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Der nächste Hirsch braucht das Fläschchen

Wedemark Der nächste Hirsch braucht das Fläschchen

Immo Ortlepp ist wieder Mutter geworden. Etwa 60 Zecken musste der Berufsjäger in Abbensen an seinem Hirschkalb als erstes absammeln, bevor es ans warme Fläschchen ging. Waldarbeiter hatten das Tier verlassen bei Wietze gefunden; es ist jetzt wohl sechs Tage alt.

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Das wenige Tage alte Hirschkalb lernt Mensch und Hund als Vertraute kennen.

Quelle: Kallenbach

Abbensen. „Das heißt, das Jungtier wird sich auf mich prägen, ich bin seine Mama“, erklärt Ortlepp. In seinem Jagd- und Hegekonvent belegt außerdem ein auch nur zehn Tage altes Rehkitz-Waise einen Aufzuchtplatz.

Eine Mischung aus Ziegen- und Schafsmilch – sie sind wenig allergen -, angereichert mit fetter Kondensmilch soll beide Wildtiere schnell und zuverlässig an die Flasche bringen. Zuerst zählt jedes Gramm, das geschluckt wird, damit die Tiere überleben. Von 5 bis 23 Uhr ist Ortlepp damit beschäftigt. Für das Hirschkalb übernimmt sein Jagdhund Birdy die weiteren tierischen Mutterpflichten: Während Ortlepp füttert, leckt die Hündin den Nachwuchs einmal ganz durch, säubert und massiert ihn wie ein eigenes Junges.

In die freie Wildbahn entlassen werden kann der Hirsch nach dieser Prägung auf Mensch und Hund niemals. „Wenn dieses Tier wieder ausgesetzt würde, stellt er eine Gefahr dar, weil er auf Menschen zulaufen wird, um zu spielen. Aber Hirsche spielen anders“, verdeutlicht der Jäger. Stattdessen wird er dem Kleinen schon in der nächsten Woche ein Geschirr anlegen und mit ihm einen Waldspaziergang machen.

„Er soll ein Fährtenhirsch werden“, kündigt der Jäger an, der so schon erfolgreich mit Wildschweinen zusammengearbeitet hat. Die mitgeführten Wildtiere legen im Wald eine Fährte und sind hilfreich bei der Jagdhundeausbildung. Als lebende Wildtiere dienen sie auch zur Anschauung für den Jägernachwuchs, Kindergärten und Besucher. Als Berufsjäger hat Ortlepp die Qualifikation, verwaiste oder kranke Wildtiere großzuziehen; er hat Jahrzehnte Erfahrung mit der zeitaufwendigen Aufzucht – bezahlt aus eigener Kasse.

Dass er auch den nächsten Hirsch großziehen werde, hatte Ortlepp schon angekündigt, als er 2014 seinen vierjährigen Hirsch Harry verlor. Das Tier war, offenbar von außen erschreckt, in Panik aus dem Gatter ausgebrochen und bis nach Averhoy gelaufen. Harry wurde erschossen, und ein ganzer Fanklub trauerte.

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