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Polizei: Auch Verkehrszeichen mal updaten

Wedemark Polizei: Auch Verkehrszeichen mal updaten

70 Euro Bußgeld und einen Punkt in Flensburg hat sich ein Wedemärker Autofahrer eingefangen. Vor dem geschlossenen Bahnübergang in Mellendorf fährt er an der wartenden Autoschlange vorbei – und glaubt sich trotz Überholverbots im Recht. Er hat da was übersehen.

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Die Polizei überwacht diese Situation vor dem Bahnübergang regelmäßig.

Quelle: Kallenbach

Mellendorf. Drei Baken sind im gesetzlich vorgeschriebenen Abstand vor dem Bahnübergang nacheinander aufgestellt. Für Thomas Wuttke aus Scherenbostel – „Ich habe den Führerschein schon ein bisschen“ – hieß das bis zum Weckruf durch die Polizei: „Ich habe gelernt, Lastwagen müssen vor der dritten Bake halten, damit die Personenwagen vorbeifahren können“. So bleibt er dem Vorbeifahren treu, was für ihn kein Überholen ist. Doch diesmal stoppt ihn ein Polizeibeamter, weist auf das Schild Überholverbot hin und erlegt ihm das Bußgeld auf. Noch dazu steht die Polizei dort vor dem Bahnübergang in einem Zivilfahrzeug – wie ärgerlich.

Wuttke recherchiert im Internet und stößt tatsächlich auf diese Neuerung seit 1. April 2013 in der Straßenverkehrsordnung (StVO): „Ab der Verkehrszeichenkombination (Bahn/erste Bake) dürfen Kraftfahrzeuge von Fahrzeugen nicht mehr überholt werden“. Das gilt, egal, ob das Fahrzeug vorn nur langsam fährt oder steht – und sogar Fahrradfahrer gelten als Fahrzeuge und dürfen an der Stelle nicht überholen.

Und wahrscheinlich hat dieses Verkehrs-Update viele Verkehrsteilnehmer nicht erreicht – auch der Passus nicht, dass mit der neuen Regelung die Wartepflicht für Lastwagen über 7,5 Tonnen an der ersten Bake entfällt. In Unkenntnis alter wie neuer Regeln reicht vor dem Bahnübergang in Mellendorf vielen Autofahrern ohnehin allein das Überhol-Verbotsschild, um es gern mal zu missachten. So ist es täglich zu beobachten.

„Ich hab‘ wirklich alle in meinem Bekanntenkreis gefragt, und sie kannten alle nur den alten Gesetzesstand“, sagt Wuttke. Nun nehme er es aber in Demut hin. „Ich ärgere mich nur, dass sowas nicht veröffentlicht wird.“

Die Rechtslage sei eindeutig, bestätigt der Leiter des Einsatz- und Streifendienstes im Mellendorfer Polizeikommissariat, Peter Wengler. Die Gemengelage dort vor Ort müsse von der Polizei überwacht werden, zusätzliche Gefährdungspunkte kämen hinzu vor dem Bahnübergang mit Staus:  der Fußgängerüberweg in Höhe der Schaumburger Straße, der von überholenden Fahrzeugführern nicht oder zu spät eingesehen werden kann, sowie der ständig mögliche Gegenverkehr, der jederzeit aus der Schaumburger Straße oder von den unteren Parkplätzen (Lidl) auf die Wedemarkstraße einbiegen kann.

Wer einmal eine Anzeige der Polizei bekommen habe, etwa an dieser Örtlichkeit, „könnte sich kurz ärgern und diesen Akt vielleicht auch als Denkanstoß verstehen, sich mit den gültigen Verkehrsregeln zu befassen“, hofft Wengler. Frei nach dem Motto "Das passiert mir nicht nochmal“. Übrigens erwarte die Bevölkerung auch, dass die Polizei Verstöße dort ahnde.

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