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Flüchtlingshelfer sind beim ASB willkommen

Mellendorf Flüchtlingshelfer sind beim ASB willkommen

Die Schilder machen klar: Dies ist nicht mehr die Jugendhalle, sondern die Flüchtlingsunterkunft Mellendorf. Hausherr ist der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB). Mitarbeiter kümmern sich um Küche und Kinder sowie um die Sicherheit der Flüchtlinge.

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Stolz auf das Kinderzimmer: Sven Rust und Unterkunftsleiterin Jasmin Beckmann.

Quelle: Kallenbach

Mellendorf. „Eher niedlich“, so nennt der Leiter des Sozialen Dienstes im ASB, Sven Rust, die neue Unterkunft in Mellendorf. Andernorts betreut der ASB Unterkünfte ganz anderer Größenordnungen. Verdeutlichen will Rust damit aber nur die Dimensionen, in denen der ASB in der Flüchtlingshilfe seither professionelle Erfahrungen gesammelt hat.

Die Gemeinde Wedemark hat auch deshalb diese Hilfsorganisation mit dem Aufgabenmanagement für ihre Flüchtlingsunterkunft beauftragt: Verpflegung ebenso wie Reinigung, Sozial- und Kinderbetreuung, Dolmetscher, Vermitteln von Regeln, Angebote im Freizeitbereich - verantwortlich ist stets festes Stammpersonal des ASB.

Sechs Festangestellte vom ASB für Flüchtlingsunterkunft Mellendorf

Sechs Festangestellte sind mit der Unterkunftsleiterin Jasmin Beckmann in der Mellendorfer Einrichtung im Einsatz. 1100 sind es im zentralen Personalpool des ASB insgesamt in Hannover und der Region.

Von den insgesamt 78 in der Halle geschaffenen Plätzen sind aktuell 63 belegt. Die Geflüchteten kommen aus dem Irak und aus Afghanistan. Zuletzt ist eine 18-köpfige Großfamilie eingezogen; dabei wurden zahlreiche Verwandte aus mehreren Unterkünften zusammengeführt.

Informationsabende für Bürger sind geplant

„Die Menschen leben nun hier“, betont Rust. Die Privatsphäre bleibe geschützt. Für die Bewohner, Familien und Kinder sind Hauswirtschafts-, Freizeit- und Spielräume eingerichtet. „Wedemärker können hier jetzt keine Rundgänge machen“, stellt Rust fest. „Wir wollen aber noch drei öffentliche Informationsabende gemeinsam mit der Gemeinde und mit der katholischen Kirche anbieten“, kündigt der ASB-Leiter Soziale Dienste an.

Innerhalb der Gebäude und außerhalb können die Bewohner die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes nicht nur zum Schutz in Anspruch nehmen. „Sie dolmetschen auch“, berichtet Rust. Der Sicherheitsdienst frage auch jeden, der Zutritt wünscht, was genau er wolle. „Ehrenamtliche Helfer können dennoch gern montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr herkommen und sich direkt bei mir melden“, sagt Beckmann. „Nach der Einzugsphase“, ergänzt Rust, „wird es Besucherausweise geben, ohne die niemand mehr hereinkommt.“

Helfen ist ganz einfach

Helfen können Ehrenamtliche schnell - ob sie mit Kindern basteln, eislaufen oder in den Freizeitpark gehen wollen. „Wir haben alles an Material vorrätig. Was gebraucht wird, besorgen wir“, versichern die Mitarbeiter. Kleiderspenden sortieren, bei der Essenausgabe im Speisesaal helfen, Nähkurse oder Sprachunterricht geben - auch da können sich Ehrenamtliche einbringen. Sehr gern wünschten sie Hilfe von außen, betont Rust. „Aber wir möchten keine Eigendynamiken bei den Ehrenamtlichen, bitte nicht auf eigene Faust. Sie müssen sich an uns wenden. Wir organisieren den Einsatz. Wir sind hier verantwortlich und haften auch.“

von Ursula Kallenbach

Die Kosten übernimmt die Region

Das ist die schönste Unterkunft von 19, die wir betreuen“, sagt der Leiter der Sozialen Dienste beim ASB, Sven Rust, über das seit Dienstag erstmals genutzte Flüchtlingswohnheim der Gemeinde Wedemark in Mellendorf. „Übersichtlich, hell, zentral gelegen zum Einkaufen, für Behördengänge und zur Freizeitgestaltung. Das ist von großer Bedeutung, wenn so viele Menschen hier zusammen leben.“ Die Gemeinde habe richtig Gas gegeben mit dem Projekt. Negative Reaktionen seien beim ASB noch nicht eingegangen.

Die Kosten für die Flüchtlingsunterbringung – Wohnen, Verpflegung und Sozialarbeit – werden der Kommune von der Region erstattet. Davon geht die Gemeinde aus. Andere Aufgaben, die inzwischen zurückstehen mussten, will die Kommune kompensieren: Als zentrale Jugendeinrichtung für die Jugendpflege Wedemark fallen Halle und Nebengebäude Am Freizeitpark auf absehbare Zeit aus. Der Prozess, Alternativen zu erarbeiten, sei in der Verwaltung in Gang, sagte Gemeindesprecher Hinrich Burmeister auf Nachfrage.

Ursula Kallenbach

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