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Gemeinde engagiert sich für Kinder

Wedemark Gemeinde engagiert sich für Kinder

Die Gemeinde Wedemark will mit dem Qualitätssiegel „Kinderfreundliche Kommune“ ausgezeichnet werden. Um die dafür nötigen Voraussetzungen zu schaffen, hat sie vier Jahre Zeit. Derzeit erstellt die Verwaltung einen Aktionsplan.

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Christiane Freude vertritt seit vielen Jahren Unicef im Wedemärker Arbeitskreis Kinderrechte. Der Pavillon vor dem Icehouse dient als kleines Unicef-Büro.

Quelle: Ursula Kallenbach

Wedemark. Die „Kinderfreundliche Kommune“ ist eine gemeinsame Initiative von Unicef und Deutschem Kinderhilfswerk. Der Verein zeichnet Städte und Gemeinden aus, die für die lokale Umsetzung der Kinderrechte - unter Beteiligung der in der Kommune lebenden Kinder und Jugendlichen - verbindliche Ziele und einen Aktionsplan entwickeln. Seit einem Jahr treffen sich in der Wedemark Teams der Verwaltung sowie Gruppen mit Vertretern aus Schulen, Kirchen, von Jugendarbeit und Interessierten. Gemeinsam suchen sie im Detail nach Wegen und Formen, wie die Bedürfnisse von Kindern in der Kommune verankert werden können. „Formen der Partizipation in Verwaltungs- und Politikprozessen“ nennt Gemeindesprecher Hinrich Burmeister das, was in dem Aktionsplan geschrieben und gestaltet wird. Vorausgegangen waren Bedarfsermittlungen, Umfragen unter Kindern und das Feststellen des Status quo in der Wedemark.

„Es gab auch ein Treffen mit einem Sachverständigen aus der Vergabekommission, der uns berät“, ergänzt Burmeister. Nachdem der Rat grünes Licht gegeben hat, ist bereits ein Vorvertrag auf das Siegel beschlossen worden. Denn das Vorhaben kostet 16.000 Euro und ist insgesamt ein schwieriger Prozess: ein Jahr, bis der Aktionsplan von der Kommission geprüft und das Siegel zuerkannt wird, drei weitere Jahre, in denen alle Beteiligten dem Aktionsplan in der Praxis gerecht werden müssen.

„In Deutschland ist es ein sehr schwer zu erreichendes Siegel“, betont Christiane Freude, Sprecherin der Unicef Südheide. Auch sie hatte im Wedemärker Arbeitskreis Kinderrechte einen Anstoß zu dem Projekt gegeben. „Teilnehmende Gemeinden müssen vielen Anforderungen genügen und viele Verpflichtungen eingehen.“ In anderen europäischen Ländern seien die Voraussetzungen deutlich moderater, verdeutlicht sie die Qualität des Siegels. Sie weiß auch: „Das ist keine Belohnung, sondern es ist ein Weg, den eine Kommune bereit ist zu gehen.“ Es bedürfe unbedingt der fachlichen Begleitung.

Für die eingesetzten 16.000 Euro über vier Jahre werde vom Verein Kinderfreundliche Kommune Enormes geleistet, weiß Freude. „Der Verein stellt den Kommunen Fachleute zur Seite, sie werten Umfragen aus, bieten jede Form von Rat und Hilfe an und halten Weiterbildungskurse ab. Ich wundere mich eigentlich, dass der Betrag für eine teilnehmende Kommune nicht weit höher liegt.“ In der Wedemark sei schon vieles erfüllt. „Aber es ist ein Prozess, der in allen Bereichen die Frage stellt: Was bedeutet jede unserer Planungen oder Entscheidungen für ein Kind?“

Von Ursula Kallenbach

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