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Hanebuths Hochzeitseskorte legt Verkehr lahm

Ex-Hells-Angels-Chef Hanebuths Hochzeitseskorte legt Verkehr lahm

300 geladene Gäste sind in die Wedemark gekommen, um der kirchlichen Trauung von Rockerchef Frank Hanebuth und seiner Ehefrau Anne Sarah Naumann beizuwohnen. Die motorisierte Hochzeitsgesellschaft legte den Verkehr in Bissendorf vorübergehend lahm. Währenddessen laufen die Ermittlungen der spanischen Behörden gegen den Rockerchef auch nach vier Jahren weiter.

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Quelle: Dillenberg

Hannover. Insgesamt 700 Gäste sollen eingeladen sein, 300 fanden am Sonnabend in der Kirche Platz. Die Trauung, die eigentlich um 14 Uhr beginnen sollte, verzögerte sich um zwanzig Minuten: Der 52-jährige Hanebuth, der um kurz vor 14 Uhr in einer weißen Stretchlimousine eintraf, musste solange auf seine Ehefrau Anne Sarah Naumann warten, deren Ankunft sich vermutlich wegen des dichten Verkehrs auf der Burgwedeler Straße verzögerte. Die Gäste haben den Verkehr zeitweise selbst geregelt, damit es die Braut rechtzeitig in die Kirche schaffte. Eine Eskorte von 50 vermummten Bikern hat das Paar jeweils zur Kirche begleitet.  Rund 300 Passanten haben sich vor der Kirche versammelt, um den Anlass zuzuschauen. Polizei war nur wenig vor Ort: Zwei Beamten halfen, den Verkehr zu koordinieren.

Der Hells-Angels-Rocker Frank Hanebuth hat seine Freundin Sarah am Sonnabend in der Bissendorfer Kirche geheiratet.

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Für die Trauung war die reguläre Pastorin der St. Michaelis Kirche Wiebke Lonkwitz zuständig. Die evangelische Kirche sieht kein Problem in der kirchlichen Trauung des Rockerchefs: "Für die Kirche ist das eine Hochzeit wie jede andere auch, solange die zu Trauenden Mitglieder der Gemeinde sind", sagte eine Sprecherin der HAZ. Um kurz nach drei war die Trauung vorbei.

Von der Bissendorfer St. Michaelis Kirche geht es nach der Trauung in die knapp vier Kilometer entfernte Gaststätte Waldkater, in der die Feier stattfindet. Im Waldkater ist Hanebuths 36-jährige Ehefrau, Anne Sarah Naumann, Geschäftsführerin der Betreibergesellschaft des an die Gaststätte angeschlossenen Biergartens. 

Am Freitag hatte sich das Paar im Bissendorfer Bürgerhaus bereits standesamtlich trauen lassen - allerdings im kleineren Kreis. Unter den Gratulanten waren rund 30 Mitglieder der Hells Angels.

Der ehemalige Hells-Angels-Chef Frank Hanebuth hat sich am Freitag in Hannoner mit seiner langjährigen Lebensgefährtin Sarah standesamtlich trauen lassen.

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Hanebuth hatte den Hochzeitstermin auch deshalb auf den 22. Juli gelegt, weil er gehofft hatte, dass dann die Ermittlungen der spanischen Behörden, die am 23. Juli 2013 ihren Anfang genommen hatten, nach vier Jahren endlich abgeschlossen wären. Doch die Strafverfolger in Madrid haben weder eine Anklageschrift formuliert noch das Verfahren eingestellt. Der Grund für die weiteren Verzögerungen liegen in zwei Personalien begründet. Nach Angaben von Hanebuths spanischem Rechtsanwalt Gonzalo Boye Tuset ist der bislang leitende Untersuchungsrichter Eloy Velasco befördert worden und ist nicht mehr mit dem Verfahren befasst. Einen Nachfolger gibt es noch nicht. „Wenn der gefunden ist, muss er zunächst alle Akten zu dem Fall studieren, was sicher einige Zeit in Anspruch nehmen wird“, sagt Boye Tuset der HAZ.

Dazu kommt, dass einer der beiden Staatsanwälte, José Gringa, der gegen Hanebuth und die anderen Verdächtigen ermittelt, jetzt selbst Probleme mit der Justiz hat. Ihm wird vorgeworfen, Kontakte zu einem Pädophilenring zu unterhalten. „Wie es an dieser Stelle weiter geht, ist derzeit noch vollkommen unklar“, sagt Gonzalo Boye Tuset. Eines steht nach Angaben des Juristen aber auch fest: Die spanischen Behörden können die Ermittlungen gegen Hanebuth und die übrigen 56 Verdächtigen so lange fortführen, wie sie es für nötig erachten.   

Gegen Hanebuth laufen seit vier Jahren in Spanien polizeiliche Ermittlungen. Am 23. Juli 2013 war der heutige Chef des Hells Angels Charters North Gate auf Mallorca festgenommen worden. Die Behörden werfen ihm und insgesamt 56 weiteren Verdächtigen unter anderem Geldwäsche, Drogenhandel, Förderung der Prostitution und Bildung einer kriminellen Vereinigung vor. Zwei Jahre lang saß Hanebuth deswegen in Untersuchungshaft.

tm/man

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