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Diese Künstler bewegen schwere Baumstämme

Bissendorf-Wietze Diese Künstler bewegen schwere Baumstämme

Dafür, dass die Wedemärker Skulpturentage über all die Jahre so kontinuierlich von einem Holzbildhauer in Bissendorf-Wietze veranstaltet wurden, soll die nun anstehende 13 als Glückszahl gedeutet werden: Wieder organisiert Bernd Laudage das viertägige Arbeitstreffen von Holzkünstlern aus Niedersachsen.

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In der Arbeitswerkstatt unter dem Zeltdach warten viele Hölzer auf ihren Schliff.

Quelle: Kallenbach

Wedemark. Auf dem Waldgrundstück - dann gut ausgeschildert - an der Burgwedeler Straße rechter Hand aus Richtung Bissendorf werden vom 27. bis 30. August bei den 13. Wedemärker Skulpturentagen Motorsägen und Beitel angesetzt, wobei der letzte Tag schon der ruhigere Ausstellungstag mit den angefertigten Skulpturen sein soll. Neun Bildhauer mit Laudage selbst werden sich einzeln ans Werk machen und sich auch gegenseitig helfen.

„Wir sind ja einige Leute und können schwere Sachen bewegen“, verdeutlicht Laudage. Die meisten Künstler brächten ihr Holz mit - „teils auch richtig fette Stämme“. Aus der Wedemark sind außer Gastgeber Laudage auch Holger Köhnk und Marvin Ahrens dabei.

Es ist eine Arbeitssession - Besucher können aus der Nähe verfolgen, wie die Künstler aus Pappelholz und Mirabelle, Ahorn, Eichenstamm, Buche und Birke die unterschiedlichsten Skulpturen formen. „Das lange Gesicht“ ist eine der Skulpturen von Bernd Laudage. Viele frühere Holzarbeiten sind entlang eines Skulpturenpfades auf dem 5000 Quadratmeter großen Waldgelände anzuschauen - in ihrem normalen Alterungsprozess durch Wind und Wetter. Unbehandeltes Eichenholz wird grau, weichere Hölzer zersetzen sich und Pilze können wachsen.

„Ein Baum mit Rinde hält der Natur anders stand als eine behauene, geölte Skulptur“, sagt Laudage. So vermittelt er möglichen Käufern auch einiges Wissen über Materialeigenschaften: Obwohl Holzskulpturen aussehen wie Natur pur, sind sie doch nur unter bestimmten Voraussetzungen für einen Standort im Außenbereich geeignet. „Skulpturen verwittern in jedem Fall, das geht gar nicht anders“, sagt der Holzbildhauer. „Die schönsten Objekte für draußen sind aus Eiche. Sie halten verdammt lange und vergrauen nur wie Fachwerk.“

Laudage ist der einladende Künstler für das Arbeitstreffen, dem Besucher kostenfrei beiwohnen können. Ein Kaffee-und-Bratwurst-Event will er nicht zaubern, zumal er selbst auch tätig werden will. Interessierte können aber mit den Künstlern ins Gespräch kommen und sich Anregungen mitnehmen für eigene Versuche.

Die Künstler arbeiten täglich zwischen 10 und 18 Uhr. Die fertigen Werke werden in einer Ausstellung im Skulpturengarten am Sonntag, 30. August, von 10 bis 19 Uhr präsentiert. Der Eintritt ist frei. Fragen beantwortet Laudage vorab unter der Telefonnummer (05130) 8303.

Von Ursula Kallenbach

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