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Unterm Strich: Lösungen statt Kirchturmdenken

Wedemark Unterm Strich: Lösungen statt Kirchturmdenken

In der Wedemark könnte sich die neue Landesregierung vor allem beim Verkehr tummeln, findet
 Roman Rose.

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Vor geschlossenen Schranken bilden sich in der Wedemark oft lange Staus.

Quelle: Roman Rose/Archiv

Wedemark. Für Autofahrer sind Straßen erstmal einfach Straßen und es kümmert sie zu Recht wenig, wer sie gebaut hat. Straßen sind da, um vorwärts zu kommen. Schön, wenn es so wäre. Denn für die öffentliche Hand, den Staat, sind Straßen keinesfalls alle gleich. Es gibt welche, für die die Gemeinde zuständig ist, um andere kümmert sich die Region Hannover, das Land sorgt für die größeren Verkehrsadern durch Niedersachsen und der Bund ist Bauherr bei Bundesstraßen und Autobahnen. Ob beim Bau, bei der Reinigung oder beim Schneeschieben – jeder hört an der Grenze auf, nicht nur beim Arbeiten, offenbar auch beim Denken. Ziehen alle an einem Strang zum Wohle eines flüssigen Verkehrs? Leider nein, jedenfalls nicht am selben Ende. Der Bund lenkt zum Beispiel bei Problemen auf der Autobahn 7 den Verkehr auf eine Umleitung, die in der Wedemark eine Landesstraße ist – die L 190. Ob es sich dort auch staut? Nicht Sache des Bundes. Wer also von einem Stau in den nächsten fährt – Pech gehabt.

Häufiger Stau vor Bahnschranken, die in der Wedemark Autos auf den Landesstraßen 310, 383 und 190 teilweise unerklärlich lange zum Parken zwingen? Das Land zuckt mit den Schultern, obschon Lokal- und Landespolitiker seit Langem auf Lösungen drängen: Das ist Sache der Bahn, die müsse was ändern. Und die Bahn? Die schielt nur auf ihre Fahrpläne und Gleise nach dem Motto: Was gehen mich die Straßen an? Wenn es nicht täglich Hunderte Autofahrer so bitter träfe, könnte man über soviel Kirchturm-Denken und Realsatire vielleicht lachen. Wer diese Zustände aber ständig erleidet, dem dürfte das Lachen vergangen sein.

Wenn also eine neue Landesregierung etwas für die Wedemark tun will, darf sie gern beim Verkehr ansetzen. Es kann nicht so bleiben, dass nur in Zuständigkeiten gedacht wird. Alle müssen an einen Tisch und über flüssigen Verkehr reden. Die neue Landesregierung kann sich als Vermittler profilieren. Das wäre mal ein Fortschritt. Ein Verkehrskonzept für die Wedemark darf auch nicht nur bis zur Gemeindegrenze reichen, sondern muss deutlich darüber hinaus weisen. Dass das Land außerdem den Zustand seiner Straßen und begleitenden Radwege – so sie denn vorhanden sind – besser im Auge haben könnte, versteht sich von selbst.

Und: Neben dem Fortkommen auf der Straße gibt es noch das Fortkommen im Leben – genauer gesagt die Vorbereitung darauf. Kitas und Schulen sind gern Thema der Landespolitik, doch finanziell ausbaden müssen es die Kommunen. Kleinere Gruppen, Inklusion, Abitur nach soundsoviel Jahren – oder doch nicht? Das schlägt sich ruckzuck in Baukosten bei der Gemeinde nieder. Konkret muss sie aus eigenem Säckel das Schulzentrum erweitern, um den künftigen 13. Jahrgang unterzubringen, der beim Bau nicht eingeplant werden konnte - es gab ja nur 12. Auch bei den Kita-Kosten wäre die Gemeinde froh, wenn sie mindestens die Hälfte des Defizits vom Land erstattet bekäme. Denn wenn Bildung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist, dann dürfen nicht immer nur „die Politiker da oben“ bestellen, und „die Kommunen da unten“ berappen.

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