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Adebars kämpfen noch um die Nester

Wedemark Adebars kämpfen noch um die Nester

Turbulenzen um die Brutplätze der Adebars in der Wedemark: Paare werden von Nestern vertrieben, ein männlicher Storchen-Einzelgänger stiftet Unruhe. Aber zu Beginn der Brutzeit ist noch vieles offen, denn andere Störche folgen noch.

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Das Storchenpaar in Meitze.

Quelle: Roman Rose

Wedemark. Die Westroute von Spanien haben die Störche genommen, die schon angekommen sind. Zuletzt werden bis Ende April die Störche aus Südafrika auf dem längeren Ostkorridor einfliegen und ihre Besitzstände im Norden wahren. Storchenpaare, das muss man wissen, sind oft ein Leben lang miteinander verbunden – auch wenn sie auf getrennten Flugwegen ein angestammtes Nest aufsuchen.

Auf dem Schornstein der Kornbrennerei in Brelingen hat es in dieser Woche einen heftigen Kampf um das Nest gegeben. Letztlich hat der Angreifer, ein unberingter Einzelstorch, das ringlose Paar besiegt und vertrieben. „Da dies noch nicht gelegt hatte, sind keine Eier zu Bruch gegangen“, berichtet der Weißstorchbeauftragte der Region Hannover, Reinhard Löhmer. Noch sei der siegreiche Storch oben auf dem Schornstein allein, aber es sei noch genug Zeit für Partnerfindung und Brut – so weit der Hoffnungsteil aus der Geschichte Ringlein, Ringlein, du musst wandern.

Der Storchenexperte hat auf seiner ersten Tour durch die Region alle Nester und Störche gesichtet und sie anhand der Beringung identifiziert. In der Wedemark sind inzwischen die Nester in Meitze, Brelingen und Negenborn mit Paaren besetzt. Am weitesten mit der Brut ist das Meitzer Storchenpaar, ist sich Löhmer sicher. Dort wird sicher gebrütet auf dem bekannten Schornstein am Tannenweg mitten im Dorf.

„In Brelingen schien zunächst auch alles in Ordnung zu sein“, beobachtete der Storchenbeauftragte. Doch der männliche Storch Nummer DEW 6 X 488 durchkreuzt dann so ziemlich alle Pläne und Aufzeichnungen, wie ein Blick auf die Kontrollen und Ablesedaten zeigt.

Und so sieht Löhmers storchenbiologisches Tagebuch aus: "Der DEW 6 X 488  wurde 2010 in Wietze-Hornbostel (Celle) geboren bzw. als Nestling beringt. Er ist damit ein heimattreuer Brutvogel. 2014 und 2015 war er Brutvogel in Brelingen. 2016 war er Mitte Februar zunächst allein in Brelingen. Am 29. Februar habe ich ihn dann in Meitze auf dem Nest gesehen, verpaart mit der Störchin DEW 2 X 685, die 2005 in Lübbecke-Gehlenbeck beringt worden ist, und die seit 2011 Brutvogel in Meitze ist.

Am 21.März habe ich ihn überraschenderweise wieder in Brelingen gesehen, verpaart mit einer ringlosen Störchin; die Meitzer Störchin (DEW 2 X685) hatte ebenfalls einen neuen unberingten Partner - vermutlich den Partner der Vorjahre.
Am 9. April war DEW 6 X 488 dann auf dem Nest in Negenborn verpaart mit einer ringlosen Störchin; in Brelingen war ein neues, unberingtes Paar auf dem Nest."

"Dem Verhalten nach schien DEW 6 X 488 sogar schon auf Eiern zu sitzen, obwohl das Paar erst am 1. April angekommen war. Das kann nur bedeuten, dass DEW 6X488 und seine Partnerin in Brelingen im Brutgeschehen schon weiter fortgeschritten waren, quasi Legedruck hatten, und sofort nach Ankunft in Negenborn mit der Eiablage begannen", deutet Löhmer.

Der Storchenexperte jedenfalls hofft, dass nun Ruhe an den Nistplätzen einkehrt. Allerdings: Auch die afrikanischen Störche werden noch brüten wollen und um schon besetzte Nester kämpfen.

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