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Historie wird erlebbar

Wedemark Historie wird erlebbar

Ein großes Projekt zur Geschichte von 1930 bis 1950 mit Zeitzeugenberichten aus ihren Dörfern können die Wedemärker jetzt aktuell auf der Internetseite der Gemeinde Wedemark verfolgen. Wissenschaftler arbeiten daran zusammen mit etwa 20 Gymnasiasten, IGS-Schülern und dem Heimatmuseum.

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Sie arbeiten an der Erinnerungskultur: Bürgermeister Helge Zychlinski (von links), Christiane Schröder, Sabine Paehr, Kathleen Möbius, Martin Stöber und Franz-Rainer Enste.

Quelle: Ursula Kallenbach

Wedemark. Der Startschuss für das Vorhaben ist jetzt im Rathaus gefallen - Start auch für ein einmaliges Schulprojekt zur wissenschaftlichen Arbeit an der lokalen Geschichte. „Im eigenen Umfeld wird sie richtig erlebbar“, betonte Bürgermeister Helge Zychlinski. Er sei sehr glücklich, dass das Vorhaben „Erinnerungskultur“ der Gemeinde jetzt richtig Fahrt aufnehme.

Seit eineinhalb Jahren hatte der ehemalige Landtags- und spätere Sprecher der Landesregierung, Franz-Rainer Enste aus Brelingen, für die Gemeinde das Projekt koordiniert, Wissenschaftler aus der Regionalforschung, Einrichtungen, Archive, ehrenamtliche Ortshistoriker und Schulen eingebunden.

Bis 2016 wird das Vorhaben „Erinnerungskultur“ mindestens reichen, jedenfalls ist es so lange mit einem Umfang von rund 30.000 Euro gesichert. Neben einer Grundfinanzierung durch die Gemeinde ermöglicht vor allem die Zusicherung der Hauptfinanzierung von der Klosterkammer die Aufarbeitung der Geschichte.

In einem Seminarkurs arbeitet Geschichtslehrerin Kathleen Möbius im Gymnasium Mellendorf nun mit Schülern des zwölften Jahrgangs. Begleitend bringt ihnen die Wedemärker Historikerin Sabine Paehr in den Themenfeldern Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter sowie jüdische Familien das wissenschaftliche Arbeiten näher.

Christiane Schröder, Historikerin und Expertin für Zeitzeugen-Interviews, wird in den nächsten Monaten mithilfe von Wedemärker Laienhistorikern zahlreiche Zeitzeugen befragen. Die Erinnerungen sollen zusätzlich zu schriftlichen Überlieferungen und Dokumentenauswertungen lebendige Informationen aus der Zeit von 1930 bis 1950 beibringen und für die Nachwelt verfügbar machen.

„Es geht darum zu verstehen, warum etwas passiert ist, was historisch wirklich war“, betonte Martin Stöber vom Niedersächsischen Institut für Historische Regionalforschung. „Bis zum Frühjahr“, so kündigte er an, „wollen wir etwas vorlegen, eventuell zwischen zwei Buchdeckeln.“ Er hoffe, dass eine solche Veröffentlichung noch mit den 30.000 Euro abgedeckt sein werde.

Bis dahin können interessierte Wedemärker auch Zwischenergebnisse von den Interviews und andere bereits publizierte Tagebücher und Erinnerungen auf der Webseite der Gemeinde verfolgen. Auf der Seite wedemark.de findet sich unter dem Navigationspunkt „Unsere Gemeinde“ der Punkt „Wedemark 1930-1950“.

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