Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Gastwirten wird Sky zu teuer

Wedemark Gastwirten wird Sky zu teuer

So mancher Wirt in der Wedemark ist genervt von der Preispolitik beim Bezahlfernsehen Sky: Ein Jahr nach der letzten Abopreiserhöhung verlangt der Sender ab 1. September erneut mehr Geld von den Wirten. Einige Betriebe ziehen nun Konsequenzen.

Voriger Artikel
Betreuungsgeld gut nachgefragt
Nächster Artikel
Fleischer - das wollen nicht viele werden

Kolle Mitev steht immer hinter dem Tresen, wenn die Gäste im Ice-House-Restaurant Spiele von Hannover 96 im Fernsehen schauen. Sein Chef Eric Haselbacher will sich das Bezahl-Programm vorerst weiter leisten.

Quelle: Roman Rose

Wedemark. Einer davon ist Appels Bowling-Center in Mellendorf. „Bei uns hängt zwar noch das Schild, aber seit Frühjahr ist der Vertrag mit Sky ausgelaufen“, sagt Werner Appel. Man habe mit den Gästen gesprochen, doch zwei Euro Aufschlag pro Getränk wollte keiner bezahlen.

Der Betreiber des Ice-House-Restaurants in Mellendorf will sich Sky vorerst weiter leisten. „Aber finanziell läuft es auf Plus-Minus-Null hinaus“, sagt Eric Haselbacher.

Das Bowlingcenter hatte schon einmal erwogen, Sky zu kündigen. „Dann kam der Sender uns entgegen, und wir haben noch mal ein Jahr verlängert“, berichtet Werner Appel. Doch im Frühjahr reichte es ihm und seiner Frau dann. Sie ließen den Vertrag auslaufen. „Es ist ja vier Monate im Jahr Bundesliga-Pause, deshalb haben wir eigentlich nur acht Monate Nutzungszeit und das macht dann umgerechnet 560 Euro pro Monat“, rechnet Appel vor. Nicht zuletzt gebe es die Champions League und den DFB-Pokal frei zu empfangen – dafür müsse niemand ohne Sky bei ihnen sein Bier trinken. Ungerecht findet er auch die Berechnungsgrundlage. „Die rechnen nach Quadratmeter konzessionierter Fläche ab – was glauben Sie, was da bei einer Bowlingbahn zusammenkommt – obwohl der Fernseher selbst in einem eher kleinen Raum steht.“

Auch für Ice-House-Wirt Eric Haselbacher ist die Preispolitik ärgerlich und im Portemonnaie spürbar. „Vor etwa sieben Jahren haben wir 1500 Euro im Jahr bezahlt, jetzt sind es 7000 Euro“, sagt er. Mit Sky könne man kein Geld verdienen. „Aber wir leisten uns das und wollen es behalten“, bekräftigt er. Für die 96-Fans unter seinen Stammgästen sei Sky eine gute Sache. „Allerdings ist für unsere Gäste auch nur 96 von Interesse, der Rest wenig interessant für uns“, stellt er fest. Nach seinen Worten schauen im Schnitt 50 Leute zu, wenn die „Roten“ kicken.

Dass die Wirte nur während der 96-Spiele den Umsatz machen können, um die Kosten für das Abo zu decken, ist für Sky-Sprecherin Britta Krämer unverständlich – immerhin biete der Sender „täglich hochwertigen, attraktiven Live-Sport“ plus einen 24-Stunden-Sportnachrichtensender. „Unsere Empfehlung ist, dieses Angebot zu nutzen und nicht nur einmal pro Woche für 90 Minuten.“ Den Vorwurf der Preistreiberei weist sie zurück: Jedes Jahr verhandle der Sender für seine Kunden über neue Sportrechte, „um auch künftig das beste Live-Sportprogramm bieten zu können“, wie sie versichert. Wegen sich verändernder Lizenzkosten für Programminhalte und sonstiger Kosten müsse der Sender seine Preise regelmäßig anpassen.

„Es ist natürlich meine freie Entscheidung, ob ich Sky kaufe“, sagt Haselbacher. Noch sei dies machbar, obwohl er kein Geld damit verdiene. Doch das Recht auf Anpassungen behält er sich ebenfalls vor. „Bei einer weiteren Erhöhung müsste ich mir das noch mal überlegen.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6wbreqg3dyu1a53smdot
Sport transportiert auch Kinderrechte

Fotostrecke Wedemark: Sport transportiert auch Kinderrechte