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Zweite Halle fertig - Flüchtlinge ziehen ein

Wedemark Zweite Halle fertig - Flüchtlinge ziehen ein

Die Wände stehen, die Betten und die Spinde, Kinderzimmer und Kleiderkammer, sechs Waschmaschinen – und, was an Organisation von Alltag und Sicherheit für so viele Flüchtlingsfamilien vorzubereiten ist. Ab Donnerstag belegt die Gemeinde Wedemark ihre zweite Halle als Sammelunterkunft.

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Bissendorf/Mellendorf. Bis zu 112 Plätze sind in der Mehrzweckhalle in Bissendorf vorgesehen. Der Umbau sei zügig gelaufen, bestätigte Bürgermeister Helge Zychlinski gestern bei einem Ortstermin mit dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) als beauftragtem Betreiber der Unterkunft. Der ASB betreut auch die zugewiesenen Flüchtlingsfamilien in der schon umgenutzten Jugendhalle in Mellendorf.

Als Sporthalle weist die Mehrzweckhalle mit Nebenräumen vieles auf, das einer Familienunterbringung dienlich ist, zum Beispiel Duschen, die nun nicht eingebaut werden mussten, Gemeinschafts- oder Speiseraum. Umkleideräume sind umfunktioniert in Kinderspielzimmer, Windel- und Papierlager oder Kleiderkammer. Die Gemeinde konnte auf die Erfahrungen aus Mellendorf zurückgreifen und notwendige Bauteile im Vorfeld ordern. Die Feuerwehr Bissendorf half, alles einzubauen. „Wir sind dafür extrem dankbar“, betont Zychlinski. Auch haben Wedemärker Handwerksbetriebe zum Umbau beigetragen, zum Teil Materialien gesponsert.

Man habe aus dieser etwas älteren Halle das Beste gemacht, so der Bürgermeister. „Es gab keine sinnvolle und machbare Alternative.“

Auch Ehrenamtliche haben sich für den Betrieb in Bissendorf schon gemeldet. „Wir kommen ohne sie nicht aus, wenn wir unser Wochenprogramm von montags bis sonntags anbieten“, betont Sven Rust für den ASB. Dies habe sich in Mellendorf bewährt. „Ein fester Plan wird eingehalten: Die Kinder gehen morgens zur Schule, die Erwachsenen haben in der Jugendhalle parallel Unterricht. Deutsch lernen ist vor allem angesagt, aber auch ein Frauenstammtisch wird gut angenommen“, berichtet Rust. 77 Flüchtlinge belegen die Jugendhalle.

Bisher zwölf Ehrenamtliche ergänzen in Mellendorf die Arbeit des ASB-Personals. Sie geben Deutschunterricht, betreuen die Kleiderkammer, spielen und turnen mit den Kindern. Mehr als 40 Flüchtlingskinder leben dort zurzeit.

Nachmittags wächst die Kinderzahl schlagartig: Andere Wedemärker Kinder und Jugendliche nutzen mit ihren Skateboards wie vorher auch den Skaterpark an der Jugendhalle – und geben ihren Gleichaltrigen dabei Unterricht auf den Brettern. „Zum Sommer wollen wir diese Aktivitäten mit unserer Jugendpflege unterstützen“, kündigt der Bürgermeister an. Auch in Bissendorf wird den Kindern und Jugendlichen aus den Flüchtlingsfamilien vormittags der kommunale Jugendtreff nebenan in der Freizeit zur Verfügung stehen. Das Nachmittagsprogramm der Jugendpflege läuft weiter.

An der Mellendorfer Grundschule sind 18 Flüchtlingskinder aus der Hallenbelegung aufgenommen, 20 gehen schon in weiterführende Schulen. Auf die Bissendorfer Grundschule kommen voraussichtlich noch mehr Kinder zu.

Was wird gebraucht in Bissendorf? Engagement von Ehrenamtlichen – „Wir suchen zehn bis 20 für ein Wochenprogramm“ -, Spielzeugspenden und – ein besonderer Appell: Schulranzen und –Rucksäcke von älteren Schülern, die mit dem Schuljahresende auf weiterführende Schulen wechseln.

Info: Fragen und Antworten beim Leiter der Bissendorfer Halle des ASB, Björn Rossack, zurzeit Telefon (0511) 358540, E-Mail b.rossack@asb-hannover.de.

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