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Kaiserwetter spart das Geld fürs Trocknen

Elze Kaiserwetter spart das Geld fürs Trocknen

Mittendrin statt nur dabei: In der Reihe „Heimat hautnah“ schreiben Autoren der HAZnicht nur über Veranstaltungen und Aktionen, sondern sie machen selbst mit. Roman Rose ist beim Mähdreschen in Elze bei Bernd Riechers mitgefahren.

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Der Roggen muss runter: Redakteur Roman Rose darf sich im Mähdrescher von Bernd Riechers auch mal hinters Steuer setzen. In der klimatisierten Kabine in rund zwei Metern Höhe über dem Korn lässt es sich ganz annehmbar arbeiten. Radio gibt’s zwar auch, aber angesichts des Lärms ist das eher kein Vergnügen.

Quelle: Lindwedel

Wedemark. Es ist ein bisschen wie Rasenmähen mit einem Aufsitzmäher, allerdings ein paar Nummern größer. Und es ist ein bisschen wie Disco, nur nicht mit Musik auf den Ohren, sondern mit dem Lärm eines 350-PS-Diesels und zahlreichen Nebenaggregaten. Gleichzeitig hat es fast etwas Meditatives zuzuschauen, wie die gemütlich rotierende Haspel ganz vorn auf 7,70 Meter Breite die Halme des akkurat stehenden Winterroggens auf einem Feld schräg gegenüber vom Elzer Friedhof ins rasselnde Schneidwerk führt, Meter für Meter, Bahn für Bahn.

Eine quer zur Fahrtrichtung rotierende Schnecke fördert die Halme ins Innere, dort tragen drei metallene Dreschwerke, ein kräftiges Gebläse und Rüttelsiebe das ihre zum Lärmkonzert bei. Hinter uns bleiben Streifen mit Stoppeln und Stroh zurück. Im Bauch des grünen Erntemonsters füllt sich der 6,5 Tonnen fassende Getreidetank. Alle 15 Minuten ist er voll.

Landwirt Bernd Riechers und ich schaukeln in etwa zwei Metern Höhe über den Ähren von Volker Lindwedel, der an diesem Sonntag bei Kaiserwetter zwölf Hektar Getreide im Lohndrusch ernten lässt. Kaiserwetter ist prima Dreschwetter. Denn wenn das Korn trocken geerntet wird, fallen keine Trocknungskosten an. Sonnenenergie war für Bauern schon immer ein Wirtschaftsfaktor.

Dafür staubt es mächtig um uns herum. In der klimatisierten Kabine kommt davon zum Glück nichts an und es ist angenehm kühl. Riechers sieht zu, dass er akkurat Bahn neben Bahn setzt. Die Breite des Schneidwerks nicht voll zu nutzen wäre Verschwendung von Zeit und Geld. GPS kann das heute erleichtern, doch das hat dieser Mähdrescher nicht - wäre ihm auch zu langweilig, sagt Riechers.

Beim Umladen des Korns in Anhänger staubt es noch mal richtig. Selbst schuld, wenn ich so neugierig bin und nah rangehe. Doch als nach zwei Stunden dieser Schlag gemäht ist, sind wir weder total verschwitzt noch völlig zugestaubt. Es juckt und kratzt nur ein wenig im Polohemd.

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