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Ehrenamtliche organisieren Möbellager

Meitze Ehrenamtliche organisieren Möbellager

Ein schlichter Backsteinbau an der Dorfstraße in Meitze beherbergt ein kleines Möbellager - und viel ehrenamtliches Zutun, um Flüchtlingen und Asylsuchenden das Ankommen in der Wedemark zu erleichtern. Ein Blick hinein war jetzt bei der CDU-Sommertour möglich.

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Das jetzige Möbellager diente bis etwa 1980 als gemeinschaftliches Dorf-Kühlhaus. Koordinator Klaus von der Brelie (Mitte) gibt Einblicke in die Hilfe für Flüchtlinge.

Quelle: Kallenbach

Wedemark. Eigentlich wechsele das Lager ständig sein Gesicht, sagt der Meitzer Klaus von der Brelie. Mal seien es mehr Möbel, mal mehr Küchengeräte, die hereinkommen und an die betroffenen Familien weitergereicht werden. In diesem Dorf ist es nur eine Großfamilie aus Montenegro - längst werden die Möbel aber in der Wedemark verteilt. Denn von der Brelie betreibt das Möbellager mit anderen Ehrenamtlichen seit 2014 als Koordinator des Arbeitskreises Spenden für den Runden Tisch Flüchtlinge in der Gemeinde. Die Kommune zahlt die Miete für das Lagergebäude von 75 Euro monatlich.

„Wir brauchen jetzt verkehrssichere Fahrräder und dringend auch Kinderwagen und Schulranzen“, richtet von der Brelie als Wunsch an Wedemärker, die gern etwas beitragen möchten, damit Flüchtlingsfamilien sich bald in ihrem Alltag zu Hause fühlen können. Viele Fahrräder seien schon gespendet worden. Es sei daran gedacht, dafür eine kleine Werkstatt in Meitze einzurichten.

Das ehrenamtlich betriebene Repair-Café Wedemark in Gründung habe angekündigt, in den Dörfern Reparaturstellen zu unterhalten, ergänzt die Erste Gemeinderätin, Konstanze Beckedorf. Sie begleitete die Besichtigung des Möbellagers im Rahmen der Sommertour der Wedemärker CDU-Ratsfraktion am Mittwochabend. Ein Zusammenspiel mit dem Café vor Ort kann sich auch von der Brelie gut vorstellen.

Pragmatisch gehen die ehrenamtlichen Lagerhelfer in Meitze vor, wie der Koordinator verdeutlicht. „Die Leute melden sich mit den Spenden, wir leiten die Sachen direkt weiter oder müssen etwas zwischenlagern. Dann kommen die Betreuer mit den Flüchtlingsfamilien direkt her und suchen sich etwas aus.“ Ein anderer Weg führt über den Sozialbereich der Gemeindeverwaltung. Dort erfährt der Helferkreis, wo was gebraucht wird. „Da haben wir dann gut zu tun mit Transporten.“ Auch Flüchtlinge selbst packen mit an, um Möbel und Hausrat an Ort und Stelle zu bringen. Textilien nimmt die Stelle in Meitze nicht an. Dazu sei - in guter Arbeitsteilung - die richtige Adresse das Soziale Kaufhaus an der Bissendorfer Straße in Mellendorf, sagt von der Brelie. Eine Umschlagstelle für Hausrat plant die Gemeinde im Keller in ihrem Haus am Sande in Mellendorf. Auch dazu werden zunächst ehrenamtliche Helfer gesucht. Spenden können zurzeit noch nicht abgegeben werden.

Von Ursula Kallenbach

Aktuell leben 308 Asylbewerber und Flüchtlinge vieler Nationalitäten in der Gemeinde Wedemark, davon 90 Asylsuchende aus Balkanstaaten. Täglich erwartet die Gemeinde Wedemark die Ankündigung der nächsten neuen Zuweisungsquote. Verteilt über fast alle Ortsteile leben in der Wedemark fast nur große Familienverbände. Der Fachbereich Soziales der Verwaltung hat für die Familien – das ist eine bemerkenswerte Ausnahme unter den Regionskommunen – ausschließlich privaten Wohnraum angemietet. Zurzeit habe die Gemeinde freien Wohnraum noch für etwa 50 Menschen an der Hand, sagt die Erste Gemeinderätin, Konstanze Beckedorf. „Wir bauen auch selbst kommunalen Wohnraum um“, sagt Beckedorf und kündigt dazu weitere Informationen an. Die Gemeinde stattet Wohnungen für Flüchtlinge grundlegend mit neuem Mobiliar und Elektrogeräten aus. Mehr könne sich die Kommune nicht leisten.

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Von Redakteur Sarah Dettmer

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