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Geplante Windräder sorgen weiter für Zündstoff

Wedemark/Brelingen Geplante Windräder sorgen weiter für Zündstoff

Macht der Infraschall von Windrädern krank? Sinken die Immobilienpreise? Viele Fragen und starke Emotionen haben die Bürgerfragestunde zum Thema Windräder in Brelingen vor der Ratssitzung am Montagabend geprägt.

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Manfred Kleinke fürchtet, dass Windräder die Immobilienpreise um Brelingen drücken.

Quelle: Roman Rose

Wedemark. Es solle eine halbe Stunde gefragt und geantwortet werden, hatte der Ratsvorsitzende Heinz Peterburs vorgegeben - am Ende war es eine ganze Stunde, und es hätte wohl auch noch mehr sein können. Rund 120 Besucher füllten die Stuhlreihen im Forum des Schulzentrums.

Viel Zündstoff enthält nach wie vor das Thema Mindestabstand. 800 Meter sollen es nach dem Entwurf des Raumordnungsprogramms der Region sein - viel zu wenig, sagen die Kritiker und fürchten um ihre Gesundheit. Größere Abstände würden faktisch Windkraft an diesem Standort verhindern, hielt Bürgermeister Helge Zychlinski dagegen. Das aber dürfe die Region nicht. Und 800 Meter seien immer noch doppelt so viel wie der gesetzliche Mindestabstand. Es gebe keine Studien über negative Auswirkungen von Infraschall, wenn die Mindestabstände eingehalten würden.

Mit dieser Argumentation hatte er allerdings einen schweren Stand. Maria Cutrone dagegen erntete kräftigen Applaus aus den Reihen der Zuhörer für ihre Position: Es gebe auch keine Studie, die eine Gefährdung von Menschen ausschließe. Sie hätte sich zudem gewünscht, dass die Betroffenen früher in die Planungen einbezogen worden wären.

Manfred Kleinke fürchtet, dass Immobilien rund um Brelingen an Wert verlieren. Er hatte eine Aktion initiiert, bei der ein Tragschrauber in 200 Metern Höhe über Brelingen flog - so hoch könnten die Windräder werden. Fotos von Anwohnern vom Flugzeug sowie in die Bilder montierte Windkraftanlagen sollten eine mögliche Szenerie veranschaulichen. Kleinke übergab einige Fotos an die Verwaltung. Außerdem überreichte Dieter Schröder dem Bürgermeister weitere Unterschriften von Brelingern gegen die Windanlagen.

Ob der geplante Betrieb der Anlagen über Unterfirmen der Gemeinde zulässig sei, wollte Jörg Brucks aus Brelingen wissen. Ja, die Kommunalaufsicht habe die Gesellschaften geprüft und genehmigt, antwortete Zychlinski. Die Anmerkung, dass Gewerbesteuer erst 2032 zu erwarten sei, konterte er mit der Aussage, dass nicht die Gewerbesteuer, sondern die Möglichkeit breiter Teilhabe an den Gewinnen im Vordergrund stehe - angedacht ist ein Bürgerbeteiligungsmodell.

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