Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 7 ° heiter

Navigation:
Polizei sucht weiter Putenschlächter

Wedemark Polizei sucht weiter Putenschlächter

Vor Ort geschlachtet und abtransportiert haben Unbekannte eine Anzahl Puten, nachdem sie mit Gewalt in einen Maststall in Ibsingen eingedrungen waren. Die Polizei geht von illegaler Fleischbeschaffung aus – nicht von militanten Tierschützern.

Voriger Artikel
Erste integrative Gruppe - Haus ist im Bau
Nächster Artikel
Beiratsarbeit verändert auch die Gemeinde

Die Putenställe am Brelinger Berg sind mit einen hohen Zaun gesichert.

Quelle: Kallenbach

Wedemark. Die Täter hinterließen Blutlachen von den Schlachtungen. „Betroffen ist einer von drei Ställen“, berichtet der Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes, Kai-Uwe Bebensee. An den Längsseiten des Stalls hätten die Unbekannten Planen und Metallgitter geöffnet, nachdem sie einen etwa zwei Meter hohen Zaun überwunden hatten.

Der Einbruch ereignete sich, wie berichtet, in der Nacht von Freitag auf Sonnabend. Die betroffene Landwirtsfamilie ist überzeugt, es könne sich nur um sehr kräftige Männer gehandelt haben – „die Täter hatten Ahnung“. Denn die rund 20 Kilo schweren Puten seien in der Lage, wenn sie gegriffen würden, Menschen mit ihren Flügeln die Arme zu brechen. Wie viele Puten aus dem Stall mit vielen tausend Tieren genau getötet und mitgenommen worden, vermögen weder Halter noch Polizei anzugeben.

Dass Gegner der Massentierhaltung tätig geworden wären, nehmen auch die Ibsinger Putenmäster nicht an. „Dies ist ganz anders als damals. Diese wollten an das Fleisch“, meint die Familie, die 2014 durch gesprayte Sprüche gegen die Putenmast auf der Fahrbahn der Kreisstraße 105 vor dem Betrieb verunglimpft worden war. Seither, so die Familie, sei aber nichts mehr vorgefallen.

Damals gab es ein Verfahren wegen übler Nachrede; bei der Polizei wurde der Fall als mögliche Straftat mit politischem Hintergrund untersucht. „Wir haben diesmal keine Zettel, keine Bekennerschreiben, sonst würden wir es an den Staatsschutz in Hannover abgeben“, erläutert Bebensee. Insofern bleibe der Fall weiter bei der Polizei in Mellendorf. Der Kriminalhauptkommissar ist überzeugt, dass mögliche militante Tierschützer mehr Schaden angerichtet hätten als den vorgefundenen.

An den Ställen in Ibsingen war nach Auskunft der Landwirtsfamilie eine Alarmanlage in Betrieb, doch sie war auf die Sicherung der Türeingänge eingestellt, nicht auf ein Einbruchsgeschehen außerhalb. „Wir suchen jetzt den Tatort noch einmal auf“, sagte der kriminalpolizeiliche Ermittlungsleiter gestern. Definitiv werde die Polizei vor Ort auch aktuelle Sicherungstipps geben. Hinweise auf die Täter liegen Bebensee zufolge bislang nicht vor.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6wa9z364dyf152pxm1vg
Neue Spielgeräte garantieren Kletterspaß

Fotostrecke Wedemark: Neue Spielgeräte garantieren Kletterspaß