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Rat will Fällung vor Toresschluss verhindern

Wedemark Rat will Fällung vor Toresschluss verhindern

Zum vorläufigen Schutz von großen, alten Bäume in der Wedemark hat die Fraktion der Grünen im Gemeinderat eine Satzung mit Sofortwirkung durchgesetzt. Sie soll Bäume schützen, bis eine Baumschutzsatzung gilt, weil schon bald viel gebaut werden soll. Die Meinungen sind geteilt.

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Große Bäume dürfen schon jetzt nicht mehr gefällt werden, obwohl noch keine Baumschutzsatzung gilt.

Quelle: Ursula Kallenbach

Wedemark. Die große Eiche in Bissendorf, die bei den Planungen des Investors de Groot in die öffentliche Aufmerksamkeit geriet, nannte Fraktionschef Ingemar Becker als nur ein Beispiel – wenn auch der Baum weiterhin erhalten ist. „Das Fällen von Bäumen betrifft uns immer wieder“, begründete Becker den Antrag für diese Satzung. „Wir wollen eine Anzahl von ortsbildprägenden Bäumen schützen.“
Angeführt werden in einer Liste 19 Baumarten von Bergahorn über Rotbuche bis zu Walnuss und Winterlinde. Genau genommen soll die Satzung erst einmal nur „die einstweilige Sicherstellung schützenswerter Landschaftsbestandteile“ – nämlich dieser Bäume – garantieren. Denn parallel soll die Verwaltung eine umfassende Baumschutzsatzung für das ganze Gemeindegebiet erarbeiten, ein seit Jahren umstrittenes Ziel.

Damit nun nicht Grundstückseigentümer im Vorfeld sich mancher Bäume noch entledigen, wird die Satzung eingeführt – bußgeldbewehrt. Sichergestellt sind große, einheimische Laubbäume mit einem Stammumfang von mindestens 150 Zentimetern, gemessen einen Meter über dem Boden.

Gegen eine solche Satzung vor einer Baumschutzsatzung, die es noch nicht gebe, wendete sich für die CDU-Fraktion Joachim von Einem. Die CDU stimme nicht zu; der Eingriff in die Rechte der Bürger sei gravierend. So argumentierte auch FDP-Vertreter Erik van der Vorm. Er führte zudem an, dass gerade bei der Bissendorfer Eiche der Investor selbst den Baum ja schützen wollte. Van der Vorm betonte, er habe eher Vertrauen in die Bürger, dass sie Bäume nicht beseitigen. Für seinen Antrag, den Punkt abzusetzen und stattdessen eine Bürgerbefragung zu organisieren, fand der FDP-Politiker dieZustimmung der CDU, aber keine Ratsmehrheit.

„Es geht mit dieser Satzung darum, dass wir in Ruhe eine Diskussion über eine Baumschutzsatzung führen können. Das können wir nicht, wenn wir nicht verhindern, dass inzwischen ohne Not Bäume niedergemacht werden“, stellte der SPD-Fraktionsvorsitzende Jürgen Benk fest. Die Sicherstellungssatzung ist nun mit den Stimmen von SPD und Grünen beschlossen.

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