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Geburtstag mit 102 - bitte nicht langweilig

Wede Geburtstag mit 102 - bitte nicht langweilig

Gestern ist Waltraud Ohlich 102 Jahre alt geworden. Nur ein Wimpernschlag davor: Bis zum Hundertsten geht sie täglich zum Frühschwimmen ins Spaßbad Mellendorf, sie spielt Zither, Mandoline, Orgel und Flöten, und sie versorgt sich in ihrem Haus in Mellendorf bis zum Frühjahr dieses Jahres vollständig allein.

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Waltraud Ohlich ist 102 Jahre alt – auch Susanne Brakelmann kann es beim Geburtstagsbesuch kaum glauben.

Quelle: Kallenbach

Bissendorf. Im Altenpflegeheim sei ihr nun, wie sie gestand, doch ein wenig langweilig. Zu ihrem Geburtstag aber war genug los: Morgens trafen offizielle Besucher und Verwandte ein, zwischendrin viele Anrufe und am Nachmittag eine Party am Springhorstsee mit langer Gästeliste. Es sind deutlich mehr Freunde als Verwandte, die das lange Leben von Waltraud Ohlich begleiten, denn eine Ehe und eigene Kinder passten nicht in den Lebenslauf mit Krieg und dessen Folgen. Sie ist in Breslau mit drei Geschwistern aufgewachsen. Der Vater hatte als Förster den Kindern viel Natur zu bieten. An das Ausreiten mit Pferd Kitty erinnert sich die Betagte lebhaft, ebenso an das verhasste Handarbeiten in der Schule – das konnte Schwester Erika besser.

Als Erzieherin schloss sie sich einer Familie an, die sie forthin auch bei deren Ortswechseln von Berlin nach Hannover begleitete. Bei Ende des Krieges 1945 kam sie mit ihren Eltern nach Mellendorf. Mit ihrer Schwester baute sie 1956 das Haus am Birkenweg. Von dort aus pendelte sie beruflich nach Hannover; im Landbuchverlag arbeitete sie sich ein und blieb bis zur Rente.

Schwester Erika starb im Jahr 2000 und ließ Waltraud Ohlich im Haus zurück. Zum Lebensalltag im hohen Alter der immer Rührigen gehören vor allem die Beziehungen zu den Familien und Kindern, die sie betreute. Neffe Jürgen – „Ich bin der letzte Ohlich“ – lebt in den USA, ist für die Umstände rund um diesen Geburtstag für einen Monat angereist und wohnt im Mellendorfer Haus. Er steuerte gern Erinnerungen bei, wenn die genauen Daten der 102-Jährigen, zumal in vielen Gesprächen an diesem aufregenden Geburtstag, hin und wieder fehlten.

Neben Bissendorfs Ortsbürgermeisterin Susanne Brakelmann brachte auch Wedemarks stellvertretende Bürgermeisterin Rebecca Schamber Geburtstagsgrüße vorbei. Und ach, die Musik, die Musik: „Ich liebe Klassik“, sagt die 102-Jährige. Die Finger geben zwar das Zitherspielen nicht mehr her, aber CDs mag sie hören.

Von Ursula Kallenbach

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