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Flüchtlinge verlassen die Hallen wieder

Wedemark Flüchtlinge verlassen die Hallen wieder

In der ersten Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in der Wedemark wird – vorzeitig - der Betrieb zum Ende des Monats eingestellt. In die Bissendorfer Mehrzweckhalle können mit Beginn der Winter-Hallensaison der Schul- und Vereinssport und Gruppen wieder einziehen. Die Jugendhalle soll folgen.

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Bürgermeister Helge Zychlinski (von links), Unterkunftsleiter Martin Bodenstein und Sven Rust (ASB) sowie die Erste Gemeinderätin Susanne Schönemeier lassen die Kooperation in der Mehrzweckhalle auslaufen.

Quelle: Kallenbach

Wedemark. Gemeinde und Betreiber ASB kümmern sich zurzeit darum, auch die letzten jetzt 21 Bewohner der Mehrzweckhalle teils in angemieteten Wohnungen dezentral in den Dörfern unterzubringen oder in der Jugendhalle in Mellendorf weiter zu betreuen. „In der Jugendhalle werden dann insgesamt noch 40 Flüchtlinge eine Übergangsunterkunft haben“, berichtete am Donnerstag Bürgermeister Helge Zychlinski bei einem Ortstermin.

Eingerichtet wurde die Mehrzweckhalle zum 15. März 2016; eigentlich sollte der Vertrag der Gemeinde mit dem Arbeitersamariterbund ein Jahr bis März 2017 laufen. Aber dass die Flüchtlingszahlen insgesamt abnehmen, wirkt sich auch für die Wedemark aus. Weit früher als gedacht könne die Gemeinde nun aus dem Modus Krisenmanagement in die nachhaltige Arbeit mit Flüchtlingen gehen, machte Zychlinski deutlich. „Wir arbeiten daran, auch die Jugendhalle bald wieder frei zu bekommen.“

Der Rückbau der Bissendorfer Gemeinschaftsunterkunft, die in der Höchstbelegung 112 Flüchtlingen Quartier bot, beginnt Ende September. Die Kosten werden von der Region getragen. Die Gemeinde wird, was an Baumaterial und Einrichtung weiterzuverwenden ist, im Bauhof einlagern. Wann genau die Halle mit Nebenräumen wieder eröffnet wird, steht noch nicht fest. Wohl aber, dass die Kommune Kosten im fast schon siebenstelligen Bereich spare, sagte Zychlinski. Es sei auch etwas Glück dabei gewesen, dass die Gemeinde mehr auf die Unterbringung in Wohnungen gesetzt habe. „Ich bin froh, dass wir keine Überkapazitäten geschaffen haben - zum Beispiel auch durch Modulbauten von der Region.“

Der Vertrag mit dem Betreiber ASB wurde einvernehmlich aufgehoben. „Die Zusammenarbeit ist so gut, dass dem ASB jetzt nur noch die nachweislichen Kosten erstattet werden“, berichtete der Bürgermeister. Tatsächlich sei die Kooperation mit der Gemeinde über diese Zeit sehr unbürokratisch, mit Vertrauen und Handschlag abgelaufen, bestätigte Sven Rust für den Betreiber ASB. „Wir kennen das anders aus anderen Kommunen.“ In der Wedemark hätten die eingesetzten Kräfte jederzeit rund um die Uhr die einen Ansprechpartner in der Verwaltung telefonisch erreichen können. „Ich war überrascht: Es ist dramatisch gut gelaufen.“ Die Gemeinde wiederum habe viel über Krisenmanagement gelernt, betonte Zychlinski. „Wir wissen jetzt, an welchen Stellschrauben wir drehen müssen.“

Die Kinder der Flüchtlingsfamilien aus der Mehrzweckhalle, die bisher in die Bissendorfer Grundschule gingen, werden an ihrem neuen Wohnsitz den Schulen des jeweils zuständigen Schulbezirks zugewiesen. Auch der so organisierte Schulbusverkehr lasse eine abweichende Lösung nicht zu, erklärte Zychlinski.

Von Ursula Kallenbach

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