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Ausflug: Museumsteam holt sich Anregungen

Wedemark Ausflug: Museumsteam holt sich Anregungen

Die Arbeit an weiteren Projekten ruht nicht: Das Ausstellungsteam des Richard-Brandt-Heimatmuseums in Bissendorf hat sich jetzt bei einem Ausflug nach Wieckenberg und Winsen Anregungen für die eigenen Arbeit geholt.

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Auf dem Museumshof in Winsen steht ein Ausstellungsstück aus dem Richard-Brandt-Museum in Bissendorf.

Quelle: privat

Wedemark. 13 Mitglieder waren zu Gast auf dem Museumshof Winsen (Aller). Sie besichtigten zudem die Stechinellikapelle in Wietze-Wieckenberg. Diese hat einen engen Bezug zum Gutshof in Elze, der erst 1962 in den Besitz der Kirche übergegangen war. 1678 erwarb Franciscus Maria Cappelini, genannt Stechinelli (gesprochen Stekkinelli) den Bau aus dem Jahre 1570. Herzog Georg Wilhelm hatte seinen italienischen Günstling 1656 von einer Italienreise mitgebracht und von 1684 bis 1694 auch als Amtsvoigt in Bissendorf eingesetzt.

Der venezianische Francesco Cappelini, genannt Stecchinelli (der kleine niedliche Hagere), machte in Celle Karriere als politischer Agent für Wien, als Kurier nach Rom oder zu anderen europäischen Höfen. Er war auch Großhändler in Tuchen und Weinen. So wurde er ziemlich reich und stieg 1678 als Franz Cappelini, genannt Stecchinelli, zum Generalpostmeister im Fürstentum Lüneburg/Celle auf. Er ließ 1692 die sehr schöne Kapelle in Wieckenberg bauen.

Aus der Geschichte des Elzer Gutshofs ist auch überliefert, dass vor Ort schon zu Stechinellis Zeiten das bekannte hannoversche Bryhanbier gebraut wurde. Aus dem Jahr 1836/37 existieren noch originale Bierbestellungen für das Bissendorfer „Scheibenbier“, das Schützenfest in Bissendorf.

Die Kapelle in Wieckenberg ließ Stechinelli neben dem Gut errichten. „Sie sollte ihm als Katholiken im protestantischen Herzogtum die Religionsausübung ermöglichen“, erfuhr der Wedemärker Museumsleiter Karl-Hans Konert mit seiner Gruppe bei dem Besuch. Die Kapelle wurde nicht im Stil einer ortsüblichen Kirche sondern eher als eine ländliche Scheune errichtet, um nicht auf den ersten Blick als Gotteshaus erkennbar zu sein.

Stechinelli starb noch vor der Fertigstellung seiner Kapelle, die auf seinen Wunsch hin dann als evangelisches Gotteshaus genutzt wurde. Erklärt wurde dem Wedemärker Museumsteam dort auch die Inschrift über dem Eingang zur Kapelle. „Da die Norddeutschen nicht in der Lage waren, dieses italienische Wort, vor allem das „ch“, korrekt auszusprechen, ließ die Familie über dem Eingang zur Kapelle den Namen mit ck schreiben, also Steckinelli, berichtet Konert. Auch auf dem Museumshof in Winsen fand das Team einen Bezug zur Wedemark.

Beim Rundgang über den Hof entdeckten die Gäste auf einem alten Schäferkarren ein kleines Schild, dass es sich um eine Leihgabe des Richard-Brandt-Heimatmuseums handele. „Dort hat ein wichtiges Ausstellungsstück einen idealen Platz gefunden, den wir um den Museumsstandort in Bissendorf mangels Außengelände nicht bieten konnten“, stellt Konert erfreut fest. Insgesamt habe der Blick über den Tellerrand viel Wissenswertes erbracht und zum guten Klima im Museumsteam beigetragen.

„Wir sind aber inzwischen keineswegs untätig“, betont er. Nach Abschluss des ersten Teils der im Museum installierten Bildschirmpräsentation mit Kurzinterviews von Wedemärkern gehe es jetzt an den zweiten Teil mit Darstellungen zur Geschichte. Das Museumsteam möchte damit möglichst bis nach der geplanten Weihnachtsausstellung fertig werden. Auch diese Schau bereitet das Team um Peter Schulze bereits vor.

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Die Stechinellikapelle hat einen engen Bezug zum Gutshof in Elze.

Quelle: privat
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