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Bunter Mix statt Einfamilienhäuser geplant

Wedemark Bunter Mix statt Einfamilienhäuser geplant

Eines der letzten noch möglichen großen Baugebiete in Bissendorf ist beschlossene Sache: Der Rat der Gemeinde Wedemark hat am Montag dem Bebauungsplan Diersrahe zugestimmt. Am westlichen Ortsrand sollen nicht nur klassische Einfamilienhäuser Platz finden – ein Mix der Wohnformen ist geplant.

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Horst Menze (von links) für die Grünen und Melanie Engelke für die Wählergemeinschaft Wedemark Resse (WWR) werden von Bürgermeister Helge Zychlinski als neue Ratsmitglieder verpflichtet.

Quelle: Kallenbach

Wedemark. Eine jahrelange Diskussion zur Erweiterung des Ortes auf diesen 4,2 Hektar südlich der Scherenbosteler Straße mündet damit in ein Resultat, das die Ratsfraktionen insgesamt positiv bewerteten – vor allem wegen des Angebots auch an Wohnungen in Reihenhäusern und Mehrfamilienhäusern, Wohnungen für Bewohner mit Berechtigungsschein sowie im nördlichen Teil einer in Aussicht gestellten Seniorenwohnanlage.

Alle Seiten seien bemüht gewesen, ein gutes Ergebnis hervorzubringen, und dies sei gelungen, betonte Jochen Pardey für die SPD-Fraktion. Sozialer Mietwohnungsbau werde dort ermöglicht. „Es wird sich zeigen, dass zwei Jahre Beratungen sich gelohnt haben.“ Die Gesichtspunkte vieler Kritiker der Planung nahm Susanne Brakelmann (CDU), auch Bissendorfer Ortsbürgermeisterin, noch einmal auf, äußerte sich aber froh, dass „letztendlich die Kuh vom Eis geholt“ sei. Die vorhandene Geländekontur hätte eine andere, entgegengesetzte Anordnung der Mehrfamilienhäuser (jetzt im höheren Bereich platziert) und der Einfamilienhäuser (jetzt im unteren Bereich) auf der Fläche sinnvoller erscheinen lassen. Doch für eine andere Planung wäre zum Beispiel Grundstückstausch erforderlich gewesen.

„Auch wenn wir die Fehler sehen, stimmen wir dem Beschluss zu“, betonte der Grünen-Fraktionsvorsitzende Wilhelm Lucka. Für die Grünen wiege die Tatsache hoch, dass dort ein nennenswerter Anteil Mietwohnungen und sozialer Wohnungsbau geschaffen werde. Kritisch merkte er an, dass in den Abwägungsvorschlägen zu leichtfertig die künftige Verkehrsführung übergangen worden sei, ebenso der Aspekt einer dort lebenden Rebhuhn-Population. Insofern votierten die Grünen nur gegen diesen gesonderten Abstimmungsteil, ebenso die FDP-Bündnis C-Gruppe. Aus dieser Gruppe bemängelte Erik van der Vorm ebenso die Anordnung der Häuser. Seine Gruppe könne und wolle dem B-Plan nicht zustimmen, sagte er und knüpfte dies auch an das fehlende Verkehrskonzept für die Wedemark.

„Dies wird das letzte große Baugebiet sein. Wir sehen jetzt schon einen Verkehrskollaps, und der wird sich erheblich vergrößern. Große Baugebiete können erst dann verwirklicht werden, wenn wir ein Verkehrskonzept haben", kritisierte van der Vorm. Er begrüßte aber ausdrücklich, dass für Senioren und sozial schwache Wedemärker Wohnraum geschaffen werde. Auf entschiedenen Widerspruch im Rat stießen jedoch seine Äußerungen, es werde dort große Probleme mit den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen „so, wie es dort vorgesehen ist“ geben.

„Unser Anspruch ist, wir sind eine Gemeinde für alle Menschen“, stellte Bürgermeister Helge Zychlinski darauf unter Beifall klar. „Ich verwahre mich dagegen, solche Schreckgespenster in die Öffentlichkeit zu bringen.“ Zu dem Bebauungsplan hatte Zychlinski eingangs den Mix der Wohnformen ausdrücklich hervorgehoben. Dagegen hätten die Fragen der Verkehrsführung in der öffentlichen Diskussion „etwas überschattet, was das Baugebiet an Potential hat“. Für die Zeit der Bautätigkeit sicherte Zychlinski zu, dass die Baustraße über das Baugebiet Diersrahe führen werde, nicht über den Dieter-Mysegades-Weg.

Kein neuer Stand zu Hallen in Gailhof

Für Unruhe in Gailhof und Meitze hat eine bundesweite Vermarktungsanzeige eines Münchener Maklers im Internet zu insgesamt 60.000 Quadratmeter Gewerbehallen in der Wedemark gesorgt. Dabei waren in einer Karte Standorte in Mellendorf, Gailhof und Autobahnnähe angegeben. Der Makler habe diese Grundstücke beliebig dargestellt, um nicht Konkurrenten auf die Spur zu bringen, erläuterte Bürgermeister Helge Zychlinski auf die besorgte Anfrage einer Gailhoferin in der Bürgerfragestunde. Er habe sich dessen in einem Telefonat mit dem Makler versichert. Richtig sei, dass 25.000 Quadratmeter davon zu einem Grundstück in Berkhof gehören, dort sei der Bebauungsplan beschlossen. Zu der Fläche am Neuen Hessenweg in Gailhof gebe es aktuell keinen neuen Stand, sagte der Bürgermeister. Die Gemeinde hatte erste Pläne, dort in direkter Ortsrandlage großflächig Gewerbehallen anzusiedeln, im April 2016 nach massivem Widerstand einer Initiative aus Gailhof und Meitze zurückgenommen. Zychlinski hielt gleichwohl in der Ratssitzung an seiner Haltung dazu fest. „An diesem Standort Gewerbe zu entwickeln, hat der Rat beschlossen. Über das Wie müssen wir sprechen. Meine Position zur Gewerbeansiedlung: Wenn nicht an der Autobahn, wo sonst?“ Man werde an Kompromisslinien arbeiten, welche Form von Gewerbe in Gailhof an der Autobahn-Abfahrt zu realisieren sein werde.

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