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Baumschutz: Rat akzeptiert Bürgervotum

Wedemark Baumschutz: Rat akzeptiert Bürgervotum

Seit der Kommunalwahl steht fest: Die Mehrheit der Wedemärker spricht sich gegen eine Baumschutzsatzung aus - diesem Votum beugte sich der Rat am Montag einmütig und hob einen Mehrheitsbeschluss vom April auf

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Auch in Zukunft soll keine Satzung die Bäume in der Wedemark schützen - diesem Votum der Bürger folgte am Montag der Rat einstimmig.

Quelle: Kallenbach

Wedemark. Mittelfristig wollten Rot-Grün im Rat eine Baumschutzsatzung erlassen, um unter anderem bestimmte Bäume mit einem Durchmesser von 48 Zentimetern dauerhaft vor der Kettensäge zu retten. Als Zwischenschritt beschlossen beide Fraktionen im April die "Satzung über die einstweilige Sicherstellung schützenswerter  Landschaftsbestandteile". Damit wollten sie verhindern, dass Wedemärker kurzfristig besondere Bäume fällen und so den geplanten Dauerschutz umgehen. 

Angesichts des anhaltenden Protestes der anderen Fraktionen und der Bürger lenkte die Ratsmehrheit ein und folgte dem Vorschlag, die Stimmung der Wähler abzufragen - zur Kommunalwahl am 11. September. Dabei lehnten knapp 68 Prozent der Wähler, die ihre Stimme abgegeben hatten, eine Baumschutzsatzung und damit auch die im April beschlossene Drucksache ab. 

Die Bürgerbefragung habe ein klares Votum ergeben, sagte Bürgermeister Helge Zychlinski und fügte hinzu: "Ich habe immer gesagt, dass ich das Votum akzeptiere." Deshalb werde die verabschiedete Satzung im April nun wieder aufgehoben. Der Beschluss werde in der nächsten Woche veröffentlicht, dann sei sie nicht mehr gültig. 

"Eine Baumschutzsatzung sichert nicht den Bestand an vorhandenen Bäumen, sondern verringert ihn vielmehr", sagte Hans-Joachim von Einem (CDU). Denn die Bürger würden einen Baum fällen, ehe er unter die Vorgabe der Satzung falle. Diese sah vor, dass Bäume unter Schutz stünden, deren Stammumfang bei einem Meter Höhe bei 1,50 Meter liegt. Sein Wunsch nach der Diskussion: "Vielleicht wächst die Anerkennung für jene, die diese Bäume erhalten." Erik van der Vorm (FDP) kritisierte noch einmal die Fragestellung: Wollen Sie ortsbildprägende Bäume erhalten? Eine solche Formulierung könne eigentlich jeder nur mit einem Ja beantworten, ähnlich wie die Frage: Wollen Sie eine Gehaltserhöhung? "Die Wedemärker aber haben durchschaut, dass es um die Baumschutzsatzung geht." Das finde er gut.

Die Grünen akzeptierten das Ergebnis, sagte Wilhelm Lucka (Grüne), aber: 42 Prozent wolllten eine Satzung. Daraus erwachse eine Aufgabe, zumal es in Bissendorf sogar eine Mehrheit gegeben habe. "Dieser Ausreißer ist nicht unerklärlich", sagte Lucka. Denn es zeige, dass die Pflege von alten Bäumen keine Selbstverständlichkeit bei jenen sei, die Grundstücke als Investor oder Neubesitzer nutzten. "Sie haben zum Teil ein anderes Verhältnis zu den Bäumen, das wird zunehmen." Deshalb müsse der neue Rat beispielsweise beim Aufstellen von Bauleitplänen rechtssichere Möglichkeiten prüfen und nutzen, um ortsbildprägende Bäume weiterhin zu schützen. "Wir stimmen schweren Herzens zu", sagte Lucka - diese Entscheidung bezeichnete van der Vorm als bemerkenswert.

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