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Hemme-Azubi schließt als Jahrgangsbester ab

Abbensen Hemme-Azubi schließt als Jahrgangsbester ab

300 Hektar Ackerbau, 200 Sauen, Ferkel und Mast: Helge Rethmeyer verlässt den landwirtschaftlichen Betrieb von Jörg Hemme in Abbensen nun als jahrgangsbester Azubi. Er wird ab Oktober Agrarwissenschaften in Göttingen studieren.

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Helge Rethmeyer hat seinen Schlepper-Führerschein schon früh gemacht - große Maschinen liegen ihm.

Quelle: Ursula Kallenbach

Wedemark. Als Abiturient konnte der jetzt 20-Jährige im zweiten Lehrjahr einsteigen und eines sparen: „Für mich war klar, dass ich vor dem Studium in die Praxis gehe. Ich würde es jedem empfehlen“, sagt der frischgebackene Geselle zum staatlich geprüften Landwirt mit der Gesamtnote 1,3. Heute verabschiedet die Landwirtschaftskammer die 55 Lehrlinge dieses Jahrgangs aus der Region Hannover, Hameln-Pyrmont und Schaumburg in der Freisprechungsfeier in Barsinghausen.

Mit seinem kleinen Modelltrecker hat der künftige Landwirt schon als Kind alles nachgespielt, was er draußen sah. „Wir hatten einen Resthof, und ich war immer gern draußen.“ Nach einem Schulpraktikum in der zehnten Klasse stand sein Berufswunsch früh fest. Er machte im Vorgriff darauf den Schlepper-Führerschein und half überall, wo er draußen anpacken konnte. Es ist dabei geblieben: Sein Lieblingsplatz ist auf dem Fahrersitz eines - echten - Mähdreschers.

Der Godshorner sieht sich selbst als klassischen Landwirt. Spezialisierungen in der Agrarwirtschaft sucht er nicht und hat in der Ausbildung und Berufsschule nicht belegt, was seit vielen Jahren möglich ist, die Bio-Landwirtschaft.

Ausbilder Jörg Hemme hat einen Glücksgriff mit Helge getan - und lernt weiter mit. „Man lernt nie aus“, sagt er. „Von der neuen Technik auf großen Maschinen haben die jungen Leute mehr Ahnung.“ Sein Azubi mag den Betrieb in Abbensen nur ungern verlassen. „Stillsitzen ist keine Option für mich“, stellt der 20-Jährige fest. Dies gilt auch für die Arbeitszeiten in der Landwirtschaft. „In der Erntezeit wird länger gearbeitet, dafür bietet der Winter einen Ausgleich“, sagt Hemme, der der Prüfkommission angehört. Trotz Technik sei die Landwirtschaft ein körperlich anstrengender Job, bestätigt der Nachwuchslandwirt. Und in den Erntezeiten gebe es wenig Schlaf.

Lohnt sich Landwirtschaft heute und künftig? Helge Rethmeyer beurteilt dies differenziert optimistisch. Es komme auf die Betriebsstruktur an. Auf seinem Resthof zu Hause in Godshorn jedenfalls werde er Landwirtschaft nicht betreiben können. Hingegen, was Landwirte künftig verbessern können, nimmt sich der Geselle zur Aufgabe. „Öffentlichkeitsarbeit tut not. Wir müssen deutlich mehr Transparenz schaffen.“ Und ein Lob für seinen Ausbilder hat er auch: „Da ist Jörg deutlich vorn.“ Jeder, der hineinschauen wolle in den Betrieb, könne dies tun.

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