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Waldstücke sind begehrt zum Kauf

Wedemark Waldstücke sind begehrt zum Kauf

Frei zugänglich ist Wald gesetzlich überall – aber es sind vielfach Flächen der Landesforsten oder Privatflächen, die Spaziergänger betreten. Dabei versteht im Alltag nicht jeder jeden. Die Forstbetriebsgemeinschaft Fuhrberg (FBG) appelliert und informiert.

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Cord-Heinrich Vortmüller und Werner Reichenbach sind jetzt die Stützen der Forstbetriebsgemeinschaft - und des Waldes.

Quelle: Kallenbach

Wedemark. Ob Landesforst oder private Waldbesitzer – das ist für Spaziergänger nicht zu erkennen. Am Europawanderweg in der Wedemark will Werner Reichenbach demnächst mal zwei Schilder anbringen, die er von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzer bestellt hat. Es geht dem stellvertretenden Vorsitzenden der Forstbetriebsgemeinschaft Forstverband Fuhrberg, Werner Reichenbach, dabei nicht um eine Besitzanzeige oder Abgrenzung. Denn überall im Wald häufen sich die Probleme buchstäblich.

„Es wird Müll abgeladen, und die Leute laufen auch während der Brut- und Setzzeiten quer durch den Wald“, bestätigt der neu gewählte FBG-Vorsitzende, Cord-Heinrich Vortmüller aus Brelingen-Schadehop. „Man kann nur um Rücksicht bitten.“

Holz in großen Mengen sehen Spaziergänger besonders im Frühjahr an den Waldwegen aufgestapelt liegen. Für die Waldbesitzer ist dies aber nicht nur ein Einnahmeposten durch Verkauf in der Bilanz, sondern bedeutet feste Ausgaben, die dafür erforderlich sind. „Unsere Einnahmen schwanken, aber die Jahresausgaben unserer Gemeinschaft liegen deutlich über 100.000 Euro“, berichtet der Vorstand.

Wo abgeholzt wird, müssen Unter- und Nachpflanzungen den Wald ergänzen. „Es muss immer genügend Licht für neue Bäume da sein, aber auch das Geld“, verdeutlicht Vortmüller. „Wenn man die Nachhaltigkeit des Waldes will, muss man auch wirtschaftlich arbeiten.“ Da mache es keinen Unterschied, ob Landesforsten oder Privatwald.

Für die Holzabfuhr beispielsweise müssten auch die Rückegassen im Wald hergestellt und der Wegebau finanziert werden. „Das geht nur, wenn Holz zu guten Preisen verkauft wird“, so Reichenbach. Und in den Preisen unterschieden sich Landesforst und Private nicht. Übrigens stehen auch Klein-Holzabnehmer Schlange: Das heimische Laub-Industrieholz aus Durchforstungen wird zu 90 Prozent direkt vor Ort als Brennholz verkauft.

Dass die Natur im Wald zugleich ein Wirtschaftsraum ist, belegen die Zahlen (siehe Kasten). Dass zugleich Aufforstung und Pflege des Waldes betrieben werden, steht Spaziergängern nicht immer gleich vor Augen, wenn sie große Harvester auf „ihrem“ Waldstück zum Fällen im Einsatz sehen. Über 70 Hektar neuen Wald hat die Forstbetriebsgemeinschaft 2016 angepflanzt, teils Unterbau unter den Baumbestand, teils Erstanpflanzungen. Auch in die Pflege dieser jungen Bestände, die noch keinen Ertrag geben, geht Geld.

„Den“ Waldarbeiter gibt es nicht mehr. „Man kann Kolonnen engagieren oder Harvester über unseren Dienstleistungsvertrag mit der Kammer“, erläutert Reichenbach. „Sonst machen es die Eigentümer selber.“

Alte Bäume – ein Sonderfall. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz müssen die Waldeigentümer diese Veteranen stehen lassen und einen großen Radius darum einhalten. Immerhin: Die Verkehrssicherungspflicht, der Kommunen für Bäume im öffentlichen Bereich nachkommen, Bäume beschneiden und fällen müssen, gilt im Wald nicht. Ob Grundwasserschutz, Waldkartierung, Mäuseplage, Rüsselkäferbekämpfung oder Motorsägenlehrgänge – die Liste der Aufgaben der Forstbetriebsgemeinschaft im Wald ist groß. Die Nachfrage, Waldgrundstücke zu erwerben, ebenfalls. Lediglich in Engensen stehen 1,3 Hektar zum Verkauf.

Forstverband: eine Menge Holz

Rund 6000 Hektar Wald umfasst die Fläche der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Forstverband Fuhrberg, je etwa zur Hälfte in der Wedemark und in Burgwedel. 70 Prozent der privaten Waldbesitzer sind in diesem Bereich in der FBG organisiert; alle 600 Mitglieder sind selbst Waldbesitzer. Sie zahlen einen Beitrag von drei Euro je Hektar und Jahr. Die FBG ist ein „wirtschaftlicher Verein“ nach Paragraph 22 Waldgesetz. Sie beschäftigt hauptberuflich Förster auf 2,2 Stellen – in der Wedemark Jörg Hagemann, in Burgwedel Christian Oehlschläger. Diese Stellen sind wie vieles mehr in einem Dienstleistungsvertrag mit der Landwirtschaftskammer festgelegt und werden alle drei Jahre neu ausgehandelt.

Eine Menge Holz – 27.700 Raummeter oder 17.000 Festmeter – haben die Mitglieder der Forstbetriebsgemeinschaft in der Wedemark und Burgwedel 2016 geschlagen. Der zurückgefahrene Einschlag von diesmal 294 Hektar Fläche (2015: 370 ha) war erheblichem Windwurf geschuldet, der forstlich aufgearbeitet werden muss.

Insgesamt sind neun Forstbetriebsgemeinschaften unter dem Dach der FBG Celler Land tätig, die 50.000 Hektar umfasst.

An der Spitze der FBG Fuhrberg hat jetzt in der 80. Mitgliederversammlung Cord-Heinrich Vortmüller aus Schadehop den langjährigen Vorsitzenden Horst-Eckhard Sievert aus Bestenbostel abgelöst. Stellvertreter ist Werner Reichenbach aus Elze.

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