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Urnenhain interessiert auch jüngere Menschen

Brelingen Urnenhain interessiert auch jüngere Menschen

Urnengrabstellen unter Bäumen bietet die St.-Martini-Kirchengemeinde Brelingen jetzt an. Das Besucherinteresse bei der offiziellen Eröffnung des Urnenhains auf dem Friedhof am Wochenende zeigte: Der Bedarf scheint groß.

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Friedrich Bernstorf (von links) und Sohn Paul haben viel Arbeit am Urnenhain gestemmt. Gero Wiechert, Pastorin Debora Becker und Superintendent Holger Grünjes sind begeistert vom Ergebnis.

Quelle: Kallenbach

Wedemark. Vier Menschen wurden dort seit März schon bestattet, eine steht unmittelbar bevor. Mehrere Besucher bekräftigten ihr konkretes Interesse an Ort und Stelle, indem sie mit ihrer Unterschrift Urnenplätze im Vorerwerb orderten. „Für viele Menschen ist das ein wichtiger Punkt“, sagt Friedrich Bernstorf, Initiator und Koordinator des Projekts. „Man merkt die Resonanz. Es werden noch viel mehr werden. Selbst relativ junge Leute setzen sich mit dem Thema auseinander.“

Eine gute Idee, bestätigte Superintendent Holger Grünjes. „In Eigeninitiative kann viel gemacht werden, das Ergebnis ist einfach toll." Beharrlichkeit vor allem bescheinigte er der „Dynastie Bernstorf“, denn Vater Friedel Bernstorf und Sohn Paul waren auf der „Baustelle“ Urnenhain ständig zu sehen, Friedhofsgärtner und Förster wirkten mit. Heute zeigt sich das baumbestandene Friedhofsland mit Rundweg und fünf Bestattungsbereichen gepflegt, friedvoll, naturbezogen und mit blühendem Gehölz gestaltet. Kein Zeichen ist mehr sichtbar von der schweren Arbeit schon seit Ende 2015, Ordnung in die rund 2000 Quadratmeter Waldfläche mit Unterholz zu bringen.

Anfang 2016, als Friedhofsausschuss und Kirchenvorstand das Vorhaben genehmigt hatten, drehten sich die ersten Überlegungen um zwei alte Eichen am Rand des Geländes, um die herum im Kreis Urnenplätze in kleinerer Anzahl hätten angelegt werden können. Die jetzige Gestaltung gibt Urnen unabhängig von Einzelbäumen ihren Platz. Das ist mit Eichenstamm-Stelen gelungen, die die Namensschilder der dort Bestatteten tragen. So sind mehr als 100 Plätze vorgesehen. „Aber 150 sind möglich“, hat Bernstorf aufgrund der Vermessung des Friedhofslandes festgestellt. Die Eichenstelen übrigens stammen von einer alten Eiche vom Gelände der Negenborner Kapelle.

Auch 30 Buchen gehören zum Baumbestand auf dem Urnenhain. „Langfristig sollen sie die noch vorhandenen Fichten ersetzen“, verdeutlicht Bernstorf. Nadelgehölze seien als Flachwurzler für Urnenhaine wenig geeignet. Auf ein Programm der Landeskirche, Biodiversität zu fördern, weist Gero Wiechert hin. Der Vorsitzende des Friedhofsausschusses der Kirchengemeinde hat sich schon informiert: „Da gibt es Workshops zur pflanzlichen Entwicklung“.

Etwa 25 Beerdigungen fallen bislang im Schnitt jährlich auf dem Brelinger Friedhof an, weiß Bernstorf. Doch die Nachfrage nach Urnenplätzen gehe längst über Brelingen und Mellendorf hinaus. „Aber das können wir nicht leisten“, gibt er zu bedenken. Insofern mache es zurzeit auch keinen Sinn, die 6000 Quadratmeter Nachbaracker der Kirche schon im Kopf zu haben, falls eine Erweiterung irgendwann notwendig werden sollte. „Hier ist im Moment viel Platz auf dem Hain.“

Eingezäunt wurde der Urnenhain zu guter Letzt noch, und neben der Friedhofskapelle steht ein neu errichtetes Klinkerhaus mit Sanitärbereich Friedhofsbesuchern offen. Die ersten offiziellen Besucher, die zu einem Rundgang und einer Tasse Kaffee eingeladen waren, würdigten alles gern bei der Übergabe mit Superintendent Holger Grünjes und Pastorin Debora Becker, und alle Seiten nahmen sich Zeit für Gespräche und Informationen.

Im Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen ist die Brelinger Kirchengemeinde mit dem Urnenhain weit voraus. Auch auf den kommunalen Friedhöfen in der Wedemark gibt es das Angebot nicht.

Mit den Baumbestattungen geht die Brelinger Kirche auch ihren Weg der pflegeleichten Gräber weiter. Künftig werden auf dem Brelinger Friedhof neben den traditionellen Bestattungsformen und den vor elf Jahren eingeführten pflegeleichten Rasengräbern für Sarg- und Urnenbestattungen auch die so genannten Sockelgräber eingeführt. Diese Sarg- oder Urnengrabstellen erhalten einen Grabstein auf einer Sockelplatte, aber keine Einfassung.

Broschüre zum Urnenhain liegt aus

Fast noch druckfrisch liegt das Faltblatt der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Martini Brelingen zu den erweiterten Bestattungsmöglichkeiten auf dem Brelinger Friedhof aus. Ein Urnenhain mit einer Fläche von rund 2000 Quadratmetern und mindestens 100 Urnengrabstellen steht jetzt zur Verfügung. Dort können Einwohner aus der Kirchengemeinde Brelingen, zu der auch die Dörfer Negenborn und Oegenbostel gehören, bestattet werden. Außerdem unterhält St. Martini eine pfarrgemeindliche Verbindung mit der St.-Georgs-Kirche in Mellendorf; darauf ist nun auch das Einzugsgebiet für Bestattungen im Urnenhain ausgeweitet.

Das Faltblatt vermittelt die wichtigsten Informationen zum Brelinger Friedhof und dem Urnenhain. Es ist in der St.-Martini-Kirche in Brelingen und in der Kapelle in Negenborn sowie im Pfarramt in Mellendorf zu bekommen. Interessierte können sich mit Fragen auch direkt an das Pfarramt in Brelingen wenden, Telefon (05130) 2270 und per E-Mail an kg.brelingen@evlka.de.

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Von Urusla Kallenbach

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