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Das Wohnen der Anderen

Wedemark Das Wohnen der Anderen

In Resses barrierefreies Mehrparteienhaus ziehen bald die ersten Neubürger ein. Doch zunächst ist am Dienstag erst einmal Richtfest gefeiert worden. Und da es sich um ein Modellprojekt im Dorfe handelt, kamen viele Interessierte.

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Hier wollen Birgit und Erhard Ziemann so schnell wie möglich einziehen.

Quelle: Particia Chadde

Resse. Renate Haller ist seit 20 Jahren Resse-Besucherin, denn hier leben mit Stefanie und Ralf Haller sowie den Enkeln Max und Marc ihre Angehörigen. Noch in diesem Jahr wird Renate Haller vom Gast zur Einwohnerin. Denn Renate Haller wird eine der barrierefreien Eigentumswohnungen im Acht-Parteien-Neubau beziehen.

Das zukunftsfähige Wohnmodell liegt nur wenige Meter vom Resser Frischmarkt, den Arztpraxen und der Gaststätte entfernt, wird rollstuhlgerechten Wohnkomfort mit extra breiten Türen sowie einem Fahrstuhl vom Keller bis zum Dachgeschoss bieten und ist bereits im Rohbau fertig. Am Dienstag wurde Richtfest gefeiert, was neben den zukünftigen Bewohnern und Investoren auch viele interessierte Resser auf die Rasenfläche am Alten Dorf 11 lockte. Lobende Worte gab es von der stellvertretenden Wedemärker Bürgermeisterin Rebecca Schamber ebenso wie von vielen weiteren Beteiligten.

„Hoffentlich geht es flott weiter, denn wir möchten im Herbst einziehen“, berichtete Birgit Ziemann. Sie lebte mit Ehemann Erhard in Fuhrberg, hat dort Haus und großen Garten verkauft und freut sich auf den Neuanfang in Resse. „Wenn wir verreisen wollen, müssen wir keinen Fragen, ob er Blumen gießt und Rasen mäht“, erläutert Erhard Ziemann die Beweggründe. Beide sind Mitte 60, Treppen steigen ist für sie aktuell kein Problem, „aber das kann sich auch schnell ändern“, wie Ziemann weiß. Bisher gibt es nur einen Wermutstropfen für Brigit Ziemann: „Meinen Garten vermisse ich sehr“.

Beim Richtfest unterhalten sich die Ur-Resser locker mit den „Neuen“ und sind über die aktuellen Entwicklungen des Bauabschnitts auf dem Laufenden. Mit Renate Haller und dem Ehepaar Ziemann nutzen genau die Menschen das zukunftsweisende Wohnangebot, das Projektplaner Heinz Müller vor Augen hatte. Einziger Haken: eigentlich sollte für Resser seniorengerechter Wohnraum geschaffen werden. Aber die bleiben lieber da, wo sie seit den 1960er oder 1970er Jahren wohnen. Damals lagen die Quadratmeterpreise bei 20 Mark, so dass viele VW-, Conti- oder Varta-Mitarbeiter ihre Einfamilienhäuser auf großen Grundstücke setzten.

Damit diese Klientel auch im fortgeschrittenen Alter im Ort wohnen bleiben kann, sollte das Acht-Parteien Haus eine Alternative bieten. Die Resser finden es auch super, sind aufgeschlossen und begleiten Hallers und Ziemanns aufgeschlossen.

Aber an ihrer eigenen Wohnsituation im Eigenheim und 1400 Quadratmeter Garten möchten zum Beispiel die Resserin Gerit Meissner (63) nichts ändern, denn der Gatte ist fidel und die Tochter wohnt nebenan. Auch Antje Ernst wohnt im Ort, hat eine Doppelhaushälfte mit kleinem Garten und findet, „das ist vom Arbeitsaufwand gut zu wuppen“. Ihre Eltern, 83 und 87 Jahre alt, wohnen ebenfalls noch im eigenen Haus mit Garten und „kommen gut alleine klar“. Marita Woischneck (67) hat ebenfalls ein kleines Reihenhaus in Resse und 200 Quadratmeter Grundstück drum herum. „Erstmal ändere ich nichts“, erklärt sie ihre Haltung. Aber das Resse dem demografischen Wandel mit passenden Wohnangeboten begegnet, findet einhellige Zustimmung. Weshalb das nächste, gleich große Objekt in Planung ist. Und vielleicht zieht ja dann auch ein Resser ein.

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Von Patricia Chadde

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