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Das Alter des Amtshauses bleibt rätselhaft

Bissendorf Das Alter des Amtshauses bleibt rätselhaft

Nur Holzproben von nicht vollständig behauenen Balken können Aufschluss über das Baujahr des Amtshauses in Bissendorf bringen - und das auch nur sehr ungefähr. Das hat Fachbereichsleiter Kay Petersen einer kleinen Gruppe von SPD-Mitgliedern jetzt bei einer Führung im Amtshaus erläutert.

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Karl-Hans Konert, Gerhard Kutzner, Walter Zychlinski, Kay Petersen und Rebecca Schamber schauen sich die Vorauswahl der neuen Dachziegel an.

Quelle: Roman Rose

Wedemark. Der Grund: Wenn die äußeren Jahresringe bei der Bearbeitung entfernt wurden, kann das Alter eines Balken nicht mehr genau datiert werden. Außerdem ist mit einer Datierung des verwendeten Holzes noch nichts darüber gesagt, wie lange es vor dem Einbau gelagert oder anderweitig genutzt wurde. Im Amtshaus seien über die Jahrhunderte viele Baumaterialien zusammengewürfelt worden, sagte Petersen. Das Ergebnis der dritten Reihe von Holzproben liege noch nicht vor.

Ausdrücklich war nur eine kleine Gruppe auf die Baustelle gelassen worden, das Dachgeschoss tabu, aus Sicherheitsgründen, wie Petersen erläuterte. An zu vielen Stellen droht Absturz- und Verletzungsgefahr. So lagen einige Farbvarianten für die neuen Dachziegel im Erdgeschoss zur Bemusterung bereit. Die Gemeinde hatte die alten Pfannen schon abräumen lassen, weil dies die Konstruktion stark entlaste und so den Zimmerleuten die Arbeit erleichtere, berichtete Petersen. Zurzeit bedecken provisorisch große Planen den Dachstuhl, dessen Sparren noch komplett ausgetauscht werden.

So bleibt das Baujahr vorerst ein Rätsel. Alte Quellen und auch alte Holzgutachten nennen unterschiedliche Zahlen, wie Gerhard Kutzner und Reiner Linnemüller berichteten, die sich privat mit Ortsgeschichte beschäftigen. 1691 sei zu spät gegriffen, andernorts von 1641 die Rede, die Region spricht von 1620, wieder andernorts wird von Bauteilen aus dem Jahr 1516 berichtet.

Da das Amtshaus später einen Anbau bekommen habe, sei zudem die Frage, wo frühere Holzproben gezogen wurden. Chronisten würden zwar oft sehr genau ihre Quellen angeben, es könne jedoch gut sein, dass Fehler untereinander übernommen wurden. Kutzner hofft, das die Untersuchung von Steinen im Keller weiteren Aufschluss gibt. Und auch diese Spekulation berichtete Petersen bei der Führung: So soll das Amthaus früher einmal in Burgwedel gestanden haben und dann in Bissendorf wieder aufgebaut worden sein.

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