Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
Turm als Refugium für Vögel und Fledermäuse

Negenborn Turm als Refugium für Vögel und Fledermäuse

Es ist vollbracht: Nach zwei Jahren und rund 300 Stunden ehrenamtlicher Arbeit hat der Nabu Wedemark den Ausbau des alten Trafoturms in Negenborn als Refugium für Vögel und Fledermäuse abgeschlossen. Bei Kaffee und Kuchen begutachteten Mitglieder, Vertreter des Ortsrates und der Region das Werk an der Werner-von Negenborn-Straße.

Voriger Artikel
Sparkasse korrigiert Umbauzeitplan
Nächster Artikel
Einbrecher stehlen Sportbekleidung

Im umgerüsteten Trafoturm von Negenborn sollen sich Vögel und Fledermäuse ansiedeln.

Quelle: Roman Rose

Wedemark. Jahrzehntelang diente der Turm Baujahr 1950 der Stromversorgung Negenborns, war dann dank fortschreitender Technik überflüssig geworden. Gemeinsam mit den Einwohnern wollten der Nabu und die Gemeinde das Gebäude als Rückzugsmöglichkeit für allerlei geflügelte Dorfbewohner weiternutzen. So bauten Vereinsmitglieder unter der Führung von Projektleiter Detlef Schwertmann Nistkästen für Turmfalken und Eulen ins Innere, konstruierten ein kleines Labyrinth für Fledermäuse, schraubten draußen in luftiger Höhe viele kugelige Behausungen an, wie Mehlschwalben sie lieben, und noch darüber eine Reihe von Holzkästen für Mauersegler.

Draußen an einer Gebäudeseite fällt dem Betrachter ein Brett in Lamellenoptik ins Auge. "Dahinter fühlen Fledermäuse sich wohl, und sie können durch ein Loch ins Innere krabbeln", erläuterte Schwertmann. Ein Stück darüber brachten die Nabu-Aktiven ein Anflugbrett für Turmfalken an. Von dort aus kann nicht zuletzt der Nachwuchs schon mal einen Blick in die Umgebung riskieren, bevor er sich das erste Mal der Luft und der Kraft seiner Flügel anvertraut. Wo früher Stromleitungen in den Turm geführt wurden, können nun Schleiereulen durchschlüpfen, es könnten aber auch Waldkäuze werden, wie der Nabu an seinem Turm bei Brelingen schon beobachtete.

Im Inneren zog der Nabu zudem zwei Plattformen aus Holz ein, so dass der Turm einigermaßen gefahrlos über zwei Leitern erklommen werden kann. Das soll überwiegend zur Pflege der Nisthilfen in größeren Abständen geschehen, jedoch können neben der Naturschutzjugend (Naju) auch Schulklassen sich für Besichtigungen beim Nabu anmelden - wenn denn erstmal Leben in den Turm eingezogen ist, und außerhalb der Brutzeit von April bis Juni. Bisher haben nur Hunderte Fliegen den Turm für sich entdeckt. Regelmäßige Öffnungszeiten sind nicht geplant. "Wenn wir Erfolge bei der Besiedlung sehen, könnte man eventuell eine Webcam anbringen", meinte Schwertmann.

Damit sofort erkennbar ist, wer sich um den Turm kümmert und wozu er dient, schraubte er den Nabu-Schriftzug über der Tür an und auf das Türblatt eine große Edelstahl-Infoplatte. Auf frische Farbe auf dem alten Außenputz will der Verein verzichten. Wenn jemand im Dorf unbedingt pinseln möchte, hat er aber auch nichts dagegen.

Region fördert Projekt mit 2500 Euro

Mit dem Umbau des Trafoturms gelang dem Nabu auch eine Premiere: Es ist das erste Objekt dieser Art, das die Region Hannover mit 2500 Euro fördert - im Rahmen ihres Biodiversitätsprogramms. "Das Artenschutzprojekt passte genau ins Programm, schließlich sind alle Fledermausarten bedroht", erläuterte Günter Wendland von der unteren Naturschutzbehörde. Das Programm gibt es seit zwei Jahren. Gefördert werden Vorhaben von Kommunen und Verbänden, nicht von Privatleuten. Das Geld wird vom Regionsparlament jährlich neu bewilligt. Für 2017 stehen nach den Worten von Wendland erneut 100.000 Euro zur Verfügung.

doc6ruzv01qee81l31zrdeb

Fotostrecke Wedemark: Turm als Refugium für Vögel und Fledermäuse

Zur Bildergalerie
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6sn9k2dfml0goc42dfd
Auf dem Wertstoffhof landet nicht nur Müll

Fotostrecke Wedemark: Auf dem Wertstoffhof landet nicht nur Müll