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Gemeinde will Windräder zwischen Brelingen und Wiechendorf

Wedemark Gemeinde will Windräder zwischen Brelingen und Wiechendorf

Zwei konkrete Nachrichten mindestens bringt der Entwurf zum Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP) für die Wedemark: Der Kiesabbau bleibt begrenzt auf die bisher genehmigten Flächen. Weitere Windkraftflächen sind zwischen Region und Gemeinde noch Verhandlungssache.

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Sie haben die Wedemark auf dem Schirm: Jochen Pardey (von links), Axel Priebs und Rebecca Schamber.

Wedemark. Damit beantwortete der Erste Regionsrat Axel Priebs vor einer öffentlichen Veranstaltung im Bürgerhaus in Bissendorf in einem Pressegespräch Fragen zu wichtigen Bereichen, die in der Wedemark von der Regionalplanung tangiert sind.

„Im RROP bleibt es dabei, dass die Bodenabbauflächen in der Wedemark begrenzt sind“, betonte Priebs. Das Unternehmen Papenburg hat inzwischen auch die Grube Egon Müller in Duden-Rodenbostel erworben, aber „Papenburg hat keine Chance, von Negenborn in den Brelinger Berg hinüberzukommen“, bestätigte der zuständige Dezernent der Region. „Da wollen wir nicht abrücken von dem, was wir bei der Aktion Bergrettung damals festgehalten haben.“

2012, so erinnerte er, hatten sich Gemeinde und Region mit den Wedemärkern gemeinsam erfolgreich gegen Pläne des Landes durchgesetzt, im Landesraumordnungsprogramm (LROP) die Fläche für den Kiesabbau im westlichen Teil des Brelinger Berges von 62 auf 98 Hektar zu erweitern. Damit wäre Papenburg von der Negenborner Kiesgrube aus die Tür für einen Durchstich durch den Brelinger Berg geöffnet worden.

Zur Windkraft hätte sich die Wedemark mehr gewünscht vom RROP, räumte Priebs ein. Doch neue Vorranggebiete sieht die Regionalplanung in anderen Kommunen; eine Konzentration sei wichtig. Jedoch lässt die Gemeinde zurzeit für ein Gebiet zwischen Brelingen und Wiechendorf über ein faunistisches Gutachten klären, ob die Fläche wegen des Artenschutzes (Brutplätze von Bekassine und Rotmilan) als Windkraftstandort infrage käme. „Wenn keine Brutplätze da sind, wären wir für eine Prüfung offen“, stellte Priebs fest. Vier Windanlagen wären an dieser Stelle aus Sicht der Region möglich, die Gemeinde wünscht sich östlich der Regionsstraße 103 zudem zwei weitere.

Im neuen RROP-Entwurf werden die bisher genutzten Vorrangflächen für Windkraft in Elze/Meitze sogar verkleinert. Gründe sind neue gesetzliche Abstandsregelungen zur Wohnbebauung. „Dies wird erst Auswirkungen haben, wenn es zum Repowering vorhandener Anlagen kommt, also wenn die bisherigen durch größere Windräder ersetzt würden“, erläuterte Bürgermeister Helge Zychlinski.

Das Gutachten zum Gebiet zwischen Brelingen und Wiechendorf hat die Windkraft-Verwaltungs GmbH (gemeinsames Unternehmen der Gemeindewerke Wedemark und des Landvolks) in Auftrag gegeben - sie soll einen Bürgerwindpark vorbereiten. Über eine Fläche nördlich von Abbensen und Duden-Rodenbostel im Landschaftsschutzgebiet wolle die Gemeinde mit der Region noch im Gespräch bleiben.

Wedemärker können mitmachen

Das Regionale Raumordnungsprogramm (RROP) ist eine Rahmenplanung der Region, die alle zehn Jahre aktualisiert wird. Deshalb gibt es jetzt einen neuen Entwurf. Das RROP stellt Weichen, die langfristig in wichtige Entscheidungen vor Ort hineinwirken. Erstmals greift die gesetzlich vorgeschriebene Bürgerbeteiligung. Stellungnahmen, Anregungen, Bedenken und Hinweise können Interessierte bis zum 4. November per E-Mail an regional?planung@region-hannover.de richten, auf dem Postweg an Region Hannover, Team Regionalplanung, Höltystraße 17, 30171 Hannover.

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