Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 8 ° Regen

Navigation:
Fensterbilder – eine ruhige Fotografie

Wedemark Fensterbilder – eine ruhige Fotografie

Fotografie oder Grafik oder beides? Fotografische Lichtungen nennt Klaus Dierßen seine Bilder, die ab Sonntag, 2. April, im Imago Kunstverein Wedemark im Bürgerhaus in Bissendorf zu sehen sind. Der Eintritt zur Vernissage ab 12 Uhr ist frei.

Voriger Artikel
Beiratsarbeit verändert auch die Gemeinde
Nächster Artikel
Instrumente sind zum Ausprobieren da

Klaus Dierßen zeigt seine Fotografien im Imago Kunstverein Wedemark bis zum 14. Mai.

Quelle: Kallenbach

Bissendorf. Kaum ein kundigerer Fachmann als der Wedemärker Kunstfotograf Manfred Zimmermann könnte in diese Ausstellung einführen – wer ihn einmal wieder treffen und hören möchte, findet hier Gelegenheit.

Der eigentliche Titel der Ausstellung braucht Erklärung: „WINaware“. In der Wortschöpfung fasst Dierßen die Essenz seiner künstlerischen Arbeit zusammen. „WIN“, das bedeutet Gewinn, zugleich denkt man an Windows, ein elektronisches Fenster zur Welt. Durch Dierßens Fensterbilder kann der Betrachter etwas gewahr werden, sich dessen bewusst werden – das deutet der andere Begriffsteil „aware“ an.

Die Bilder muten an wie Grafiken, dabei sind sie „eine sehr ruhige Fotografie“, wie der Künstler sagt. Die Licht- und Schatteneindrücke seien gesehen und so fotografiert mit einer guten Kamera; nahezu keine Bearbeitung am Bildschirm habe die Ergebnisse verändert.

Man meint, an der Kopfseite links im Ausstellungsraum eine Serie von Schwarz-Weiß-Fotografien oder Grafiken vor sich zu haben, doch zeigen sie sehr feine Nuancen zwischen Grau und verschwindendem Grün. „Es sind aber ausschließlich Farbabzüge“, erläutert der Künstler. Wo die Farbe zurückgedrängt ist, diene dies der Sensibilisierung im Auge des Betrachters. Andere Bilder dagegen, „die richtig knallen, wie man sich das so vorstellt“, hängen gegenüber im Ausstellungsraum.

Bis 2012 hat Dierßen als Dozent und Professor für Bildende Kunst und Fotografie an der Universität Hildesheim sein Wissen vermittelt. Am Institut für Bildende Kunst und Kunstwissenschaft im Studiengang Kulturwissenschaften war er dort seit 1977 tätig. Vorher, was er mindestens ebenso gern erwähnt, hatte er sein Staatsexamen und Meisterschülerdiplom bei Professor Malte Sartorius an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig erworben. Das Aha, das auf diese Information bei Grafikkennern folgen mag, weiß Dierßen, immer noch leidenschaftlich beseelt von Kupferdruckpapier und Radierungen, vom Abstrakten verständlich auf das Fassbare herunterzuerklären.

Von der Hahnemühle in Dassel bezieht er sein handgeschöpftes Bütten-Papier für die Fotoabzüge. Die bestimmte Oberfläche, glänzend, aber nicht hochglänzend, erlaube die Reduzierung auf feine Tonwerte. „Die Bilder springen niemand an.“ Stets habe er mit Druckgrafik und Zeichen zu tun gehabt, berichtet Dierßen, der 1949 in Hildesheim geboren wurde und dort jetzt lebt. „Ich komme aus der Grafik: Siebdruck, Lithografie, Lichtdruck.“ Die Fotografie sei nur das Aufnahmeverfahren – „im Grunde sind es die grafischen Dinge, die mich interessieren“.

Info: Die Ausstellung ist bei Imago, Am Markt 1, bis zum 14. Mai zu sehen. Künstlergespräch am Sonntag, 23. April, von 15 bis 17 Uhr, Finissage am Sonntag, 14. Mai, von 15 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist jeweils frei.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6x85rmeebdfjj9kao01
Hunde trotzen ihrer kleinen Erkältung

Fotostrecke Wedemark: Hunde trotzen ihrer kleinen Erkältung