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Neue Details erhöhen Kosten für die Moorgeest

Wedemark, Neustadt, Langenhagen Neue Details erhöhen Kosten für die Moorgeest

Verfeinerte Technik liefert jetzt genauere Daten für das Moor - und hat Mehrkosten zur Folge. Auch die Grundstückspreise spielen eine Rolle. So werden sich die Kosten für die Renaturierung der Moorgeest von bisher angenommenen 11,4 Millionen Euro voraussichtlich auf 14,5 Millionen Euro erhöhen.

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Viele alte Moorgräben sind durch Laser-Scan-Befliegung von oben entdeckt und genauer vermessen worden.

Quelle: Kallenbach

Wedemark. Diese aktuellen Zahlen für das EU-geförderte Life+-Projekt mit dem Bissendorfer und Resser Moor, dem Otternhagener und dem Helstorfer Moor hat das niedersächsische Umweltministerium jetzt auf anfrage dieser Zeitung bestätigt. Nach derzeitigem Kenntnisstand und Fortgang des Flurbereinigungsverfahrens sowie der Planung der wasserbaulichen Arbeiten sei mit der Kostensteigerung von rund 3,15 Millionen Euro zu rechnen, sagte die stellvertretende Pressesprecherin des Ministeriums, Dunja Rose.

Das Überfliegen mit einem Laserscanner erbrachte eine vielfach verbesserte Datenbasis zu Details der Moorgelände. Es lieferte eine äußerst genaue Karte über die Bodenerhebungen und die Bodenmassen. „Und viele alte Moorgräben waren besser zu erkennen“, verdeutlicht Projektleiterin Susanne Brosch vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). „Das alles hat zu Änderungen bei den Längen und Höhen der Dämme und bei den Grabenverschlüssen im Projektgebiet geführt. Insofern weicht die Erdmassenberechnung auch ab gegenüber unserem ersten Pflege- und Entwicklungsplan.“Dieser Plan war Grundlage, als das Projekt bei der EU beantragt wurde. Die neueren technischen Daten wie auch neue Erkenntnisse im Moorschutz sind nun in die Planungen der wasserbaulichen Arbeiten mit aufgenommen; daraus resultieren höhere Kosten bei der Bauausführung als kalkuliert.

Höhere Kosten, als in dem Antrag veranschlagt, verursacht im Zuge der Flurbereinigung auch der Landankauf von Flächeneigentümern in den Mooren. Als Gründe dafür nennt das Ministerium im Wesentlichen die stark gestiegenen Grundstückspreise im Zuge der anhaltenden Niedrigzinsphase. Am Grundprinzip der Freiwilligkeit und der Wahlmöglichkeit für die Grundstückseigentümer der Moorflächen - Verkauf, Tausch oder Gestattung der Renaturierungsarbeiten- werde festgehalten, versichert das Ministerium, „und die Mehrkosten müssen kompensiert werden“.

Anders als vorausgesehen, wollen deutlich mehr Flächeneigentümer Moorbesitz von innen gegen Flächen außerhalb tauschen. Mehrkosten für das Land entstünden jedoch dadurch nicht, betont das Ministerium. Ein besonderer finanzieller Ausgleich belastet ebenfalls die Landeskasse: Eigentümer entkusselter Flächen – auf denen also die Bäume bei der Moorpflege bereits entfernt wurden – sollen nicht schlechter gestellt werden, als Eigentümer nicht entkusselter Flächen, die jetzt noch über Wald auf den Flächen verfügen. Dies war 2010 in einer grundlegenden 12-Punkte-Vereinbarung festgelegt worden. Betroffenen privaten Grundstückseigentümern wird ein Ausgleichsbetrag als eine Billigkeitsleistung des Landes gewährt. Die Finanzierung eines Ausgleichs aus EU-Geldern ist unzulässig, auch Nachzahlungen sind ausgeschlossen.

Insofern nutzt das Land erst einmal Einsparmöglichkeiten. „Der dann noch verbleibende Mehrbetrag wird anteilig vom Land Niedersachsen und der Region Hannover übernommen“, heißt es aus dem Umweltministerium. Die zusätzlich benötigten Haushaltsmittel seien bereits in den Landeshaushalt eingestellt. Die gute Nachricht aus dem Ministerium: Es wird zu keinen Verzögerungen im Projektablauf kommen.

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