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In Wedemark besser als im Bund: FDP toppt AfD

Wedemark In Wedemark besser als im Bund: FDP toppt AfD

Einbrüche für die großen, meist Gewinne bei den kleineren Parteien – so hat die Wedemark gewählt. Besondere Überraschung: Lokal holte die FDP rasant auf und wurde am dritthäufigsten gewählt mit 11,9 Prozent (2013: 5 %).

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Dem Wähler besser zuhören - das haben sich die Parteien für die Zukunft vorgenommen.

Quelle: Stefan Boness/Ipon

Wedemark. So liegt die AfD mit 9,3 Prozent auf Platz vier und unter ihrem Bundesergebnis, steigerte sich aber gegenüber 2013 (4,4 %).Die CDU landete mit 35,7 Prozent über dem Bundesergebnis (32,9 %), aber unter dem der Bundestagswahl 2013 (42,9 %). Die SPD holte mit 25,3 Prozent ebenfalls mehr als im Bund (20,8 %), blieb aber unter den 30,9 Prozent von 2013. Die Grünen erreichen mit lokal 8,9 Prozent exakt das Bundesergebnis, bleiben 0,5 Prozentpunkte unter dem Ergebnis von 2013.

Für die CDU stellt die Ortsverbandsvorsitzende Editha Lorberg fest: „Wir konnten unsere Themen nicht in die Bevölkerung bringen, aber ich bin froh, dass unser Kandidat Hendrik Hoppenstedt den Wahlkreis direkt gewonnen hat.“ Ein „weiter so“ könne es jedoch nicht geben. „Wir müssen uns intensiver mit den Themen beschäftigen, die die Menschen beschäftigen – die Flüchtlingsfrage und die innere Sicherheit. Vor allem die innere Sicherheit ist für die CDU nicht verhandelbar.“ Für Niedersachsen sei entscheidend, dass Ausreisepflichtige auch wirklich ausreisten. Zudem brauche die Polizei mehr Stellen und müsse entlastet werden.

Die stellvertretende SPD-Vorsitzende Rebecca Schamber nannte das Ergebnis „einen historischen Tiefpunkt“. Schlimmer als das eigene Abschneiden treffe sie jedoch die AfD-Rhetorik. „Es lief mir kalt über den Rücken, als ich Gauland sagen hörte, man werde die Regierung jagen und sich das Land zurückholen“, sagte sie. Vor dem Hintergrund der erstarkenden AfD habe die SPD sich im Landtagswahlkampf bereits als besonders tatkräftig profiliert. Im Land habe die SPD schon bisher gute Arbeit geleistet. „Wir sind nicht bereit, Populisten hinterherzulaufen – jetzt erst recht!“

„Erleichtert und sehr zufrieden“ sei sie, sagte die Wedemärker FDP-Vorsitzende Andrea Giese über das Bundesergebnis, wenngleich die Liberalen dort nicht drittstärkste Kraft geworden seien. „Wir müssen mehr hinhören, wo die Sorgen der Bürger sind, deshalb werden wir in der Wedemark zum Beispiel weitere Veranstaltungen anbieten, um näher am Bürger zu sein.“ Auf Facebook sei die FDP Wedemark schon sehr präsent. Im Land habe die FDP gute Oppositionsarbeit geleistet, dies werde wahrgenommen von den Bürgern.

Der AfD-Ortsvorsitzende Dirk Brandes sagte, er sei „ziemlich zufrieden“. Offensichtlich sei die AfD die neue Vertretung des kleinen Arbeiters und Angestellten. Wo diese stark vertreten seien, habe die AfD die größten Erfolge. Bedauerlich sei allein, dass viele Menschen erst wach würden und zur AfD fänden, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen sei. Mit Blick auf das Ausscheiden von Frauke Petry aus dem Bundesvorstand sagte er: „Ich bin froh, dass wir eine Partei sind, in der noch gestritten wird.“ Für die Landtagswahl sieht Brandes die Partei auf der richtigen Linie.

Grünen-Vorsitzende Ute Lucka nannte das Bundesergebnis „ordentlich“. „Es wird allerdings extrem schwierig, etwas Stabiles zustande zu bekommen“, sagte sie. Sie sei gespannt, wo Einigungen möglich seien. Für die Parteienlandschaft sieht sie eine Zeitenwende. Gleichzeitig sei sie guter Hoffnung, dass viele Enttäuschte unter den AfD-Wählern mit der Zeit wieder erreichbar werden. „Es wurde nicht richtig zugehört, viele fühlten sich im Zwiespalt und allein gelassen. Viele haben ein Gefühl der Ohnmacht, das muss man ernster nehmen.“

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