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Das Projekt soll Schule machen

Wedemark Das Projekt soll Schule machen

30 Hellendorfer haben es geschafft: Sie sind anerkannte Ersthelfer, die mit einem Defibrillator umgehen können. Das Bürgerprojekt soll möglichst gemeindeweit Schule machen.

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Der Notfallarzt Dr. Christian Schröter aus Hellendorf wirbt für Ersthelfer-Schulungen am Defibrillator.

Quelle: Kallenbach

Wedemark. Das kompakte kleine Gerät hängt öffentlich zugänglich in einem Kasten am Feuerwehrhaus – Frau oder Mann können es im Notfall jederzeit benutzen. Aber der Hilfe versprechende Name „Heartstarter“ hinter der Glasscheibe kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass dieses Gerät den meisten Menschen eher Angst macht. Wer würde – selbst in akut lebensbedrohlicher Situation – die Scheibe einschlagen und den Defibrillator an einem Menschen mit Herz-Kreislauf-Stillstand ansetzen?

Die 30 Hellendorfer Ersthelfer sind nicht nur mutig, sondern nun auch geschult und bereit, aktiv zu werden. Der Arzt Dr. Christian Schröter aus Hellendorf hat ihnen die Grundlagen vermittelt. Die Teilnehmer der Schulung haben ein Zertifikat mitgenommen. „Das Gerät ist selbsterklärend, sobald es eingeschaltet ist. Wenn ein Mensch keine Atmung und keinen Puls mehr zeigt, leitet der Defibrillator den Helfer durch alle notwendigen Maßnahmen“, beschreibt Schröter. „Das Gerät macht auch eine EKG-Analyse und sagt dem aktiven Helfer sogar an jeder Stelle, was er nicht tun sollte.“

Einen besseren Lehrer hätten die Teilnehmer nicht finden können: Schröter war zuletzt als stellvertretender Leiter im Team des Rettungshubschraubers Christoph 4 unterwegs. Er ist Facharzt für Unfallchirurgie und Orthopädie. Jetzt ist er Oberarzt im Klinikum Wolfsburg, aber immer noch auch als Notarzt tätig. Seit 1996 ist er bereits im Rettungsdienst.

Bei der Schulung konnten die Teilnehmer auch ihre Kenntnisse in der klassischen Herz-Lungen-Wiederbelebung auffrischen, die mit der Führerscheinprüfung erworben wurde. „Damit werden erstmal viele Ängste genommen“, sagt der Notfallarzt. Er sieht die Aktivitäten in Hellendorf als eine Initiative von Bürgern für Bürger. „Das ist eine Idee, die wir bereit sind, auf die ganze Wedemark auszudehnen“, sagt Schröter. „Wenn der Wunsch in anderen Orten besteht, würden wir beratend zur Seite stehen. Die Initiative kann Vorbildcharakter haben.“

Innerhalb von 15 Minuten müssen laut niedersächsischem Rettungsdienstgesetz bei Notfällen Rettungskräfte vor Ort sein. Ein Wedemärker Rettungsdienst steht nur in Bissendorf bereit. Weitere können von Burgwedel und Langenhagen, auch aus dem Heidekreis geschickt werden sowie der Rettungshubschrauber der MHH. „Was ist, wenn die Rettungsfahrzeuge zu anderen Fällen unterwegs sind? Umso wichtiger, dass Laienhelfer vor Ort die 15 Minuten überbrücken können“, wirbt Schröter für das Modell, das gemeindeweit Schule machen könnte.

Er ist bereit, wie in Hellendorf mit Unterstützung der Johanniter-Akademie Hannover die Schulungen anzubieten. „Die Akademie stellt hochqualifizierte Ausbilder und Schulungsmaterial für solche Veranstaltungen dieser Qualität“, betont der Facharzt.

Ersthelfer-Gruppen setzen sich zusätzlich zum Regelrettungsdienst ehrenamtlich für die medizinische Versorgung der Mitbürger ein. Zur speziellen Ausstattung gehört – um den korrekten Ausdruck am Ende noch zu nennen - ein Automatischer Externer Defibrillator (AED) zum Einsatz bei Reanimationsmaßnahmen. „Wir hoffen“, so der engagierte Notfallarzt, „dass dieses Projekt beispielhaft sein kann, und dass es zu einer Verbreitung von AED-Standorten in der ganzen Wedemark kommt.“

Die Initiative ist von der CDU Hellendorf ausgegangen. Weitere Kontakte über E-Mail an c.wandke@gmx.de.

Von Ursula Kallenbach

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