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Sportverein fühlt sich jahrelang vertröstet

Mellendorf Sportverein fühlt sich jahrelang vertröstet

Der Weg zum Sport – in Mellendorf ein Risiko. Der größte Wedemärker Sportverein MTV wartet seit Jahren auf den Ausbau einer sicheren Zuwegung.

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Die neue Sportanlage liegt am Ende einer Gewerbestraße, einen Fußweg gibt es nur auf Teilen des Weges.

Quelle: Kallenbach

Mellendorf. Die Industriestraße ist das, was ihr Name sagt: Die schmale Straße erschließt linksseitig Gewerbe überwiegend im Kfz-Sektor, verbunden mit jeder Menge Auto- und Schwerlastverkehr. Sie führt aber auch zum modernen Sportpark des Mellendorfer Turnvereins (MTV) am Ende rechtsseitig. Ein durchgängiger sicherer Fuß-/Radweg fehlt seit Bau der Sportanlage 2012 bis heute und ist – so die Gemeinde – auch weiterhin nicht zu realisieren.

Die Anlage des MTV wurde 2012 dort komplett neu gebaut, weil die Gemeinde auf dessen angestammtem, angepachtenen Vereinsgelände auf der anderen Seite des Ortes ein Neubaugebiet vermarkten wollte. Die Häuser sind seit langem bezogen, ebenso erfreut sich der mit 1700 Mitgliedern größte Wedemärker Sportverein MTV eines wachsenden Sportbetriebs. Das Großvorhaben der Umsiedlung damals – ein Erfolg. Aber Zusagen wurden nicht eingehalten.

„Es ist unzumutbar. Ich bin maßlos enttäuscht, dass man die Sache nicht verantwortungsvoll anpackt“, sagt der Vereinsvorsitzende, Günter Stechmann. Seine Beschreibung des Alltäglichen ist auch die der gestressten Nutzer: Bei Übungszeitenwechseln werden Kinder auf Fahrrädern, zu Fuß und im Auto gebracht und abgeholt. „Das ist ein Kommen und Gehen.“ Sportbetrieb herrsche den ganzen Tag über, morgens seien schon Ältere und Schulkinder dort zum Training unterwegs. Inzwischen hat sich das Sportangebot ausgeweitet um Inklusionssport und Sport mit Flüchtlingen.

Der Hauptverkehr aber spiele sich nachmittags und abends ab; dann seien alle Übungsräume im Sportpark belegt. „Das ist dann wie auf einer Hauptverkehrsstraße“, verdeutlicht Stechmann. „Lkws, Gewerbeverkehr, Mütter mit Kindern, Fußgänger, außerdem sind dort LKWs abgestellt, wenn die Fahrer Ruhezeiten einlegen.“

Auch zur dunklen Jahreszeit wird sich voraussichtlich kurzfristig nichts ändern. Einen Fußweg zu bauen, sei gescheitert am Landerwerb, sagt Gemeindesprecher Hinrich Burmeister auf Nachfrage. Anlieger wollten keine Flächen verkaufen. „Wir haben es verworfen, weil es nicht realisierbar war.“ Aktueller Stand: Die Gemeinde geht davon aus, dass die Straße aus den siebziger Jahren stark beschädigt ist. Sie sackt nach rechts in den Graben ab und muss komplett erneuert werden. Zur Kostenschätzung fehlen Burmeister zufolge noch Gutachten. Daher gebe es noch keine gesicherten Zahlen für einen Haushaltsansatz. „Darum wird dies im Haushalt 2017 wahrscheinlich keinen Niederschlag finden.“ Klartext: Vor 2018 ist an eine Lösung nicht zu denken?

Der Sportverein, der weit über eine Million Euro für die Vereinsneubauten selbst aufgebracht hat, hält fest am damals einhelligen Beschluss des Rates zur Umsiedlung und einer Zusage des damaligen Verwaltungschefs Tjark Bartels, auch eine anständige Zuwegung zur neuen Vereinsanlage zu schaffen. „Uns wurde damals sogar eine Querungshilfe an der Celler Straße, Einmündung Industriestraße und Straße Am Freizeitpark zugesagt. Wenn ich die Kinder dort die stark befahrene Landesstraße überqueren sehe, überkommt mich das Grausen“, stellt der MTV-Vorsitzende fest.

Er sieht die Situation seit vielen Jahren unverändert – es werde immer nur vertröstet. „Ich sehe nicht, dass das Thema von Politik und Verwaltung ernsthaft behandelt wird.“ Hinsichtlich eines Provisoriums habe er keine Idee zur Hand, weil er sich immer auf die Aussagen der Mandatsträger verlassen habe.

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Die neue Sportanlage liegt am Ende einer Gewerbestraße, einen Fußweg gibt es nur auf Teilen des Weges.

Quelle: Kallenbach
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