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Protest erfolgreich: Megahallen gekippt

Wedemark Protest erfolgreich: Megahallen gekippt

Das große Industriegebiet zwischen Gailhof und Meitze mit einem 90.000 Quadratmeter großen Hallenkomplex wird nicht verwirklicht. Die Proteste der Dorfbewohner haben Wedemarks Bürgermeister Helge Zychlinski am Donnerstag zu dieser Entscheidung gebracht.

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Die ersten Proteste gegen das Industriegebiet mit den Riesenhallen hatten schon am Sonntag die Richtung angegeben.

Quelle: Kallenbach (Archiv)

Gailhof. „Ich muss klar zur Kenntnis nehmen, dass die Bürgerakzeptanz nicht vorhanden ist“, sagte Zychlinski am Donnerstag Mittag in einem kurzfristig angesetzten Pressegespräch.  Zuvor habe er länger mit dem Bauwo-Geschäftsführer Bernd Rathenow gesprochen und „vereinbart, dass von dem Projekt Abstand genommen wird.“

Die Bauwo Grundstücksgesellschaft hatte bei der Gemeinde beantragt, westlich des Neuen Hessenwegs zwischen Gailhof und Meitze ein Industriegebiet auszuweisen. Auf 18 Hektar sollten dort neun Hektar mit Hallen für einen Logistikstandort überbaut werden. Nutzer der bis zu 15 Meter hohen Hallen sollte die bereits am Hessenweg ansässige Firma FSZM werden – ein VW-Zulieferer, der sein Geschäftsfeld erweitern will.

Doch Zychlinski zufolge ließen sich die Fragen zu Gestaltung und Größe des Vorhabens, die von den Dorfbewohnern aufgeworfen sind, „nicht so beantworten, dass das Projekt Zukunft hat“. „Von FSZM gibt es klare Anforderungen, die sich vom Volumen nicht anders realisieren lassen.“

Der Umfang des Protestes habe ihn überrascht, räumte der Bürgermeister ein. Zur Sitzung der beiden betroffenen Ortsräte waren 250 bis 300 Interessierte gekommen, um zu diskutieren. Tags zuvor hatten sich bereits 50 Gegner des Vorhabens zu einer Demonstration zusammengefunden. Eine Bürgerinitiative wollte sich gründen.

Der Zug sei abgefahren, sagte der Verwaltungschef ganz deutlich. Man stehe jetzt am Punkt null und müsse ganz neu denken. „Insbesondere, was die Gailhofer und Meitzer vorgetragen haben, muss einfließen.“ Ein solches Projekt könne nicht realisiert werden. Von diesem Kurs – ob Kommunalwahl im September oder nicht – würde er jetzt nicht abweichen, betonte der Bürgermeister. „Es gehört dazu, dass Hinweise von Bürgern ernst genommen werden.“

Die Botschaft des Bürgermeisters am Donnerstag aber ebenso: „Gailhof ist prädestinierter Standort für gewerbliche Entwicklung nahe der Autobahn“. Dazu bedürfe es eines Diskussionsprozesses. Die Fläche sei als Gewerbefläche nur vorgesehen. „Wir hatten noch nicht mal einen Flächennutzungsplan, der einen Bebauungsplan ermöglicht hätte. Die Fläche in diesem Zuschnitt nun pauschal zu reservieren, geht nicht. Es müssen ganz neue Überlegungen angestellt werden.“

Der Planungsaufwand bei der Bauwo sei deren wirtschaftliches Risiko. Der Geschäftsführer, betonte Zychlinski, habe sich immer als verlässlicher Gesprächspartner erwiesen. „Ich habe das mit ihm besprochen und so entschieden.“ Wie es mit den Arbeitsplätzen der Wedemärker Firma FSZM weitergehe, wisse man nun nicht. „Das ist bitter. Ich mache mir die Entscheidung nicht leicht, aber das ist das Ergebnis“, sagte Zychlinski.

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Christoph Chilla (rechts) hatte die Schilder der Bürgerinitiative gegen die Y-Trasse schon umgemalt gegen das Gewerbevorhaben zwischen Meitze und Gailhof.

Quelle: Kallenbach
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