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Bei so viel Gelb sehen
 Pferdebesitzer rot

Wedemark Bei so viel Gelb sehen
 Pferdebesitzer rot

Pferdezüchter sehen zurzeit rot, wenn sie Gelb sehen: Auf Brachflächen und entlang von Straßen und Wegen blüht das Jacobskreuzkraut, das Pferden gefährlich werden kann, besonders üppig. Es im Zaum zu halten, ist aufwendig.

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Üppig blüht das Jacobskreuzkraut zurzeit auf vielen Brachflächen im Norden der Region.

Quelle: Martin Lauber

Wedemark/Burgwedel/Isernhagen. Wegen des vielen Regens entwickelt sich das gefürchtete Kraut in diesem Jahr besonders gut. Die Umweltbeauftragte der Gemeinde Wedemark, Ursula Schwertmann, wird in diesen Tagen von vielen Seiten auf das Thema angesprochen. Ihre eigenen Ausgleichsflächen habe die Kommune, bevor die Blüten aussamen können, mähen lassen, berichtet sie.

Auch die Stadt Burgwedel lässt zum Beispiel ihre Streuobstwiesen rechtzeitig mähen. An Wegrändern malen die Blütenstände des Jacobskreuzkrautes derzeit gelbe Bänder in die Landschaft. „Es ist viel schlimmer geworden, sogar im Wald gibt es jetzt das Jacobskreuzkraut“, berichtet Anna Jacob vom Westernreitverein Oldhorst. Aus Naturschutzsicht würden viele Wegränder erst später gemäht, bestätigt auch die Umweltbeauftragte der Wedemark. Private Grundstückseigentümer könnten sie aber nicht dazu zwingen, tätig zu werden.

Im Hinblick auf das Jacobskrauzkraut entlang der Kreisstraßen bleibt zum Beispiel die Region Hannover gelassen: „Heimische Pflanzen müssen nicht angegangen werden“, sagt Sprecher Klaus Abelmann. „Es gibt sogar einen Schmetterling, den Blutbären, der auf diese Pflanze angewiesen ist“, weiß Ursula Schwertmann. Trotzdem lässt sie die Gemeindewege teilweise auch früher mähen, eine Kontrolle aller Wege sei aber unrealistisch. Anlieger sollten selbst aktiv werden, regt sie an.

Auf größeren Grünland- oder Brachflächen vor allem in der Nähe von Weiden sollten die Eigentümer die Ausbreitung des Krauts eindämmen. Zur Selbsthilfe greifen vor allem die Pferdeleute selbst. Pferdebesitzerin Nicole Williges war auf ihrer Koppel in F.B. im Frühjahr nach eigenen Angaben jeden Tag mit dem Unkrautstecher unterwegs. Anna Jacob hat die zwei Hektar große Weidefläche ihres Vereins mit 20 Helfern zwei Stunden lang manuell von Jacobskreuzkraut befreit.

Elke Gerns-Bätke vom Reit- und Fahrverein Isernhagen (RuF) sagt: „Unser Grünland ist gut in Schuss, weil wir im Frühling die Pflanzen ausstechen oder spritzen.“ Für jeden der zehn Hektar des RuF würden beim Spritzen 90 Euro fällig. Die größeren Grünlandflächen sind in der Regel Erholungsgebiet – wie im Wietzepark – oder an Landwirte verpachtet und werden zur Heugewinnung genutzt. Das ist aber nur möglich, wenn sie frei von Jakobskreuzkraut sind.

Im Futter wird es gefährlich

Das eigentliche Problem mit der mehrjährigen Pflanze: Sie enthält Pyrrolizidinalkaloide, auf die Pferde und Wiederkäuer, vor allem Rinder, toxisch reagieren. Über den Zeitraum der Aufnahme des Krautes sammelt sich der Giftstoff in der Leber an, was zur Schädigung der Leberzellen führen kann. Normalerweise meiden die Tiere aufgrund seines bitteren Geschmacks das Jacobskreuzkraut. Wenn jedoch die Weideflächen abgegrast sind, kann es passieren, dass die Pferde aus Hunger an der Pflanze knabbern. Außerdem verliert das Kraut in Heu und Silage seine Geschmackseigenschaften, wodurch die Pflanze von den Tieren nicht mehr erkannt wird.elg

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Für Pferde kann das Jacobskreuzkraut gefährlich werden - besonders, wenn es mit der Heumahd ins Futter gerät.

Quelle: Martin Lauber

Von Ursula Kallenbach und Laura Ebeling

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