschaft ehrlich zu klären:

  • Wie viel Alleinsein brauche ich, und andererseits, wie viel Gemeinsamkeit will ich mit anderen alten Menschen haben?
  • Wie viele Regeln sind notwendig beim Zusammenleben und -wohnen, oder wäre es nicht schöner, sich nicht an Regeln halten zu müssen?
  •  Wann kommt der richtige Zeitpunkt zum Übergang in eine neue Wohnform, und ab wann muss man sich kümmern?
  • Sollte man eine Wohnmöglichkeit für eine Pflegekraft in so einer Wohnsituation gleich mitschaffen?
  • Möchte ein älterer Mensch beim Eintritt von Pflegebedürftigkeit nicht vielleicht doch ganz woanders hin, oder möchte er gerade dann bei seiner Familie und Freunden bleiben?

„Ideen sind so vielfältig wie die Menschen, die darüber sprechen“, betonen Mencke und Friebe. Hilfreich könne aber auch sein, sich klar zu machen, was sich im Moment verändere, und weshalb man plötzlich auf diese Fragen komme.

Dass es sich lohnt, auf diesem Wege weiterzudenken, steht für die Veranstalter fest. Wann und in welcher Form dies geschieht, ist noch nicht klar.

Alternativen sind schwer zu verwirklichen

In einer Initiativgruppe wollen andere Wedemärker die erste Senioren- und Behinderten-Wohngemeinschaft in der Gemeinde gründen. Initiatorin Anna Beckmann aus Abbensen sucht Mitstreiter. Die Gruppe ermittelt über Unterschriftenlisten aktuell den Bedarf und verteilt Flyer. Gemeinschaft ist das Ziel dieser WG-Bemühungen, die Beckmann als Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins Senioren Engel Wedemark vorantreibt. Vor einigen Jahren noch dachte sie dabei an ältere Häuser, die eine Gruppe Gleichgesinnter erwerben und für den neuen Zweck umbauen könnte. Jetzt hat der Neubau von Wohnungen, die in Kauf oder Miete zu haben sein sollen, Priorität. Von einem genossenschaftlichen Modell hat das Resser Projekt zum Wohnen im Alter Abstand genommen. Neben dem Lebensmittelmarkt entstehen barrierefreie Wohnungen – ein Wohngemeinschaftsgedanke steht nicht dahinter.

von Ursula Kallenbach

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