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Mit dem Rad im Verkehr - Flüchtlinge üben

Wedemark Mit dem Rad im Verkehr - Flüchtlinge üben

Radfahren ist nicht nur radeln können: 100 Flüchtlinge aus nahezu allen Dörfern der Wedemark haben jetzt auf Fahrrädern an zwei Tagen praktisches Verhalten im Verkehr geübt – auf sicherem Terrain, kostenfrei und mit Spaß. Gemeinde und Polizei Mellendorf organisieren auch solche Hilfen.

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Sozialarbeiter und Dolmetscher Avan Azad (rechts) hat buchstäblich alle Hände voll zu tun, um die Verkehrsregeln gemeinsam mit dem Polizeibeamten Andreas Kremrich und der Sozialarbeiterin Mathea Müller zu vermitteln. Kallenbach

Quelle: Kallenbach

Wedemark. „Wir haben alle Familien eingeladen, die in den Orten in den von uns angemieteten Wohnungen leben. Dazu haben wir sie persönlich aufgesucht“, berichtete die Sozialarbeiterin Mathea Müller. Jeweils vier Stunden an beiden Tagen nutzten die Teilnehmer in Gruppen den Verkehrserziehungsgarten an der Grundschule Bissendorf. Den theoretischen Teil hatten die Erwachsenen schon in der Vorwoche absolviert.

Nicht alle waren schon mit eigenem Rad angekommen, wie der Plan der Veranstalter es vorsah. Teils erschien ihnen die Anfahrt im Sattel zu weit und unklar, und sie nahmen den Bus. Aber Übungsfahrräder standen bereit. „Das hier ist jetzt keine Anfängerstunde. Die Teilnehmer können alle schon mit dem Rad umgehen. Hauptsächlich sollen sie Verkehrsregeln und –zeichen praktisch anwenden“, verdeutlichte der Kontaktbeamte der Polizei Mellendorf, Andreas Kremrich das Ziel.

Als Polizist auf der kleinen, übersichtlichen Kreuzung im Verkehrsübungsgarten erläuterte er winkend die drei wichtigsten Regeln. „Ein Arm hoch bedeutet dasselbe wie das Gelblicht bei einer Ampel: Die Verkehrsteilnehmer müssen die Kreuzung räumen“, zeigte Kremrich, und Sozialarbeiter Avan Azad dolmetschte. Dazu musste er auch eine Faustregel des Polizeibeamten verstehen und weiterreichen: „Siehst Du Brust und Rücken, musst Du auf die Bremse drücken“.

Syrer und Iraker füllten die Lerngruppen, was dem Dolmetscher auch einen charmanten Hinweis auf das Verständnis von Verkehrsregeln in deren Heimat abnötigte. „Dort gibt es keine Regeln und keine Schilder im Straßenverkehr“, erzählte Azad. Leider passierten deshalb auch viele Unfälle.

Nach zehn Minuten Übung im Gruppenfahren durfte jeder Teilnehmer unter den Augen des Polizeibeamten allein für sich seine Runden drehen. Nicht nur dem Halt und Stopp und Weiterfahren galt die Aufmerksamkeit: „Wir wollen auch die gegenseitige Rücksichtnahme im Verkehr vermitteln“, machte der Polizeibeamte deutlich.

Flüchtlinge lernen auch schwimmen

Inzwischen werden auch Schwimmkurse in der Wedemark und Nachbarkommunen als sinnvolle Hilfe für Geflüchtete organisiert. Im Spaßbad in Mellendorf hat der Civitan Club Hannover einen Kursus für eine Gruppe von sieben Irakern ermöglicht. „Ohne diese Initiative und Unterstützung hätte der Lehrgang nicht laufen können“, betont Christiana Haselbacher. Solche Kurse würden von der Organisation bezahlt und betreut. Ein Vorstandsmitglied wohnt in der Wedemark und hatte deshalb gerade die Flüchtlinge in der Wedemark im Blick. „Eine Fortführung des Kurses ist allerdings nicht geplant, da wir kaum noch Kapazitäten frei hätten“, so die Spaßbadbetreiberin. Als nächstes hat der Kinderschutzbund dort eine große Anzahl Kinder zu einem Kursus angemeldet, den der KSB bezahlt und organisiert. „Darunter sind Kinder, die noch nicht schwimmen können und wohl ohne die Unterstützung des Kinderschutzbundes nicht an einem Kurs teilnehmen könnten“, betont Haselbacher.

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Sozialarbeiter und Dolmetscher Avan Azad (rechts) hat buchstäblich alle Hände voll zu tun, um die Verkehrsregeln gemeinsam mit dem Polizeibeamten Andreas Kremrich und der Sozialarbeiterin Mathea Müller zu vermitteln. Kallenbach

Quelle: Kallenbach
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