Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Abbenser Hof-Ruine weicht neuen Wohnungen

Abbensen Abbenser Hof-Ruine weicht neuen Wohnungen

Das juristische Gezerre um die Hofstelle ist zu Ende, die Gemeindeverwaltung und die großen Ratsfraktionen stehen voll hinter den Plänen: Hans-Joachim und Margret Naumann aus Abbensen wollen ihren ehemaligen Hof an der Alten Zollstraße abreißen lassen. Ein Investor soll auf etwa einer Handvoll Grundstücken Wohnhäuser bauen.

Voriger Artikel
Trotz Sofortfahndung: Zigarettendiebe entkommen
Nächster Artikel
Gisela Schwarz tanzt auch noch mit 90 Jahren

Margret (von links) und Hans-Joachim Naumann unterhalten sich mit Jürgen Benk, Helge Zychlinski, Wolfgang Kasten und Susanne Brakelmann über die neu zu bebauenden Flächen der ehemaligen Hofstelle.

Quelle: Roman Rose

Wedemark. Diese Pläne stellten die Naumanns am Montagnachmittag in einem Pressegepräch vor Ort vor. Die weiteren Teilnehmer dieser Runde standen gleichzeitig für den Rückhalt, den das Projekt in Politik und Verwaltung genießt: Bürgermeister Helge Zychlinski war zusammen mit Bauplanungsteamleiter Holger Zorn da, Jürgen Benk als Chef der SPD-Ratsfraktion, Susanne Brakelmann für die CDU-Ratsfraktion zusammen mit Fraktionskollege Wolfgang Kasten, der gleichzeitig stellvertretender Ortsbürgermeister von Abbensen ist. Sie alle sind mehr als froh, dass die wenig ansehnliche Fläche sich zu einem zeitgemäßen, überschaubaren Wohngebiet entwickeln soll. Die Anlieger werden einbezogen. Ein nichtöffentlicher Infoabend mit ihnen ist für den 18. August angesetzt.

Die ehemalige Hofstelle ist nach Angaben der Naumanns 1,09 Hektar groß. Was derzeit darauf steht, ist zum allergrößten Teil baufällig. Als markantestes Gebäude fällt schon beim Vorbeifahren auf der Alten Zollstraße eine Fachwerkhaus-Ruine ins Auge. Türen sind zugenagelt, Farne wuchern vor einem Eingang, Fensterscheiben sind schon lange kaputt und als Krönung klafft im Dach ein riesiges Loch, als wäre ein Bus aus dem Himmel hineingestürzt.

Zahlreiche weitere Gebäude, Ställe und Gülletanks stehen auf dem Gelände, im nördlichen Teil erstreckt sich eine große betonierte Fläche. "Alles kommt weg", sagt Margret Naumann. Sie und ihr Mann sondieren derzeit bei Abbruchunternehmern, was das alles kostet. Verschärfend kommt hinzu: Es wurde seinerzeit einiges an Asbest verbaut. Ein Investor soll dann den Neubeginn umsetzen - allerdings nach den Vorgaben der Gemeinde, wie Zychlinski betonte. Dazu werde ein Bebauungsplan auf den Weg gebracht.

Die künftigen Grundstücke sollen ortstypisch groß sein, vielleicht 800 bis 1000 Quadratmeter, so die ersten Gedanken. Dann würden etwa acht bis zehn Grundstücke und Häuser entstehen. Der Bodenrichtwert liegt dort bei 105 Euro pro Quadratmeter. Der größte Wunsch der Naumanns: "Dass es wieder schön wird", sagt Margret Naumann.

Nervenkrieg im Rechtsstreit

Den neuen Plänen ging ein langer Rechtsstreit mit dem früheren Bewirtschafter des Hofs voraus, berichteten die Naumanns. Sie hatten den Hof 1960 gepachtet, 1968 gekauft und bis 2005 selbst geführt. Auf Leibrentenbasis habe man ihn dann weitergegeben, sagte Hans-Joachim Naumann, der als damals 65-Jähriger auf einen ruhigen Lebensabend hoffte. Daraus sollte nichts werden. Der Nachfolger habe Probleme gehabt, zahlte irgendwann keine Leibrente mehr, der Hof verfiel.

Die Naumanns hatten zwar den Passus im Vertrag, dass der Hof dann an sie zurückfallen würde, doch ihr Recht mussten sie jahrelang über mehrere Instanzen erstreiten. Nun haben sie Recht bekommen, stehen allerdings zwischen Ruinen. "Wir hatten damals 220 Stück Rindvieh übergeben, alle Gebäude mit dem kompletten Inventar und eine ausstehende Ernte", erinnert sich Margret Naumann. "Wir gucken jetzt nach vorn", sagt Hans-Joachim Naumann.

doc6quzdo5y7811hz7nt4wg

Fotostrecke Wedemark: Abbenser Hof-Ruine weicht neuen Wohnungen

Zur Bildergalerie
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6sn9k2dfml0goc42dfd
Auf dem Wertstoffhof landet nicht nur Müll

Fotostrecke Wedemark: Auf dem Wertstoffhof landet nicht nur Müll