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Förster warnt vor Giftpilz

Resse Förster warnt vor Giftpilz

Lebensgefahr bringt ein Pilz mit sich, der zurzeit in den Wäldern an vielen Stellen sprießt. Der hochgiftige Knollenblätterpilz ist dem begehrten Champignon zum Verwechseln ähnlich. Pilzesammler sind jetzt in Scharen unterwegs - der Resser Revierförster Thomas Deppe warnt deshalb eindringlich und gibt Tipps zur Bestimmung.

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Warnhinweise für Pilzesammler: Förster Thomas Deppe hat Info-Blätter am Waldlernpfad ausgehängt (Bild links). Der Knollenblätterpilz (oben) ist eindeutig an der Knolle im Bodenbereich zu unterscheiden.Kallenbach (2)

Resse. „Achtung! Pilzvergiftung!“ Die Info-Blätter, die der Förster etwa am Eingang des Waldlehrpfads in Resse ausgehängt hat, weisen Sammler in Deutsch, Russisch und in arabischer Sprache auf die Gefahren hin, wenn sie sich mit Pilzen in dieser Region nicht auskennen. Den Informationen zufolge sind in diesen Wochen landesweit schon mehr als 30 Personen mit lebensbedrohlichen Erkrankungen in Kliniken behandelt worden, nachdem sie Knollenblätterpilze gegessen haben. Viele von ihnen stammen aus Zuwanderungsländern.

Anfang September beginnt die Pilzsaison - jetzt, auf dem Höhepunkt, sind emsige Sammler selbst in inneren Waldbezirken unterwegs. Die Zeit der Steinpilze ist schon vorbei. „Er ist ein Röhrenpilz - die sind für Laien sicherer“, sagt Deppe. „Vorsicht ist immer geboten bei Lamellenpilzen. Der Champignon ist so einer, aber eben auch sein giftiges Pendant Knollenblätterpilz“, verdeutlicht der Revierförster. Wer nur kurz neben den Wegesrand schaut, stößt zurzeit sofort auf die gelblich-weißen Hüte der Knollenblätterpilze.

„Sie sind einfach zu erkennen, wenn man es weiß“, meint Fachmann Deppe. Der giftige Knollenblätterpilz weist an seinem Fruchtkörper im Boden eine Knolle auf, der Speisepilz Champignon aber nicht. Sein Rat ist deshalb: „Die Pilzbasis im Boden kurz freilegen, dann kann man die Knolle sehen“ - und gegebenenfalls die Finger davon lassen.

Während der Knollenblätterpilz dem Menschen gefährlich ans Leben geht, kann der Forstmann über den Champignon als Pilz ins Schwärmen kommen. „Sein weitverzweigtes Pilzgeflecht im Waldboden ist ausgesprochen wichtig in der symbiotischen Lebensgemeinschaft mit Eichen und Buchen“, berichtet Förster Deppe.

Eine zentrale Kontaktstelle während der Pilzsaison ist das Giftinformationszentrum Nord der Länder Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein in der Universitätsmedizin Göttingen an der Georg-August-Universität. Dort ist ein Bürgernotruf unter (0551) 19240 eingerichtet. Per E-Mail ist er unter giznord@giz-nord.de zu erreichen. Fachkräfte und Ärzte werden unter Telefon (0551) 38 31 80 beraten.

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