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Bis die Wolken lila sind

Holi-Fest in Mellendorf Bis die Wolken lila sind

In Mellendorf fliegen wieder die Maismehlbeutel! Zahlreiche Besucher des Holi-Festivals bewarfen sich am Sonnabend in der Wedemark mit farbigem Maismehlstaub. Auch der am Nachmittag einsetzende Regen hat die feiernde Menge dabei nicht gestört.

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Zahlreiche Besucher reisten am Sonnabend nach Mellendorf, um sich gegenseitig mit farbigem Maismehl zu beschmeißen.

Quelle: Nigel Treblin

Mellendorf. Nein, das ist kein Ort für empfindliche Klamotten. Und vorher die Haare zu waschen, ist auch Zeitverschwendung. Die feuchte Luft im Spaßbad hängt am Sonnabend voller Farbwolken. Beutel mit knallbuntem Maismehl sind neben den Feiernden die Hauptdarsteller an diesem Tag. Überall klatschen sich die überwiegend jungen bis jugendlichen Gäste Hände voll mit gelbem, grünem, rotem, orangefarbenem und blauem Pulver auf Po und Rücken, schütteln die Tüten über den Köpfen aus, sehen selbst meist bunt aus wie der Regenbogen. 2 Euro kosten die Tütchen, die nicht mitgebracht, sondern nur auf dem Gelände gekauft werden dürfen – und sie finden reißenden Absatz.
Seit 12 Uhr ist das Fest im Gange, seit 15 Uhr wird jede volle Stunde zum Farbwurf aufgerufen. Auf Kommando schießen dann aus Tausenden Händen Mehlfontänen in die Höhe, am Himmel gibt es ein imposanten Farbfeuerwerk.
Manchmal stellt sich ein Kratzen im Hals ein. Doch dagegen gibt’s genug Getränkestände. Und wem all das doch nicht so gut bekommt, der trägt Atemschutz vor Mund und Nase. Auch Brillen werden angeboten, heute weniger gegen die Sonne denn als Schutz für die Augen.

In Mellendorf fliegen wieder die Maismehlbeutel – beim Holi-Festival im Spaßbad.

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Außer Maismehlwolken wabern auch heftige Bässe durch die Luft. In der Nähe der Bühne vor den Lautsprechern tanzt der Magen automatisch mit, auch wenn die Beine stillstehen. Auf der Bühne tummeln sich in der Zielgruppe angesagte Bands, darunter Moonbootica, Lexy & K-Paul, Paji und die Gruppe Adaptiv. Mal hämmert die Musik eher elektronisch aus den Boxen, mal sind mehr indische Klänge dabei, zu denen auch auf der Bühne Tänzerinnen  aktiv sind. Denn die Holi-Sause ist einem indischen Brauch entlehnt. „Das ist einfach nur geil hier“, juchzt die 19-jährige Miriam und tanzt und zuckt verzückt zu den Rhythmen.

Damit alles gesittet vonstatten geht, hat Veranstalter Christian Fischer vorgesorgt. Die Eingangskontrollen sind streng, Taschen werden durchsucht. Ticket hin oder her, ohne Ausweis kommt keiner rein, unter 16 Jahren auch nicht, und mit Bier in der Hand keiner raus. Das Getränk muss dann samt Plastikbecher in den Müll – oder schnell noch ausgetrunken werden. Die Security schaute genau hin. Die Polizei mit Verstärkung aus Burgdorf und Langenhagen konnte im Hintergrund bleiben.
In einer langen Schlange stehen die Gäste noch am späten Nachmittag geduldig vor dem Eingangsbereich. Immer mal wieder strömt der Regen, doch unverdrossen strömen auch neue Gäste zum Spaßbadgelände. Es sind deutlich weniger als die 7500 im vergangenen Jahr. Allerdings gibt es mittlerweile auch mehr Gelegenheiten, in den Farbrausch zu verfallen. Erst im Juni tobten sich rund 10 000 Holi-Fans auf der Expo-Plaza aus, und wem Uelzen nicht zu weit ist, kann dort am 20. September auf die nächste Farbparty gehen.

Wenig Arbeit für die Polizei

Das Holi-Fest verlief laut Polizei weitestgehend störungsfrei. Nur vereinzelt mussten Beamte tätig werden. Zwei Diebstähle wurden bekannt. Einer Frau wurde Geld aus ihrer abgestellten Handtasche entwendet, eine weitere büßte ihr Smartphone ein, das sie in ihrer Hosentasche trug. Zwei Besucher wurden mit Betäubungsmitteln angetroffen, ein anderer war derart betrunken, dass er ins Krankenhaus gebracht wurde. Auf dem Heimweg erlitt ein angetrunkener 32-Jähriger eine Prellung am Arm. Er war auf der Langenhagener Straße in Scherenbostel von einem Auto gestreift worden.

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