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Bürger protestieren gegen Straßensanierung

Resse Bürger protestieren gegen Straßensanierung

Die Anwohner der Veilchenstraße in Resse wollen nicht, dass ihre Straße grundsaniert wird. Sie fürchten die hohen Kosten. Die Gemeinde aber pocht auf einen gültigen Ortsratsbeschluss und fachliche Erkenntnisse.

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Reparatur ja, aber bitte keine Grundsanierung: Norbert Richter deutet auf eine Absenkung in der Veilchenstraße in Resse.

Quelle: Roman Rose

Wedemark. Am 17. November hatten sich die Anwohner zunächst mit einem Brief an den Ratsvorsitzenden Heinz Peterburs gewandt. Wolf Gogoll hatte in ihren Auftrag die Bitte formuliert, der Beschluss über die Grunderneuerung solle rückgängig gemacht werden. Bürgermeister Helge Zychlinski stellte daraufhin in einem ausführlichen Schreiben, das der Nordhannoverschen vorliegt, die Position der Verwaltung dar.

Grundsätzlich stellt er fest, dass er als Bürgermeister die Entscheidung zur Erneuerung von Straßen treffe. Der Ortsrat lege die Reihenfolge fest, die Entscheidung zur Erneuerung der Veilchenstraße sei nach mehrfacher Beratung am 16. Februar 2016 dort einstimmig gefallen.

Weiter schreibt er den Anliegern, dass die Verwaltung den Straßenzustand grundsätzlich kritisch sieht. Der Untergrund sei von eingedrungenem Wasser irreparabel geschädigt, Reparaturen hätten in den vergangenen acht Jahren bereits mehr als 10 000 Euro gekostet. Aber es bleibe dabei: Wasser versickere nicht ausreichend. Eine Kostenumlage auf breitere Kreise als die Anlieger sei bei einer Anliegerstraße nicht vermittelbar.

Auch den Vorwurf, dass die Gemeinde die Anlieger nicht ernst nehme, weist Zychlinski zurück. Das Gegenteil sei der Fall. Mehrfach sei im Ortsrat über die Probleme berichtet worden, so am 15. Oktober 2012. Man habe die Veilchenstraße dann zwei Jahre lang beobachtet, Untersuchungen beauftragt, die Ergebnisse geprüft. Der Entscheidung zur Grunderneuerung liege somit ein sehr präzises Bild der Straße zugrunde. Zudem seien Vorschläge der Anlieger aufgenommen worden.

Differenzen bei Frage der Wasser-Versickerung

Diesen Brief wollte Gogoll im Namen der Anlieger so nicht stehenlassen und hat erneut geschrieben, auch dieser Brief liegt der NHZ vor. Der Tenor: Weniger Aufwand würde reichen.

Niemand stelle infrage, dass die Straße schlecht sei, dass sie aber angesichts anderer dringlicher Ausgabeerfordernisse der Gemeinde ausgerechnet grundsaniert werden solle, mache sprachlos, schreibt er. Anders als im Rathaus sei man der Ansicht, dass selbst nach stärkeren Regenfällen das Wasser „brav“ versickere. Auch sei richtig, dass die Anlieger bei einer Versammlung im November 2015 unterrichtet worden seien. Ihr heftiger Protest gegen eine Grundsanierung sei ihm als Verwaltungschef aber offenbar nicht mitgeteilt worden. Leider sei der Bürgermeister auf wesentliche Argumente der Anlieger nicht eingegangen: So habe es die Gemeinde seit mehr als 30 Jahren versäumt, notwendige Reparaturen sofort durchzuführen. Die genannten 10 000 Euro für Reparaturen sind nach Ansicht der Anlieger wegen Pfusch notwendig geworden. Einige Schäden seien überdies nicht durch alle Anlieger, sondern durch Einzelne verursacht worden.

Nicht zuletzt werde die Straße heute von 30-Tonnern der Müllabfuhr befahren, obwohl sie seinerzeit nur für maximal Zehntonner gebaut worden sei, sagt Anlieger Norbert Richter. „Manche von uns haben zur Veilchenstraße noch nicht einmal eine Gartenpforte und sollen mitbezahlen“, ärgert er sich.

Falls es in der Sache kein Zurück mehr gibt, wollen die Anlieger gegebenenfalls gegen die Rechnungen vorgehen.

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